Zitat Zitat von klausbre Beitrag anzeigen
Hallo,

hier möchte ich mich auch einmal zu Wort melden. Wir machen praktisch
täglich Auslegungen von Servo- und anderen Motoren für unsere Kunden
... natürlich kostenfrei. Im Grunde ist mir das als Lieferant auch am
liebsten, dann bin ich mir sicher, dass die angebotene Lösung auch
das tut, was der Kunde erwartet und nicht bis zur Schmerzgrenze
über- oder unterdimensioniert ist.

Wir verwenden dazu zum Teil kommerzielle Software,
aber auch eine Reihe von individuellen Excel-Tabellen (was sich gerade
zur Untersuchung der Lastträgheit im Vergleich zur Motorträgheit
sehr gut bewährt hat). Dieses Kriterium ist für eine Servoachse
häufig eines der Wichtigsten, wird aber gerne vergessen ... mit
dramatischen Folgen für die Positionierung).

Gehen wir einmal davon aus, dass alle logischen Dinge zusammenpassen
(der Umrichter hat die gewünschte Funktionalität, passt von der
Spannungsklasse und kann das am Motor vorhandene Gebersignal
auswerten), dann ist die Welt eigentlich recht einfach:
wie auch jeder Frequenzumrichter ist der Servoregler eine Stromquelle
mit definierten Überlasteigenschaften.

Da der Leerlaufstrom beim AC-Servo immer ein wenig höher ist, als
der Nennstrom ist dies für den Anfang ein recht ordentliches
Dimensionierungskriterium.

Allerdings darf man dann noch keine umwerfende Dynamik erwarten,
aus einem einfachen Grund:
- der Antrieb kann typ. 3-5fachen Nennstrom kurzzeitig
- der Regler kann je nach Hersteller den 1,5...3-fachen Nennstrom
auch kurzzeitig
(die beiden kurzzeitig können sich zudem ordentlich unterscheiden, wenn
ein Servomotor u.U. Minuten braucht um sich ordentlich aufzuheizen,
macht der Regler viel schneller zu (3..60s sind hier typische Werte)

Da Strom direkt proportional zum Moment der Synchronmaschine ist,
sollte man sich die von der Applikation geforderten Werte gut ansehen.

Ein wenig physikalisches Verständnis ist (trotz aller Numerikprogramme)
natürlich immer hilfreich.

Vielleicht noch ein Angebot zum Schluss: wenn Sie ein konkretes
Beispiel mitbringen, können wir gerne einmal zusammen eine Auslegung
vornehmen.


Falls Sie hier an einem
Gerne möchte ich auch noch mal meine Meinung kund tun...

Anbei noch ein Beitrag zum Thema "Antriebsauslegung" unter:
http://www.controleng.ca/Press/B&R-S...Jul2010-DE.pdf

Meines Erachtens muss sich jeder Antriebsanwender die Frage stellen, ob er von seinen Lieferanten "geholfen" werden will oder eigenes Know How zum Thema Antriebstechnik & Motion Control aufbauen möchte.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, es gibt Antriebshersteller und Systemlieferanten mit exzellenter Beratungskompetenz aber leider auch viele, die nicht wirklich wissen, was sie tun.