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Thema: Nennstromangabe Drehstrommotor

  1. #1
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    Hallo zusammen,

    hier mal eine Allerweltsfrage (?).....

    auf dem Typenschild eines Drehstrommotors finden sich folgende Angaben:

    0,55KW 400V 50Hz - 1,36 A Dreieck

    Soweit, so klar.....aber dann:

    380V - 420V 50Hz - 1,36A Dreieck

    D.h. der Motor kann an Spannungen von 380 V (-5%) bis 420V (+5%) betrieben werden.
    Auf WELCHE Spannung bezieht sich denn dann die Nennstromangabe ?? Der Strom kann doch nicht (und IST auch nicht) in allen Spannungsbereichen gleich.

    Wir haben gemessen, dass der Strom ab 400V aufwärts ansteigt und den angegeben Nennstrom übersteigt, dies bemängelt auch unser Kunde.

    Für eventuelle Antworten schon jetzt vielen Dank......
    Zitieren Zitieren Nennstromangabe Drehstrommotor  

  2. #2
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    Hallo mkrwes,

    in dem Fall musst du halt die Physik dem Kundenwunsch anpassen!

    Aber Vorsicht, lass dir das gut zahlen - meistens klappt das nicht auf Anhieb…

    LG Cassandra

  3. #3
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    Eins mal vorweg. Wenn dein Strom den Nennstrom übersteigt hast du den Motor wahrscheinlich mechnisch gut ausgelastet. Wenn dein Motor 0,55kW an der Welle abgibt nimmt er bei 400V eben die 1.36A auf. Der Rest ist Phasenverschiebung und Wirkungsgrad. Wenn jetzt deine Spannung steigt, sinkt der Strom P=1,73*U*I*cosPhi.

    Was bemängelt dein Kunde denn jetzt genau, dass er nicht die 400V zur Verfügung stellt sondern mehr oder dass der Motor mechanisch zu klein ausgelegt ist?
    mfG Aventinus

  4. #4
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    Zitat Zitat von Aventinus Beitrag anzeigen
    Wenn jetzt deine Spannung steigt, sinkt der Strom
    Naja, das würde ich jetzt so mal nicht unterschreiben, zumal der TE ja das Gegenteil behauptet...

    Aber dem restlichen würde ich Dir zustimmen.

    Grundsätzlich: Alles was auf dem Typenschild steht sind Nennangaben. Sprich Nennstrom bei Nennleistung und Nennspannung.

    Vermutung: Dein Motor wird mit einem (zu) hohen mechan. Moment belastet. Wenn Du jetzt die Spannung erhöhst, erhöht sich auch etwas die Drehzahl und somit die mechan. Leistung und auch der Strom. Somit stimmt die Rechnung wieder. (was Ursache und Wirkung ist, soll hier mal der Einfachheit nicht betrachtet werden)

    Abhilfe: Größerer Motor oder Umrichter oder der Motor arbeitet nicht im Dauerbetrieb (dann ist u.U. eine kurzzeitige Überschreitung des Nennstromes nicht kritisch)...

    Gruß.

    Gruß.

  5. #5
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    Zitat Zitat von ducati Beitrag anzeigen

    Wenn Du jetzt die Spannung erhöhst, erhöht sich auch etwas die Drehzahl und somit die mechan. Leistung und auch der Strom.
    Ich bin der Meinung, dass mit steigender Spannung die Drehzahl nicht steigt, da die Drehzahl von der Frequenz abhängt.
    mfG Aventinus

  6. #6
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    Zitat Zitat von Aventinus Beitrag anzeigen
    Ich bin der Meinung, dass mit steigender Spannung die Drehzahl nicht steigt, da die Drehzahl von der Frequenz abhängt.
    Am besten, wir machen eine Abstimmung...

  7. #7
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    Zitat Zitat von Cassandra Beitrag anzeigen
    Am besten, wir machen eine Abstimmung...
    naja, über physikalische Zusammenhänge muss man nicht abstimmen falls da jemand weiter diskutieren möchte, wäre erstmal wichtig zu erfahren, was der TE für ne Last an seinem Motor hat (also z.B. konstantes Moment/Fahrstuhl, oder quadratisches Moment/Lüfter/Pumpe oder was auch sonst)...

    Prinzipiell hängt die Drehzahl eines Drehstromasynchronmotors schon von der Frequenz ab, aber es gibt noch den Schlupf. Deshalb heissts auch ASYNCHRON-Maschine. Das sieht man auch ganz gut in der M/n-Kennlinie.

    Höhere Spannung->Höherer Strom->höherer Fluss->höheres Moment->Höhere Drehzahl->Höhere Leistung.

    Ne Komplette Abhandlung über die Zusammenhänge am Drehstromasynchronmotor bringt hier nun aber wirklich nix, da gibts bei Google genügend...

    Gruß.

    PS: Die Drehzahl kann natürlich im motorischen Betrieb nie größer werden als die Drehfelddrehzahl. Aber bei hoher mechanischer Last, ist der Schlupf schon deutlich und somit die Drehzahl unter der Drehfelddrehzahl. Wenn ich jetzt die Spannung erhöhe, kann ich die Drehzahl (etwas) erhöhen.
    Geändert von ducati (05.12.2012 um 14:03 Uhr)

  8. #8
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    Hallo Zusammen,

    ich behaupte mal der angegebene Strom bezieht sich auf die 400V!
    Die Frage ist bereits gestellt worden: Was genau bemängelt dein Kunde?

    Der Strom ist direkt proportional zum Drehmoment. Für das Drehmoment ist das U/f Verhältniss entscheident - dh. NennDrehmonemt ist konstant bei 400V/50Hz somit Nennstrom 1,36A.
    Wird die Spannung gesenkt verändert sich das U/f-Verhältnis z.B. 380V/50Hz (Feldschwächebereich) - das Drehmoment des Motors sinkt ab somit steigt der Strom an (bei Nennlast Last).
    Wird die Spannung erhöht z.B. auf 420V so wird der Motor Übermagnetisiert - es fließt ein höherer Strom.

    Ein Änderung der Versorgungsspannung um +/- 10% sollte bei richtiger Auslegung des Motors auf die Last kein Problem sein.

    Wie alt ist den der Motor? Vielleicht wollte der Motorenhersteller auf Nummer-sicher gehen.
    - Warum ? Siehe einen alten Auszug zum Thema "Die neue Normspannung 400V":
    Mit der ursprünglich als IEC 38 (jetzt IEC 60038 im Jahr 1983 veröffentlichten Norm
    wurde die neue Bemessungsspannung 400 V eingeführt. Da die für die Anpassung der
    beiden weltweit verbreiteten 50 Hz-Netze von 380 und 415 V eine lange Übergangszeit abzusehen war,
    wurde zunächst in den alten 380 V-Netzen die Toleranz 400 V + 6% / –10 % bzw. in den alten
    415 V-Netzen die Toleranz 400 V + 10 % / –6 % bis 2003 empfohlen.
    Diese Übergangsfrist wurde mit IEC 60038 (VDE 0175): 2002 um fünf Jahre verlängert.
    Ab 2008 darf dann die Toleranz der Netzspannung 400 V ± 10 % betragen.
    Millionen von 380 V-Drehstrommotoren – bekannt für ihre lange Gebrauchsdauer –
    können schon jetzt an einer Spannung betrieben werden, die mit 424 ... 440 V deutlich über
    den bei ihrer Typprüfung festgelegten, genormten Grenzwert von 380 V + 5 % = 399 V hinausgeht.

    Viele Grüße
    VTL_RealDrive
    www.vlt.de
    Geändert von VLT_RealDrive (16.12.2012 um 16:31 Uhr)

  9. #9
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    Hallo,
    um noch etwas Verwirrung zu ergänzen, wie wurde gemessen? Eine Stromzange bis 200 A hat bei solch geringen Strömen Abweichungen, die im Nennstrombereich der Typschildangabe liegen......

    Gruß
    Mario

  10. #10
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    Zitat Zitat von VLT_RealDrive Beitrag anzeigen
    Der Strom ist direkt proportional zum Drehmoment. Für das Drehmoment ist das U/f Verhältniss entscheident - dh. NennDrehmonemt ist konstant bei 400V/50Hz somit Nennstrom 1,36A.
    Wird die Spannung erhöht verändert sich das U/f-Verhältnis z.B. 420V/50Hz (Feldschwächebereich) - das Drehmoment des Motors sinkt ab somit steigt der Strom an (bei Nennlast Last).
    ???

    da der TE sich nicht mehr meldet, schein es wohl doch nicht soo ein wichtiges Problem zu sein...

    PS: den Feldschwächbereich gibts nur bei Umrichtern, und den hat der TE nicht.

  11. Folgender Benutzer sagt Danke zu ducati für den nützlichen Beitrag:

    VLT_RealDrive (16.12.2012)

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