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Thema: Zuckermühle, Sirius statt Stern/Dreieck

  1. #1
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    Hallo in's Forum,


    hat evtl. jemand Erfahrung mit dem Schweranlauf einer Zuckermühle an einem elektronischen Sanftanlauf anstelle Stern/Dreieck Schützen?
    Aktuell: Drehstrommotor 380/660,55Kw,96A,1420U/min., direkte Verbindung der Motorwelle zur Mühlenwelle.

    Die Mühle ist eine sogenannte Hammermühle welche ca.3t Zucker /h durch ein Sieb zu Puderzucker mahlt.
    Der Anlauf erfolgt aktuell klassisch über einen Stern/Dreieck Anlauf, die Anlaufzeit im Stern beträgt ca.50sec!!,
    dann erst sinkt der Strom und es wird in Dreieck geschaltet.
    Die Schalthäufigkeit ist ca.5x/16h. (Früh/Spätschicht)


    Nun, es ist geplant den Leistungsteil dieser Produktionsanlage welche aus dem Jahr 1994 stammt und 3 Rittal Schränke a 120cm umfasst
    auf den Stand der Zeit zu bringen, Steuerung S5>S7 habe ich 2016 bereits gemacht.

    Meine Idee war alle Stern/Dreieck Schaltungen (4x11kw Zuluftventilatoren, 1x22kw Abluftventilator und die Mühle)
    mit den Sirius Sanftanflaufgeräten von Siemens zu bewerkstelligen.
    Im Fall der 55Kw Mühle, der Typ 3RW4047-1BB14.

    Lange Rede, kurze Frage Hat schon jemand so eine Hammermühle/Mühle (55Kw) die ca. 50sec Anlauf im Stern benötigt mit einem
    elektronischen Sanftanlauf gestartet, bzw. wie sind eure Erfahrung mit dem elektronischen Anlauf solch große Antriebe?


    Danke und Gruß
    Zitieren Zitieren Zuckermühle, Sirius statt Stern/Dreieck  

  2. #2
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    Hallo

    Ein SA darf nur alle x Min gestartet werden. Sonst ist er gesperrt oder bei Siemens Defekt.

    Wie ist das Losbrechmoment der Mühle ?

    Ich würde ein Fu mal kalkulieren. Das ist sicherer.
    Gruß

    Lupo

  3. #3
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    Bei den Ventilatoren sollte der Sanftanlauf mit den 3RW30.. kein Problem darstellen.

    Für die Mühle (55KW, 50s Anlauf) wirst du größere Geschütze auffahren müssen. Es gibt von Siemens zu diesem Zweck ein Simulations- und Auswahltool zum Download. Ich würde mich in dem Fall aber direkt an die Fachberatung wenden, die haben da echt kompetente Leute sitzen. Sofern es nicht gravierende mechanische Gründe für den Umbau gibt, würde ich wahrscheinlich bei der herkömmlichen Schütztechnik bleiben. Man denke neben den Umbaukosten auch an die Zuverlässigkeit, die Lagerhaltung bzw. Ersatzteilbeschaffung.

    Btw, welche S7 entsprach denn 2016 dem Stand der Zeit?

    Es gibt viel mehr Leute, die freiwillig aufgeben, als solche, die echt scheitern.
    Henry Ford

  4. #4
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    Hallo

    >wie sind eure Erfahrung mit dem elektronischen Anlauf solch große Antriebe?

    Bescheiden- durch Fehlplanung
    In meinem Fall 2x Gebläsemotor 110kW 400V von Direktstart auf 3RW40 Schweranlauf 2800 Umdr./min ( nach Motornennstrom ausgewählt).Ein Sirius war ständig ausgebaut und zur Reparatur oder Ersatzbeschaffung.

    Besser wäre gewesen: Sanftstarter 3RW44 , Schwerstanlauf CLASS 30 , Applikation Großer Ventilator,
    "Der Sanftstarter muss zwei Leistungsklassen größer gewählt werden als der eingesetzte
    Motor."

    siehe: https://support.industry.siemens.com...dti=0&lc=de-WW
    Seite 24

    Wenn du Pech hast benötigst du noch ein Netzfilter.

    Dazu kam noch ein Elektrounfall ,da dem Sub- Elektriker die Kombination aus Motorstillstand und permanent anliegenden 230v gegen Erde unbekannt war.

    Lange Rede, kurzer Sinn : Lass es wie es ist -und ein defektes Schütz lässt sich immer schnell auftreiben

    MfG

  5. #5
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    Sanftanlauf stehe ich auch kritisch gegenüber.
    Interessant wäre vielleicht ein FU mit entsprechender Energiesparoption. Aber auf jeden Fall brauchst du dazu Fachberatung. Bei dem heftigen Schweranlauf muss der FU deutlich überdimensioniert werden. Dabei kann es passieren, dass die Einsparung durch die internen Verluste aufgefressen wird.

    Gruß
    Blockmove

  6. #6
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    Hallo

    was wollt Ihr mit dem Umbau erreichen ?

    Wenn alle Antriebe mit Nennlast laufen dann ist das die beste Lösung.

    Wenn nicht muss man ein Optimierungskonzept erstellen.
    Gruß

    Lupo

  7. #7
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    Wie schwer ist der Schweranlauf?
    Solange der Motor mit der Schützkombi immer angelaufen ist mit S/D wird es an einem FU auch keine Probleme geben.
    Der FU wird sogar für ein höheres Anlaufmoment gegenüber S/D sorgen.

    Dem Sanftstarter stehe ich sehr kritisch gegenüber, besonders seit ich es mal an 5,5kW Ventilatoren getestet habe.
    Das Anlaufmoment war niedriger als bei Direktstart und die Stromaufnahme im Anlauffall nur mäßig gedämpft. Letztendlich hab ich dann FU verbaut.

    Was kannst Du erreichen?
    - Reduktion der Netzspitze im Anlauffall
    - Erhöhung des Anlaufmoments
    - evtl. eine geringe Energieeinsparung, falls z.B. auch wechslende Drehzahlen benötigt werden.

    Vorsicht bei alten Motoren - der Wechsel auf FU birgt Risiken für die Isolation (sind aber robuster als man annimmt!).
    Geändert von weißnix_ (15.09.2018 um 09:17 Uhr)
    - Der frühe Wurm wird vom Vogel gefressen -

  8. #8
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    Zitat Zitat von Strömling Beitrag anzeigen

    Dazu kam noch ein Elektrounfall ,da dem Sub- Elektriker die Kombination aus Motorstillstand und permanent anliegenden 230v gegen Erde unbekannt war.
    Gab es da ein Unterweisungsproblem?
    - Der frühe Wurm wird vom Vogel gefressen -

  9. #9
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    Da langt jeder ausgewachsene Elektriker erst mal dran. Ist ja auch logisch, Motor steht und ist demzufolge sicherlich vom Netz getrennt . Und weil er nicht glaubt was er fühlt, "prüft" er gleich noch ein zweites und drittes mal. Aus diesem Grund bauen wir da immer ein Schütz mit ein.
    Geändert von Onkel Dagobert (15.09.2018 um 09:58 Uhr)
    Es gibt viel mehr Leute, die freiwillig aufgeben, als solche, die echt scheitern.
    Henry Ford

  10. #10
    Avatar von Lebenslang
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    Hallo,
    @ Ing_Lupo:


    Eine Wiedereinschaltsperre, 120sec-Erfahrungswert der Techniker vor Ort, ansonsten zerstörts die NH Vorsicherungen,
    habe ich 2016 bereits im Step7 Projekt umgesetzt.

    Solltem dem SA die 120sec nicht reichen, disqualifiziert er sich weiter.
    FU,s nehmen mir zuviel Platz weg und sind in dieser Leistungsklasse recht kostspielig.
    Mir kamen die Sa,s wegen dem geringeren Platzbedarf und den eingesparten 25mm2 zu den S/D Schützen im Kabelkanal
    in den Sinn.


    Zum Losbrechmoment:
    Das Hammerwerk, bestehend aus ca.100 Klöppeln, die wie eine Art Pleuel eng an der Mühlenwelle liegen, muss eine hohe
    Drehzahl erreichen um den Zucker klein zu mahlen und durch das Sieb drücken.


    Durchmesser ist ca.50cm, Gewicht ca. 300kg, U/min ist Motornenndrehzahl, es gibt kein Getriebe.
    Wenn der Bediener vor dem stoppen der Mühle diese leer gefahren hat, ist da Losbrechmoment recht gering,
    befinden sich noch Produktreste in der Mühle, zerstört der Anlaufstrom die vorgeschaltetetn NH Sicherungen.


    Der Thermistor im Motor geht auf ein ABB Auswertegerät dessen Signal ich als Eingang in der S7 verarbeite und als
    Alarmmeldung auf dem HMI anzeige, spricht aber naturgemäß in diesem Fall zu spät an.


    @ Onkel Dagobert:
    Ich tendiere auch dazu es einfach klassich bei der Schützkombi zu belassen.


    ----Zitat: Btw, welche S7 entsprach denn 2016 dem Stand der Zeit?----


    In 2015 wurde die elektronische Prozessdokumentation gewünscht, außerdem war
    der Rezeptspeicher des Coros / der S5 am Ende.
    Verbaut war eine CPU 944 sowie ein Erweiterrrungsrack-beide Racks voll bestückt, ein CP 528 und ein Coros Röhrenmonitor
    mit seinem Tastenfeld.


    Für mich entsprach 2015 eine 315-2DP, der Simatic Manager, ein CP343 Lean und ein Proface HMI dem Stand der Technik.
    Die Gründe: Klein gehaltene Projektdateien beim Simatic Manager und dem HMI, sehr gute Hardware und einfache Rezeptverwaltung
    (Flexirezeptur) beim Proface HMI.


    Zusammenfassend:
    Es gibt keine wirkliche Notwendigkeit für die SA,s außer der Platzersparnis im Kabelkanal, die bewährte Schützkombi läuft
    seit Jahren problmelos und verursacht keine Probleme am Netz.


    Schönes Wochenende.

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