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View Full Version : Drossel am FU wofür??



mitchih
25.09.2007, 22:34
Hallo,
ich soll in einem schon recht vollem Schaltschrank 2 Fu`s nachrüsten KEB F5 Combivert. 1,5 und 4 KW. Die anderen Fu`s haben alle eine Ausgangsdrossel. Aus Platzgründen würde ich auf diese gerne verzichten. Ein Filter kann ich ja unterm FU montieren.

Aber meine Grundlegende Frage was bewirken diese Drosseln?? Einen Filter kenne ich ja aber was soll die Drossel bewirken?? Kann ich mit Drossel auf abgeschirmte Leitungen verzichten???

Danke für eure Hilfe

o.s.t.
26.09.2007, 08:55
Nach meinem Wissen ist eine Ausgangsdrossel erforderlich, um bei sehr langen (>50m, siehe Doku des Umrichterherstellers) geschirmten Motorleitungen Ueberspannungen an den Motorklemmen zu begrenzen.

o.s.t.

vollmi
26.09.2007, 09:13
Aber meine Grundlegende Frage was bewirken diese Drosseln?? Einen Filter kenne ich ja aber was soll die Drossel bewirken?? Kann ich mit Drossel auf abgeschirmte Leitungen verzichten???

Die Drossel ist eigentlich der Filter. Bei einem richtig dimensionierten Filter ist die Drossel eigentlich unnötig. Geschirmte Abgangskabel brauchst du natürlich trotzdem. Die Drossel schützt den Motor die Schirmung die Umgebung.

PS: Du kannst aber umgekehrt nicht auf den Filter verzichten wenn du eine Drossel einbaust.

mfG René

mitchih
26.09.2007, 11:14
Die Drossel ist eigentlich der Filter. Bei einem richtig dimensionierten Filter ist die Drossel eigentlich unnötig. Geschirmte Abgangskabel brauchst du natürlich trotzdem. Die Drossel schützt den Motor die Schirmung die Umgebung.

PS: Du kannst aber umgekehrt nicht auf den Filter verzichten wenn du eine Drossel einbaust.

mfG René

Ich habe ja beides!! Einen Filter und die Drossel. Da der Filter original von KEB mitgekommen ist, denke ich das er schon passend dimensioniert ist.
Was meinst du mit "Die Drossel Schützt den Motor"? ist die überspannung an den Klemmen gemeint, welche hier in einem vorigen Beitrag angesprochen wurde?? Wenn ja wie kommt diese Überspannung zustande?? Durch die Hohe Taktfrequenz (die 16khz) und die dadurch enstehende Ind. Spannung??
Tschuldigung das ich so genau frage aber habe mich bis jetzt noch nie damit beschäftigt, wir haben SEW im Einsatz und noch nie ne Ausgangsdrossel montiert!! Immer nur geschirmte Leitung und das wars.

Bitverbieger
26.09.2007, 17:32
Bei alten Motoren, die nicht Umrichtergeeignet sind, wird hinter dem Ausgang
des FU eine Drossel geschaltet. Diese Drossel verhindert die zeitlich extrem
kurzen Stromspitzen, die der FU erzeugen kann . Diese würden sonst die Wicklungen zerstören.
Diese Drossel vermindert aber die mögliche Anschlußleistung des Motors.

Markus
27.09.2007, 00:43
Nach meinem Wissen ist eine Ausgangsdrossel erforderlich, um bei sehr langen (>50m, siehe Doku des Umrichterherstellers) geschirmten Motorleitungen Ueberspannungen an den Motorklemmen zu begrenzen.

o.s.t.

du meinst wohl eher einen motorseitigen filter?
der wird bei kleinen motoren eingesetzt wenn aufgrund der leitungslänge keine geschirmten leitungen verwendet werden können.

aber soweit ich weiß wird dieser motorseitig montiert.
oder meinen wir das selbe?

bin auch nicht der profi auf dem gebiet...

vielleicht kann einer von den antriebsprofis die gerätschaften mal erklären?

netzdrossel
netzfilter
leitungslänge/fu-leistung/schirm
motordrossel

???

jabba
27.09.2007, 09:43
Netzfilter : zur Reduzierung der EMV Störungen
Netzdrossel : zur Vermeidung von Rückwirkungen in das Netz z.B. Oberschwingungen
Motordrossel : zur Reduzierung von kapazitiven Ausgleichströmen auf langen Leitungen, Bei Siemens z.B. ab 50m geschirmt oder 100m ungeschirmt.

Ich hab immer Netzfilter und meistens Netzdrosseln im Einsatz. Bei Längen über 30-50m setze ich den FU möglichst in die Nähe des Motors, alleine schon um die EMV Grenzen einzuhalten.

MW
27.09.2007, 13:39
Netzfilter : zur Reduzierung der EMV Störungen
Netzdrossel : zur Vermeidung von Rückwirkungen in das Netz z.B. Oberschwingungen
Motordrossel : zur Reduzierung von kapazitiven Ausgleichströmen auf langen Leitungen, Bei Siemens z.B. ab 50m geschirmt oder 100m ungeschirmt.


Wir bauen immer eine Netzdrossel ein, dazu natürlich noch den Netzfilter (wenn dieser nicht schon im FU integriert ist). Ausgangsdrosseln (mit oder ohne Kondensatoren) kommen je nach anzahl der angeschlossenen Motoren oder ab Leitungslngen > 50 m zum einsatz. Leitungen sind (fasst) immer geschirmt, denn ohne gibts nur Probleme.

Basco
28.09.2007, 09:23
Hallo,

zum Einen musst Du in den Unterlagen des FU-Herstellers nachsehen welche Auflagen erfüllt sein müssen, das Du die EMV-Vorschriften einhältst. Zum Anderen musst Du beim Motoren-Hersteller erfragen, ob und unter welchen Vorraussetzungen die Motoren für FU-Betrieb zugelassen sind. Zum Beispiel schreibt Ziehl-Abegg für die Axial-Ventilatoren ein allpoliges Sinusfilter vor. Ein Motorfilter (du/dt-Filter) reicht hier nicht aus. Zum anderen kann es bei fehlendem Allpoligen Sinusfilter zu Schäden an den Motorlagern kommen...

Ein Link zum Thema EMV:
http://src.lenze.com/downloadbereich/Z1%20-%20Allgemeine%20Brosch%FCren/EMV_Grundlagen_v1-3_DE.pdf

Und ein Link zum Thema Lagerströme:
http://www.loher.de/_upload/Lagerstroeme_bei_umrichtergespeisten_Drehstrommaschinen.pdf?documentID=2260113

Du wirst aber sicherlich bei allen Herstellern dementsprechende Hinweise finden.

Gruss Sven

MajorutyOfOne
29.09.2007, 18:21
Siehe Anhang

Willex
30.09.2007, 21:16
Nur der Vollständigkeit wegen: Es gibt auch Hersteller die für den Zwischenkreis eine Drosselspule verwenden, die dann oft extern platziert werden muss. Diese Drossel hat jedoch nur 2 verschiedene Anschlüsse und wird direkt am FU an den dafür vorgesehenen Anschlüssen angeklemmt.

mega_ohm
06.10.2007, 02:25
Vielleicht ist es ein wenig > off topic

Meine Frage:
Ist denn schon mal geklärt wurden, wie ( nur einseitig im Schaltschrank oder beidseitig, also auch am geerdeten Antrieb) man Motorenzuleitungen auflegt ?

_____________________________________________________________


Ich habe schon -zig Lüftermotoren (lt. Auftag Siemens: [ich war damals noch in einem Handwerksbetrieb als Subi tätig] - eine Rückkühlanlage für Rauchgase in einem Stahlwerk bei Augsburg - ) angeschlossen, wo lt. Auftrag nur die Einspeise- Seite der Lüfterzuleitungs- Schirmung im Schaltschrank am FU aufgelegt werden durfte.

Ich bin heute Betriebselektriker in einem anderen stahlerzeugenden und weiterverarbeitendem Betrieb.
Ich finde vor:
Alles...
(BoschRexroth, Siemens, Lenze, SEW) ....was fertig steckbar ist, da ist der Schirm beidseitig aufgelegt.
Bei selbstzuverdrahtenden Installationen (und ich habe eben aus oben erwähnten Unklarheiten bei den Herstellern bzw. Masch.bau- Firmen extra nachgefragt !) wird meistens ein sternpunktförmig aufgelegter Schirm im Schaltschrank oder sogar (was für mich vollkommen unklar ist)
>> im Schaltschrank den Schirm nicht auflegen, sondern nur am geerdeten Antrieb
... empfohlen.

Gibt es da eigentlich eine erklärbare Logik, oder ist das Auflegen der Schirmung "Gefühlssache" ?

http://www.daetwyler.de/d/produkte/unilan/service/handbuch/kapitel/kapitel9_2.htm
Zitat:"Damit eine Schirmung optimal arbeitet, muss sie elektrisch vollständig geschlossen sein.".... "In einer Versuchsreihe wurden bei Dätwyler solche Einflüsse untersucht und ausgewertet. Die einzelnen Resultate zeigen deutlich auf, je besser die Schirmung, desto besser das Verhalten der Verbindung im gestörten Klima. Wichtig dabei ist, dass nach der Technik der Maschenerde verfahren wird. Das heisst, dass gegen hochfrequente Störer nur mit konsequenter Vermaschung der Erdführung vorgegangen werden kann, also beide Enden der Kabel auf Erde legen."

Soweit ist alles klar...
... aber ich habe auf dem Werkstatt-Server in der Firma (da komme ich vor Montag mittags nicht ran, weil ich WE habe) Definitionen, wo nach analogen und digitalen Signalen unterschieden wird und dementsprechend die Schirmung unterschiedlich aufzulegen ist.
(ich habe heute nur keine Böcklichkeit mehr, danach im INet zu suchen) ;)

Oberchefe
07.10.2007, 08:50
Beidseitig ist für HF besser, führt aber gerne dank Masseschleife zu einem Netzbrummen (50Hz) auf dem Signal.

mega_ohm
08.10.2007, 00:08
Beidseitig ist für HF besser, führt aber gerne dank Masseschleife zu einem Netzbrummen (50Hz) auf dem Signal.
"ist besser..." >> das erklärt mir noch nichts!
Von Masseschleifen habe ich schon gehört.

Gibt es aber irgendwelche Richtlinien, nach denen man (z.B. nach Reparaturen) handeln kann ?

Ich hatte folgenden Effekt:
Ein TFT- Bildschirm, der in ca. 2m Entfernung zu einem Pos.Antrieb (Lenze- Mot., gespeist von einem 9326EPV- FU) seinen Dienst versagte, habe ich gegen einen (von den Abmaßen entsprechenden) Siemens- TFT getauscht.
Vorher hat alles funktioniert, nach der Install des Siemens- TFT waren immer Bildstörungen, wenn dieser Motor angesteuert wurde.
Durch "Kommissar Zufall" hatte ich die Schirmung der Feedbackleitung des Antriebes am Motor unterbrochen.... >>>
... und siehe da, der Antrieb tat, was er sollte und die Bildstörungen waren weg.
Vorher war mehr als 3 Jahre ein anderer TFT angesteckselt und ich mußte über irgendwelche Schirmung nicht nachdenken.

Die Änderung besteht jetzt seit 2 Jahren und es gab noch keine Probleme.
Aber wie ist es erklärbar ???
(Ich möchte ja nicht immer nur durch Experimentieren zu einer vernünftigen Lösung kommen)

Ralle
08.10.2007, 06:25
Hast du diesen Thread schon gefunden?

http://www.sps-forum.de/showthread.php?t=12770&highlight=hochfrequente

kiestumpe
08.10.2007, 10:08
Das beidseitige Auflegen verhindert zwar die Einstreuung in Messleitung, treibt die aber Ströme durch die dadurch aufgespannte Leiterschleife.
Bei Motorzuleitungen sind dir Ströme natürlich nicht zu vernachlässigen, auch bei FU-Zuleitungen.
Für die Messleitung selber ist der induzierte Strom eher gering, und man greift auf das beidseitige Auflegen zurück.
Die hast du zum einen durch den Schirm (als "Hinleiter") , zum anderen durch die Erde (als "Rückleiter"), alles was dazwischendrin rumsteht wird ist diesem Leiterschleifenmagnetfeld ausgesetzt und funktionert entsprechend oder auch nicht, so auch dein TFT.

Der Filter versucht das ganze an der Wurzel zu packen, indem einfach hochfrequente Ströme auf den Zuleitungen unterdrückt bzw. gedämpft werden.

Die Drossel kann auch für Gleichtaktunterdrückung bei Netzüberspannung sein.


hth

maxi
08.10.2007, 11:08
Das ist wie Pils und Weissbier.
Beides ist anders, beides ist gut, der eine schwört auf dies, der andere auf das.

Mein Tipp: Messen
Den Messen heist Wissen.

Wenn du kein Potential verschelppst dann lass es auf beiden Seiten angeschlossen.
Verschleppst du das Potential dann nur Primärseite geschirmt (Von da wo die Masse / Erdung kommt).

kiestumpe
08.10.2007, 14:05
Das ist wie Pils und Weissbier.
Beides ist anders, beides ist gut, der eine schwört auf dies, der andere auf das.

Mein Tipp: Messen
Den Messen heist Wissen.


Wie war das nochmal, wer misst misst Mist ;-)

maxi
08.10.2007, 14:23
Habe in meinen Leben schon heisse Diskussionen zwischen Herstellern und Kunden auseinader treiben müssen, genau wegen diesen Thema.

Am schlimmsten war es mal bei einen Schwarzen Kabel von Igus,
kennt jemand die Kabel woe immer ein Adernpaar einzeln abgeschrimt ist und dann da eine Isolierung rum?
Kunde (Dr. Elektrotechnik) sagte Beidseitig, Hersteller (Dipl. Ing und ein Dipl. Nuklearchemiker) der Energieketten sagte einseitig werden die bei ihm gemacht.

kiestumpe
08.10.2007, 14:52
Und wie hats dann funktioniert?

maxi
08.10.2007, 14:55
Und wie hats dann funktioniert?

Die haben gemessen, dann habe ich gemessen.
Hersteller musste es beidseitig machen.
Kunde musste das extra bezahlen.