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Thema: Beim öffnen der Schutztüre Pneumatik entlüften?

  1. #1
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    Der Titel sagt es schon soll/muß das Hauptventil abgeschalten werden wenn die Schutztüre geöffnet wird.

    Wir verwenden bistabile Ventile und schalten die Versorgungsspannung zu diesen ab, wenn die Schutztür geöffnet wird.
    Schutztüre auf, kein Ansteuern von gefahrbringenden Bewegungen möglich. So weit so gut.

    Nun ist es aber so, dass die Schutztüre im Normalfall vielleicht so 1x pro Stunde zur Störungsbehebung geöffnet werden muß.
    Was wenn ein Zylinder seine Endstellung nicht erreicht hat, weil dieser z.B verklemmt ist. Der Bediener löst das eingeklemmte Teil und der Zylinder bricht los.
    Na ja eine Scherstelle reicht und es könnte schon mal einen Finger kosten.

    Reicht hier ein Hinweis auf das Restrisiko in der Doku und bei der Einweisung?

    Ein Entlüften bei jedem öffnen der Schutztüre ist ja nicht immer sinnvoll/möglich da ja eventuell Teile aus Greifer fallen etc. etc. bei größeren Anlagen ist das also für den Bediener eigentlich nicht mehr akzeptabel und führt dann oft letztendlich zum überbrücken der Schutzvorrichtung.

    Wie handhabt Ihr dieses Problem?
    Zitieren Zitieren Beim öffnen der Schutztüre Pneumatik entlüften?  

  2. #2
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    Hallo,

    bei einem namhaften Automobilhersteller wird beim Schutztür öffnen die Pneumatik auch nicht abgeschaltet, nur die Versorgungsspannung der Pneumatikventile wird abgeschaltet. Meist werden bistabile Ventile verwendet. Bei Bewegungen mit grossen Massen werden zusätzliche pneumatische Klemmungen eingesetzt. An jeder Schutztür gibt es eine "Verklemmanzeige". Wenn diese blinkt kann ein Zylinder verklemmt sein. Unter dieser ist ein Schild mit einem entsprechenden Warnhinweis montiert. Aber selbst bei Abfall der Pneumatik sollte es keine gefahrbringenden Bewegungen geben. Das stellen Spanner sicher die in der V-Stellung verriegeln.

    André
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    Zitieren Zitieren Pneumatik  

  3. Folgender Benutzer sagt Danke zu sps-concept für den nützlichen Beitrag:

    Mitschuhbischhi (26.09.2008)

  4. #3
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    Im Grunde hast du deine Gefahren-Analyse ja schon gemacht ...
    Zitat Zitat von Mitschuhbischhi Beitrag anzeigen
    Na ja eine Scherstelle reicht und es könnte schon mal einen Finger kosten.

    Reicht hier ein Hinweis auf das Restrisiko in der Doku und bei der Einweisung?
    Das mit dem Hinweis ist sicher schön, aber wie würdest du es sehen, wenn es dein Finger war, der versehentlich dazwischen gekommen ist ...
    **Ich weiß, dass war nicht besonders wissenschaftlich - aber anschaulich**

    Ganz generell wurde dieses Thema hier schon oft diskutiert (leider habe ich z.Zt. keine tollen Link zur Hand). Entsprechend der von dir selbst erstellten Analyse würde ich die Druckluft ausschalten um zu verhindern, dass es noch zu Bewegungen kommen kann (das ist wahrscheinlich auch einfacher als der Vorschlag von André, der natürlich auch seinen Charme hat ...).

    Gruß
    LL

  5. #4
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    Zitat Zitat von Mitschuhbischhi Beitrag anzeigen
    Der Titel sagt es schon soll/muß das Hauptventil abgeschalten werden wenn die Schutztüre geöffnet wird.

    Wir verwenden bistabile Ventile und schalten die Versorgungsspannung zu diesen ab, wenn die Schutztür geöffnet wird.
    Schutztüre auf, kein Ansteuern von gefahrbringenden Bewegungen möglich. So weit so gut.

    Nun ist es aber so, dass die Schutztüre im Normalfall vielleicht so 1x pro Stunde zur Störungsbehebung geöffnet werden muß.
    Das ist ja nahezu schon ein Betriebszustand, wenn man einmal stündlich einen "Fehler" beheben muss. Mit so einer Fehlkonstruktion wäre ich nicht zufrieden.

    Was wenn ein Zylinder seine Endstellung nicht erreicht hat, weil dieser z.B verklemmt ist. Der Bediener löst das eingeklemmte Teil und der Zylinder bricht los.
    Na ja eine Scherstelle reicht und es könnte schon mal einen Finger kosten.

    Reicht hier ein Hinweis auf das Restrisiko in der Doku und bei der Einweisung?
    Wenn ich die Maschine so geliefert bekäme, würdet ihr sie genau so zurück bekommen.

    Die Reihenfolge ist immer technisch, organisatorisch, persönlich. Technisch ist möglich, also muss es auch gemacht werden.


    Ein Entlüften bei jedem öffnen der Schutztüre ist ja nicht immer sinnvoll/möglich da ja eventuell Teile aus Greifer fallen etc. etc.
    Fehlkonstruktion?

    bei größeren Anlagen ist das also für den Bediener eigentlich nicht mehr akzeptabel und führt dann oft letztendlich zum überbrücken der Schutzvorrichtung.
    ... und der damit verbundenen fristlosen Kündigung

    Wie handhabt Ihr dieses Problem?
    ich kenne die Maschine nicht, aber vielleicht kann man mit dem Öffnen der Schutztür eine Art Handbetrieb schaltbar machen, mit der der Bediener das Teil sicher aus dem Greifer bekommt

  6. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu harmi für den nützlichen Beitrag:

    dr schwob (30.06.2009),MSB (27.09.2008)

  7. #5
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    Hi,
    was der Kollege Harmi schreibt sollte Ziel sein!
    Einfach alle Restrisiken in die Betriebsanleitung zuschreiben ist doch keine Lösung, also nochmal nachschauen ob man da nicht was umkonstruieren kann das nicht ständig Störungen kommen.
    Wenn Ihr es dann nicht hinbekommt musst du wohl oder Übel die Luftwegschalten bevor die Tür aufgeht bzw. wenn die Tür aufgemacht wird, aber nur wenn dadurch nicht noch größere Gefahren entstehen. Eine denkbare Lösung ist eine Art Einrichtbetrieb also z.B. sicherer Schlüsselschalter der die Anlage zunächst in einen Sicherenzustand bringt, dann kann man die Tür öffnen und es könnte eine Handbedienung in der Anlage sein die aber nur wirkt wenn man eine Dreistufen-Zustimmtaster betätigt. Dann könnte man die Luft auf der Anlage lassen der geschulte Bediener fährt den Zylinder frei. Aber das sind alles nur Lösungen wenn es dann wirklich nicht anders geht!

    Sowas kann man am einfachsten über eine Programmierbare Safety PLC machen

  8. #6
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    Zitat Zitat von Mitschuhbischhi Beitrag anzeigen
    Ein Entlüften bei jedem öffnen der Schutztüre ist ja nicht immer sinnvoll/möglich da ja eventuell Teile aus Greifer fallen etc. etc.

    Wie handhabt Ihr dieses Problem?
    Hallo,

    Wir lösen das so:
    direkt an den Zylinder kommen pneumatisch-betätigte Sperrventile, die die Luft im Zylinder "einsperren".
    Den Rest der Anlage entlüften wir über "sichere Hauptluftventile"


    @ Safety:
    Sag mal, sitzt du zufällig in der Umgebung von Günzburg?


    MfG

  9. #7
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    Zitat Zitat von Sockenralf Beitrag anzeigen
    "sichere Hauptluftventile"
    Was nutzt ihr da?
    Gruß
    Ralle

    ... there\'re 10 kinds of people ... those who understand binaries and those who don\'t …
    and the third kinds of people … those who love TIA-Portal

  10. #8
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    Hallo,

    Hersteller: Festo
    Typ: MS6-SV (http://www.festo.com/cms/de_de/2855.htm)


    MfG

  11. #9
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    Hi,

    ich glaube hier hat wohl jemand vergessen eine Risikoanalyse zu machen.
    Sonst würden sich jetzt die Fragen nicht stellen.

    Wenn der Finger ab sein kann sind das bleibende Schäden, also momentan mindestens Sicherheitskategekorie 3.

    Das heißt, ein einzelner Fehler muss erkannt werden und darf nicht zum Verlust der Sicherheit führen.
    Das ist aber oben der Fall.

    Mann kann auch unterscheiden zwischen Wartungs- und Schutztür(ständiger Eingriff).
    Einmal pro Stunde zählt aber eher unter ständig.

    Gruß d.

  12. #10
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    Es macht natürlich auch einen Unterschied ob man einen direkten Schutz (zB Schutzzaun) oder einen indirekten Schutz (zB Laserscanner) hat. Bei indirektem Schutz scheiden Impulsventile aus. Entscheidend ist auch ob die Schutztür verriegelt ist oder nicht

    André
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