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Thema: Pressen sicherheit ?! wie sicher muss es sein

  1. #11
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    Hallo,
    ja es ist wohl unterbestimmten Voraussetzungen möglich auf den Not-Taster zu verzichten.
    Aber aus meinen Erfahrungen sind dann die daraus entstehenden Diskussionen und vor allem der ärger und der Zeit aufwand beim Betreiber wesentlich mehr wert wie so ein Taster und eventuell noch ein Relais.
    Du baust hier eine gefährliche Maschine mit Zyklischen Handeingriff, ich kann Dir nur sehr raten dich mit der MRL und entsprechenden Normen auseinander zu setzen.

  2. #12
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    Hallo,

    ich stimme Safety zu, man erspart sich Diskussionen, wenn man
    den Not-Halt vorsieht. Z.B. mit der BG.

    Und es mag ja auch Notsituationen geben, die gemindert werden
    müssen, wenn gerade keiner Zweihand drückt. Z.B. ein abgerissener
    und herumpeitschender Schlauch.

    Oder Du deklarierst und beschriftest den rot-gelben Hauptschalter
    als Not-Aus, wenn er sichtbar und erreichbar ist.

    Gruß
    Tommi

  3. #13
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    Von wegen Hauptschalter ein Schukostecker tut's auch. Hat der TÜV echt so zugelassen! Die BGs unserer Kunden haben's gefressen, jedenfalls habe ich nichts Gegenteiliges gehört.

    Es geht ja auch nicht nur um den Taster, sondern Du brauchst dann ein 24V-Netzteil, ein Nothalt-Gerät, ein Zweihand-Gerät, einen Hauptschalter, einen Schaltschrank, wo Du alles einbaust, ein elektrisches Einschaltventil und und und ...
    Solche Steuerungen hatten wir natürlich auch, aber die haben dann halt das vier- bis fünffache wie die nackte (kleine) Presse gekostet. Das ist dann manchmal schwer zu verkaufen.

    Aber da wir inzwischen ja gehört haben, dass es eine "Maschine" ist, die "programmiert" wird, rate ich natürlich auch dringendst dazu, einen Not-Halt zu verwenden - ich wollte nicht gesagt haben, dass man generell keinen braucht.

    Im Übrigen gibt es durchaus Situationen, wo der Not-Halt die Sicherheit verschlechtert! Beispiel: Not-Halt schaltet die Druckluftversorgung und Steuerung komplett ab und es ist jemand in der Presse eingeklemmt. Wie kriegst Du die dann wieder auf? Brecheisen? Ist die einzige Möglichkeit! Wenn ein Brecheisen grade aufzufinden ist ... (EN13736 fordert an der Maschine ein Schild mit den dann notwendigen Maßnahmen, nicht aber, dass das dann ggf. notwendige Werkzeug bereitgehalten wird. Habe ich schon immer bemängelt.)

  4. #14
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    Zitat Zitat von kpf Beitrag anzeigen
    Im Übrigen gibt es durchaus Situationen, wo der Not-Halt die Sicherheit verschlechtert! Beispiel: Not-Halt schaltet die Druckluftversorgung und Steuerung komplett ab und es ist jemand in der Presse eingeklemmt.
    Wenn die Maschine in diesem Fall nicht öffnet, ist aber schon bei der Konzeptionierung einiges schiefgegangen. Nicht nur deswegen, sondern auch, weil überhaupt niemand in die Presse kommen darf.
    Gruß
    Michael

  5. #15
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    Also wir bauen auch ab und an Dichtheitsprüfgeräte. Nach der Rangfolge der Schutzmaßnahmen muss man zuerst mal konstruktive Lösungen nutzen, z.B. hier indem man die Schließbewegung mit geringer Kraft ausführt, dann klemmt /blockiert/verriegelt und dann erst einen geringen Krafthub zum Abdichten macht. In vielen Fällen kann die Zustellbewegeung manuell erfolgen, nur das Spannen per Luft.
    z.B. kann man manuell mit Gewichtsausgleich durch einen Balancer runter fahren und dann mit Keilschiebern oder Kurzhubzylindern spannen.

    Ansonsten ist eine Zweihand keine schlechte Lösung. Eine Absicherung für Dritte soll durch eine Abschirmung von hinten erfolgen + Warnhinweis. Es gibt genug richtige "Pressen", die so realisiert sind. Das was Du baust ist definitiv keine "Presse", da der Verwendungszweck des Pressens keine Prüfaufgaben umfasst. Die Pressennormen solltest Du daher nicht anwenden, allenfalls als Anregung.

    Je nach Größe kann man mit abschließbaren Druckreglern und manipulationssicher verstifteten Drosseln (z.b. Festo) die Schließgeschwindigkeit und den Druckaufbau so begrenzen, dass ein Herausziehen der Finger in aller Regel möglich ist. Dann reicht PL=d --> Kat 3. Man kann dann Pressensicherheitsventile einsetzen oder aber auch Einzelventillösungen oder von festo "Sicherheitsblock sicheres Reversieren".

    Wegen der Nachlaufzeiten ist eine Zweihand hier günstig. Ansonsten würde ich eine einfache pneumatische Schutztür davor machen. Lichtvorhang ist ggf. in Verbindung mit einer pneumatischen Sicherheitsbremse an der Kolbenstange ohne Probleme mit der Nachlaufzeit machbar. Auch eine Entlastung der herabfahrenden Masse mit Federn macht Sinn (bei Entlasten der Pneumatik steht bereits eine Gegenkraft an), ein Schnellentlastungsventil beschleunigt das Reversieren.
    In Jedem Fall solltest Du die Aufwärtsbewegung konstruktiv sicher gestalten, um nicht auch noch über deren steuerungsmäßiges Absichern nachzudenken.

    Gruss Andreas

  6. #16
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    Wenn Nothalt die Maschine total tot legt und man dann keine Personen befreien kann ist das unschön, aber nicht Schuld des Nothalt. Gerade bei hydraulischen Pressen ist die Frage der Notbefreiung nicht trivial, da man durch die getroffenen Maßnahmen meist andere Schwachstellen schafft. Man weiß ja nicht ob Nothalt ausgelöst wird, weil jemand eingeklemmt ist oder weil ein Hydraulikschlauch gebrochen ist. In letzterem Fall ist das Weiterlaufen der Pumpe kontraproduktiv.

    Manchmal gelingt es, eine Möglichkeit zur mechanischen Befreiung zu schaffen, z.B. wenn es von unten einen beweglichen Amboss/Ausheber gibt, den man absenken kann. Sonst bleibt nur, die Maschine wieder einzuschalten und Grundstellung zu fahren, bei uns öffnet die Maschine dabei stets.

    Kritisch wird es nur wenn man Lichtvorhänge mit zu geringem Abstand hat. d.h. der Verunfallte unterbricht den Lichtvorhang, so dass kein Start der Maschine möglich ist. Aber das sollte bei korrekter Auslegung und Nachlaufmessung nicht geschehen.

    Daher sind wenn möchlich konstruktive Lösungen sinnvoll, die ein Hochfahren des Stempels gefahrlos ermöglichen, da keine Gefahrenstellen vorhanden bzw. die vorgeschriebenen Mindestmaße zum Vermeiden von Quetschstellen (meist für Hand/Arm) eingehalten sind. Dann reversiert die Maschine bei Start trotz unterbrochenem Lichtvorhang. Eine solche Lösung spart ausserdem Taktzeit und ist daher auch beim Kunden gern gesehen....

    Ansonsten muss man schauen was Sinn macht: Neustart der Pumpe + manuell betätigtes Bypassventil mit Drossel zum Öffnen der Maschine z.B.

    Andreas

  7. #17
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    Hallo Andreas,
    danke für Deine praktischen Vorschläge!
    Ich denke aber der Kollege sollte mal mit den Grundlagen anfangen und eine Risikobeurteilung durch führen und die Pressennorm und andere mal lesen dann wird er erkennen an was man alles denken sollte.
    Es gibt viele Lösungen, die mit dem Sicherenreversieren mit dem Festoventil und einer trennenden Schutzeinrichtung eventuell mit Zuhaltung wird oft angewendet. Problematischer wird es wenn man mit nicht trennenden arbeiten muss, das hast Du aber alles beschrieben.

  8. #18
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    @Safety: Full Ack.
    @Andreas: Wir reden hier von pneumatischen, nicht von hydraulischen Pressen. Das ist nur "fast" dasselbe ... Im Übrigen ist es der Norm für pneumatische Pressen völlig wurscht, ob gepresst, gefügt, geprägt, verstemmt, gemessen oder sonstwas wird, m.E. gilt diese im vorliegenden Fall sehr wohl.
    @M-Ott: Im Prinzip gebe ich Dir völlig recht. Bei Pressen mit reinem Handbetrieb (einschl. Einlegen der Werkstücke) kann man aber z.T. keine entsprechenden Maßnahmen treffen. Ein Lichtvorhang scheitert z.B. am Nachlauf des Pneumatikzylinders (plus Schaltzeit des Ventils), man kommt hier einfach auf Sicherheitsabstände, die ein Bedienen der Maschine unmöglich machen. Daher gibt es in manchen Fällen keine sinnvolle konstruktive Lösung außer der Zweihandstuerung (ebenfalls mit ausreichendem Abstand), der Rest muss über Arbeitsanweisung passieren (z.B. Verbot, dass mehr als eine Person an der Presse arbeitet).

  9. #19
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    Zitat Zitat von kpf Beitrag anzeigen
    Bei Pressen mit reinem Handbetrieb (einschl. Einlegen der Werkstücke) kann man aber z.T. keine entsprechenden Maßnahmen treffen.
    Doch, zum Beispiel durch den Einsatz sicherer Werkzeuge, steht aber auch nochmal in den DIN EN 692 & 693.
    Gruß
    Michael

  10. #20
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    Sichere Werkzeuge haben eine Öffnung < 6mm. Wenn Du höhere Teile einlegen musst, geht auch das nicht mehr.
    Für pneumatische Pressen gilt die EN 13736. EN 692/693 sind nur "fast" gleich.

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