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Thema: Pressen sicherheit ?! wie sicher muss es sein

  1. #1
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    Morgen,

    Bauen gerade eine Maschine zum Dichtprüfen. Hier bei wird in eine Form das zu Prüfende teil gelegt. Bei Start dichtet ein pneumatikzylinder (kraftei) 3t das teil ab. Da dies einer Presse gleichkommt und die Spalt zum einlegen eine Hand reinpasst quängel ich nun rum! 3t + hand = pizza ...
    so habe nun schon ein sicherheitspressenventil verbaut. Jetzt soll das teil nur über eine 2-Hand-Auslösung gestartet werden reicht das wirklich? was ist mit Schutz gegen 3te? Lichtschranke hat reaktionszeit diese müsste ja dann etliche cm vor die presse.

    wo finde ich denn irgendwas mit vergleichbaren sachen. bei uns hat irgendwie keiner einen plan wie sicher das wirklich sein soll jetzt mit den neuen richtlinien ....
    Zitieren Zitieren Pressen sicherheit ?! wie sicher muss es sein  

  2. #2
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    Hallo,
    zunächst die MRL:
    ANHANG IV
    Kategorien von Maschinen, für die eines der Verfahren nach Artikel 12 Absätze 3 und 4 anzuwenden ist
    9. Pressen, einschließlich Biegepressen, für die Kaltbearbeitung von Metall mit Handbeschickung und/oder Handentnahme, deren beim Arbeitsvorgang bewegliche Teile einen Hub von mehr als 6 mm und eine Geschwindigkeit
    von mehr als 30 mm/s haben können.
    Die dürfte bei Deiner Maschine nicht zutreffen. Also keine Presse nach MRL. Was nicht bedeutet dass Deine Maschine weniger gefährlich ist.
    Es gibt eine Typ C Norm für DIN EN 13736 Sicherheit von Werkzeugmaschinen Pneumatische Pressen, diese würde ich als Art Leitlinie nehmen.
    Ansonsten muss man bei Zweihandsteuerungen auch Sicherheitsabstände berechnen und einhalten siehe DIN EN ISO 13855. Auch die DIN EN ISO 13849-1 und -2 werden für Dich interessant sein da Du einen PLr von e (aus der Ferne geschätzt) erreichen musst. Ansonsten gibt es auch für Pneumatikanwendungen eine Norm DIN EN ISO 4414.
    Für die Zweihandsteuerung gilt die DIN EN 574.

    Bedenken solltest Du auch ob eine nicht trennende Schutzeinrichtung wie z.B. Zweihandsteuerung, keine Trennung vorhanden ist bedeutet was passiert bei einem Fehler, wegfliegende Teile, Platzen von einen Prüfling usw. ich denke hier sollte eine trennende Schutzeinrichtung hin.

  3. Folgender Benutzer sagt Danke zu Safety für den nützlichen Beitrag:

    erzteufele (11.10.2011)

  4. #3
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    Hallo,
    bei "Presse"werde ich natürlich hellhörig...

    1. Für mich ist das auf jeden Fall eine Presse.
    2. Für pneumatische Pressen gilt EN 13736, guck evtl. da mal rein.
    3. Der TÜV Süd hat mir anläßlich einer Baumusterprüfung mal erlaubt, das Norgren-Sicherheitsventil direkt über zwei Jokab-Safeballs per 230V anzusteuern (sorry für die Schleichwerbung, aber das ging nur in genau dieser Kombination mit ein paar Randbedingungen bzgl. Verkabelung - bei anderen Tastern oder anderem Ventil wäre ein Zweihandgerät und damit auch ein 24V-Netzteil gefordert gewesen, was halt viel teurer ist)
    4. Der berechnete Sicherheitsabstand (Norm weiß ich gerade nicht auswendig) zwischen Zweihandtastern und Quetschstelle ist natürlich auf jeden Fall einzuhalten - als Annäherungsgeschwindigkeit muss hier 2000 mm/s eingesetzt werden!
    5. Eine Absicherung gegen Eingriffe Dritter ist nicht erforderlich, es ist hier per Betriebsanleitung und Arbeitsanweisung sicherzustellen, dass nur eine Person an der Presse arbeitet.
    6. Einen extra Not-Halt brauchst Du nicht, da zum Schlagen desselben ja ein Zweihandtaster losgelassen werden müßte - und da steuert das Pressensicherheitsventil sowieso schon auf.

    Hoffe, das hilft erst mal ...
    Zitieren Zitieren Kann man so machen  

  5. Folgender Benutzer sagt Danke zu kpf für den nützlichen Beitrag:

    erzteufele (11.10.2011)

  6. #4
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    Ob man hier eine zusätzliche Schutzmaßnahme in Form einer Handlung im Notfall benötigt ist abhängig von einer Risikobeurteilung, die Angesprochene Norm 13736 fordert einen Not-Halt ich würde hier auch nicht darauf verzichten. Und ob man für eine solche Maschine Sonderlösungen anstreben sollte hängt von Wirtschaftlichen Erwägungen ab. Ich denke aber es ist immer einfacher Zertifizierte und Baumustergeprüfte Bauteile und Lösungen einzusetzen.

  7. #5
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    Zitat Zitat von Safety Beitrag anzeigen
    Bedenken solltest Du auch ob eine nicht trennende Schutzeinrichtung wie z.B. Zweihandsteuerung, keine Trennung vorhanden ist bedeutet was passiert bei einem Fehler, wegfliegende Teile, Platzen von einen Prüfling usw. ich denke hier sollte eine trennende Schutzeinrichtung hin.
    So einen Fall hatte ich neulich, wegfliegende Teile, niemand (inclusive meiner Wenigkeit) konnte sich sowas vorstellen.

    Da waren mein Kollege und ich beide blaß!!!!!!!!

    Gruß
    Tommi

  8. #6
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    Ich habe grad keine EN 13736 zur Hand, aber nach meiner Erinnerung ist ein Not-Halt nur gefordert, wenn er die Sicherheit erhöht, bzw. andersrum kann er weggelassen werden, wenn dies nicht der Fall ist. Und bei Einmannbedienung bei reiner Zweihandbetätigung kann man es so sehen, dass er nicht benötigt wird. Hat der TÜV auch so bestätigt.
    Vorauusetzung: Presse öffnet beim Loslassen der Zweihand selbsttätig.

    Wegfliegende Teile hängen natürlich vom Arbeitsvorgang ab (und z.B. der Form der Form ). Ob eine trennende Schutzeinrichtung erforderlich ist, ergibt die Risikobeurteilung.

    Natürlich spielen auch wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle, bei meinen damaligen simplen Pneumatikpressen war das Sicherheitsventil allein schon teurer als die Presse selbst, daher das Bestreben, eine möglichst kostengünstige, noch verkaufbare und trotzdem baumustergeprüfte Lösung zu finden.

  9. #7
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    danke

    muss ich mich jetzt wirklich mit den normen rumärgern ? ich mein ich weiger mich grad nur die maschine zu programmieren weil mir die sicherheit nicht passt

    unser elektriker hat auch einfach zwei normale taster und ein sicherheitsrelais genommen für die zweihand braucht dies denn keine speziellen taster?

    werde mal weiter stochern

  10. #8
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    Zitat Zitat von erzteufele Beitrag anzeigen
    unser elektriker hat auch einfach zwei normale taster und ein sicherheitsrelais genommen für die zweihand braucht dies denn keine speziellen taster?
    Die Zweihandtaster werden vom Zweihand-Relais überwacht. Insofern reichen da meist normale Schaltelemente. Ein Blick in das Manual des verwendeten Zweihandrelais hilft da.
    Allerdings gibt es Vorschriften in Bezug auf Abstand und Betätigungsmöglichkeiten und Manipulatiossicherheit. Wenn du hier auf Nummer sicher gehen willst, dann nimm ein fertiges Zweihandpult (z.B. Siemens 3SB3863-4BB oder was ähnliches). Gerade wenn du wirklich eine Presse baust, würd ich hier keine Kompromisse eingehen.

    Gruß
    Dieter

  11. #9
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    Manche Zweihandrelais (z.B. Sick) reagieren allergisch auf überschneidende Öffner+Schließer, da gibt's dann einen (kurzen) Kurschluss zwischen +24V und -24V und das Gerät (das die -24V erzeugt) geht nach kurzer Zeit kaputt. Wir haben mal elend lange gesucht, warum die Zweihandgeräte immer ausfallen, das war die Lösung.
    Also nicht überschneidende Taster nehmen oder ein Zweihandgerät, das das abkann.
    Angaben zum Aufbau der Zweihandtaster findest Du in EN 574 (ist die EN 13851 noch nicht harmonisiert? <wunder>) - um die Normen wirst Du nicht rumkommen.
    BTW: was heißt "programmieren"? Die Zweihandauslösung geht aber nicht über eine Steuerung, oder? Die EN 13736 fordert bedingungslos PLe!

  12. #10
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    Zitat Zitat von erzteufele Beitrag anzeigen
    danke

    muss ich mich jetzt wirklich mit den normen rumärgern ? ich mein ich weiger mich grad nur die maschine zu programmieren weil mir die sicherheit nicht passt

    unser elektriker hat auch einfach zwei normale taster und ein sicherheitsrelais genommen für die zweihand braucht dies denn keine speziellen taster?

    werde mal weiter stochern
    Ich hoffe nur das dann die anderen Kollegen auch mal genau in Deinem Programm stochern.
    Ich suche auch noch ein ungefährliches Auto mit dem man keinen schädigen oder überfahren kann.
    Viel wichtiger ist es meiner Meinung nach nicht jeden Blödmann als Bediener an die die Maschinen zu stellen.

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