Zuviel Werbung? - > Hier kostenlos beim SPS-Forum registrieren

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 18

Thema: Ganz hypothetischer Normalfall

  1. #1
    Registriert seit
    07.09.2011
    Beiträge
    101
    Danke
    17
    Erhielt 16 Danke für 12 Beiträge

    Frage


    Zuviel Werbung?
    -> Hier kostenlos registrieren
    Hallo Leute,

    Hab da so ein Fall – natürlich alles total hypothetisch.

    Angenommen ein Kunde bestellt bei unserer Firma ein Maschinen- Element (Unvollständige Maschine) die hausintern mit den uns zur Verfügung gestellten Informationen mit einem PLr e bewertet wird.

    Dieses gute Stück wird ausgeliefert und beim Kunden von dessen Monteuren montiert. Die Vereinbarte Schnittstelle entspricht auf der Kundenseite aber nicht PLr e, sondern kommt aus einer Zeit, in der die Maschinen- Richtlinie noch gar nicht erfunden wurde!

    Wer muss bei einem Unfall den Kopf hin halten? Unsere Seite wäre prinzipiell OK, aber die Gegenseite kann in aktueller Version auf keinen Fall die geforderten Bedingungen erfüllen.

    Wie soll ich mich in einem solchen Fall auf Inbetriebnahme verhalten?
    Reicht es, wenn ich den Mangel schriftlich bekannt mache und mir die Mitteilung bestätigen lasse?

    Angenommen die Maschine ist so abenteuerlich, dass sie jedem bereits auf Abstand Respekt einflößt. Die Gefahr ist so unmittelbar, dass ein Warnschild wie eine Parodie wirkt – ganz hypothetisch...

    Gibt es so was wie eine Vermutungswirkung, die davon ausgeht, dass niemand so dämlich ist und dem Ungeheuer zu nahe kommt?

    Würde mich echt freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen schildern könntet.

    Der Wutbürger
    Zitieren Zitieren Ganz hypothetischer Normalfall  

  2. #2
    Registriert seit
    06.01.2005
    Ort
    im schönen Lipperland
    Beiträge
    4.472
    Danke
    498
    Erhielt 1.143 Danke für 736 Beiträge

    Standard

    Das gibt es doch dieses tolle Wort der "wesentlichen Veränderung" ..... aber im laufe des Tages werden dir die Experten da schon auf die Sprünge helfen.
    Früher gab es Peitschen .... heute Terminkalender

  3. #3
    Registriert seit
    30.10.2009
    Ort
    10 km vom Herzen der Natur
    Beiträge
    1.626
    Danke
    120
    Erhielt 340 Danke für 255 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Wutbürger Beitrag anzeigen
    Gibt es so was wie eine Vermutungswirkung, die davon ausgeht, dass niemand so dämlich ist und dem Ungeheuer zu nahe kommt?
    Eher andersrum: Du musst bei der Sicherheit von der Vermutung ausgehen, dass alles, was möglich ist, irgendwann von irgendjemandem gemacht wird.
    Gruß
    Michael

  4. #4
    Registriert seit
    19.07.2010
    Beiträge
    1.289
    Danke
    213
    Erhielt 267 Danke für 233 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Wutbürger Beitrag anzeigen
    Hallo Leute,

    Angenommen ein Kunde bestellt bei unserer Firma ein Maschinen- Element (Unvollständige Maschine) die hausintern mit den uns zur Verfügung gestellten Informationen mit einem PLr e bewertet wird.
    In diesem Fall ist auf alle Fälle was schief gelaufen. Entweder habt ihr bei er Angebotserstellung verschlafen, die Altanlage sicherheitstechnisch nachzurüsten um auf PLe zu kommen oder ihr habt verschlafen die Inbetriebnahme der erweiterung an jemand anderes abzudrücken... Dann sollte eigentlich eine Einbauerklärung reichen.
    mfG Aventinus

  5. #5
    Registriert seit
    27.09.2010
    Beiträge
    516
    Danke
    36
    Erhielt 63 Danke für 56 Beiträge

    Standard

    und eine mangelmeldung mit quittierung ist kein persilschein.

    Von deiner Seite ist es viel mehr so das:
    - Du den Mangel schriftlich bekannt gibst
    - Du dir den Mangel quittieren läßt
    - Du schriftlich den Gewährleistungsverlust nach VOB anmeldest
    - Du die Maschine nach techn. Möglichkeiten stilllegst
    - Du dir Quittieren läßt das du die Maschine stillgelegt hast
    - Der Kunde dir quittiert das dass Vertragsverhältniss aufgelößt wird

    Wenn diese Kriterien (welche zumeist größere Nerven vorab kosten und rufscvhädigend sind) erfüllt sind, hast du vor Gericht und Gott im Fall der Fälle was in der Hand, die allgemeine Rechtsprechung würde in solch einem Fall (der Kunde reaktiviert die Anlage auf eigene Faust) grobe Fahrlässigkeit des Kunden vorraussetzen.

    Wird aber angezweifelt das die Maschine tatsächlich ordnungsgemäß stillgelegt wurde, wirds schwierig, in jedem Fall bist du in der Pflicht die Personen-Sicherheit der durch dich gelieferten Komponenten zu gewährleisten, schlimmer sogar trägst du mitverantwortung für die Teile der Anlage, welche durch deine Maschine direkt oder indirekt tangiert werden.

  6. #6
    Registriert seit
    07.11.2011
    Beiträge
    93
    Danke
    2
    Erhielt 8 Danke für 8 Beiträge

    Standard

    Hallo,

    schön mal wieder eine Frage zu lesen aus dem realen Leben draussen in der (Poduktions)Welt.

    Die Rezepte dazu stammen vielfach wie so oft (hier) aus dem Lehrbuch. Ich möchte den In-
    betriebnehmer sehen der mal locker das Vertragsverhältniss zwischen seinem Arbeitgeber und
    dem Auftraggeber auflöst ... da steht dann wohl eher ein anderes Vertragsverhältniss zur disposition.

    Also da gibt,s nur eines - möglichts schnell wieder weg und möglichst wenig spuren hinterlassen !

    Im Ernst, ein echtes - und sehr reales - Problem, ich werd mich später nochmal ausführlicher äussern.

    MfG

  7. #7
    Registriert seit
    06.10.2009
    Ort
    NRW
    Beiträge
    1.572
    Danke
    63
    Erhielt 259 Danke für 219 Beiträge

    Standard

    Es bestimmt nicht ganz so klar schwarz oder weiss, aber eigentlich liegt es doch auf der Hand:

    Ihr macht eine Einbauerklärung für Euren Maschinenteil. Derjenige der dann die CE-Erklärung macht ist doch verantwortlich dafür, dass die Gesamtmaschine konform zur Maschinenrichtlinie ist.
    Ich würde an dieser Stelle nur informieren. Das zwar schon in aller Deutlichkeit, aber damit sollte der Verantwortung doch genüge getan sein.
    Meine Motivation läuft nackig mit einem Cocktail über eine Wiese.

  8. #8
    Registriert seit
    14.06.2008
    Ort
    Pirmasens
    Beiträge
    1.794
    Danke
    94
    Erhielt 727 Danke für 457 Beiträge

    Standard

    Hallo,
    hier einiges zu dem Thema, bitte besonders den Fettgedruckten Abschnitt lesen!!!!!

    Zu dem Beitrag Praxisrelevante Beiträge:
    Ich bin sehr Dankbar für rechtsbelastbare Informationen die einem helfen die MRL um zusetzen und daher sehr gespannt wie man in der Praxis hier vorgeht.

    Die Leitlinie sieht den Einbauenden in der Verantwortung, aber vielleicht kennt jemand ein Schlupfloch. Die Marktüberwachung wird diesen Text zugrunde legen.



    § 18 Unvollständige Maschinen
    Erwägungsgrund 16 führt den Begriff unvollständiger Maschinen ein – siehe § 46:
    Anmerkungen zu Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe g und Absatz 2 Buchstabe g. Das
    Inverkehrbringen unvollständiger Maschinen wird durch ein besonderes Verfahren
    geregelt – siehe § 131: Anmerkungen zu Artikel 13. Unvollständige Maschinen
    können die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen in
    Anhang I nicht in vollem Umfang erfüllen, da bestimmte Risiken möglicherweise
    daraus herrühren, dass die Maschine noch unvollständig ist, oder sich aber aus
    der Schnittstelle zwischen der unvollständigen Maschine und dem übrigen Teil der
    Maschine oder der Gesamtheit von Maschinen ergeben, in die die unvollständige
    Maschine eingebaut werden soll. Hersteller unvollständiger Maschinen müssen
    jedoch in einer Einbauerklärung angeben, welche der grundlegenden Sicherheits und
    Gesundheitsschutzanforderungen erfüllt wurden – siehe § 385: Anmerkungen
    zu Anhang II 1 Abschnitt B, und § 394: Anmerkungen zu Anhang VII Teil B.
    Wenn sie als unvollständige Maschinen in Verkehr gebracht werden, dürfen sie keine
    CE-Kennzeichnung tragen, es muss jedoch eine Einbauerklärung und
    Montageanleitung beigefügt sein – siehe § 104: Anmerkungen zu Artikel 5
    Absatz 2, und § 131, Anmerkungen zu Artikel 13.
    § 39 Gesamtheiten von Maschinen, die aus neuen und bereits
    existierenden Maschinen bestehen
    Die Maschinenrichtlinie gilt für Maschinen, wenn diese in der EU erstmals in
    Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden. Dabei handelt es sich in der
    Regel um neue Maschinen – siehe § 72: Anmerkungen zu Artikel 2 Buchstabe h.
    Demzufolge handelt es sich bei den Gesamtheiten von Maschinen, auf die im
    vierten Aufzählungspunkt in Artikel 2 Buchstabe a verwiesen wird, normalerweise
    um neue Gesamtheiten mit neuen Maschinen. Bei bereits in Betrieb genommenen
    (zur Arbeit benutzten) Maschinen muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass
    Konformität und Sicherheit der Maschinen während der gesamten Lebensdauer
    der Maschine entsprechend den einzelstaatlichen Bestimmungen zur Umsetzung
    der Richtlinie 2009/104/EG erhalten bleiben – siehe § 140: Anmerkungen zu
    Artikel 15.
    In bestimmten Fällen können eine oder mehrere der einzelnen Einheiten
    bestehender Gesamtheiten von Maschinen durch neue Einheiten ersetzt werden,
    oder Gesamtheiten von Maschinen können um neue Einheiten erweitert werden.
    Es stellt sich somit die Frage, ob eine Gesamtheit von Maschinen, die aus neuen
    und bereits existierenden Einheiten besteht, insgesamt der Maschinenrichtlinie
    unterliegt. Es ist nicht möglich, exakte Kriterien anzugeben, um die Frage für jeden
    speziellen Einzelfall beantworten zu können. Im Zweifelsfall sollten sich daher
    diejenigen, die eine entsprechende Gesamtheit von Maschinen herstellen, an die
    zuständigen einzelstaatlichen Behörden wenden. Die folgenden Hinweise können
    als grundsätzliche Leitlinien dienen:
    1. Wenn durch das Auswechseln oder Hinzufügen einer einzelnen Einheit in einer
    bestehenden Gesamtheit von Maschinen der Betrieb oder die Sicherheit des
    restlichen Teils der Anlage nicht wesentlich beeinflusst wird, kann diese neue
    Einheit als Maschine betrachtet werden, die der Maschinenrichtlinie unterliegt;
    in diesem Fall sind für diejenigen Teile der Gesamtheit, die nicht von der
    Änderung betroffen sind, keine weiteren Maßnahmen nach den Bestimmungen
    der Maschinenrichtlinie erforderlich. Der Arbeitgeber ist weiterhin für die
    Sicherheit der vollständigen Gesamtheit von Maschinen verantwortlich,
    entsprechend den nationalen Vorschriften zur Umsetzung der Richtlinie
    2009/104/EG – siehe § 140: Anmerkungen zu Artikel 15.
     Wenn es sich bei der neuen Einheit um eine vollständige Maschine
    handelt, die auch eigenständig betrieben werden könnte, die eine
    CE-Kennzeichnung trägt und zu der eine EG-Konformitätserklärung
    mitgeliefert wird, gilt die Einbindung der neuen Einheit in die
    bestehende Gesamtheit als Installation der Maschine und es gibt
    keinen Anlass für eine neue Konformitätsbewertung,
    CE-Kennzeichnung oder EG-Konformitätserklärung.
    Wenn die neue Einheit aus einer unvollständigen Maschine gebildet
    wird, zu der eine Einbauerklärung und eine Montageanleitung
    mitgeliefert werden, gilt derjenige, der die unvollständige Maschine in
    die Gesamtheit der Maschinen integriert, als Hersteller der neuen
    Einheit. Er muss daher eine Beurteilung sämtlicher Risiken
    durchführen, die sich aus der Schnittstelle zwischen der
    unvollständigen Maschine, anderen Ausrüstungen und der
    Gesamtheit der Maschinen ergeben können, alle relevanten
    grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen
    einhalten, die vom Hersteller der unvollständigen Maschine nicht
    angewandt wurden, nach der Montageanleitung vorgehen, eine EGKonformitätserklärung ausstellen und die CE-Kennzeichnung an der
    eingebauten neuen Einheit anbringen.
    2. Wenn durch das Auswechseln oder Hinzufügen neuer einzelner Einheiten in
    einer bestehenden Gesamtheit von Maschinen der Betrieb oder die Sicherheit
    des restlichen Teils der Anlage wesentlich beeinflusst wird oder dies eine
    wesentliche Veränderung der Gesamtheit nach sich zieht, kann davon
    ausgegangen werden, dass die Änderung als Aufbau einer neuen Gesamtheit
    von Maschinen zu betrachten ist, auf welche die Maschinenrichtlinie
    anzuwenden ist. In diesem Fall muss die vollständige Gesamtheit von
    Maschinen einschließlich aller einzelnen Einheiten, aus denen diese
    Gesamtheit besteht, die Bestimmungen der Maschinenrichtlinie erfüllen. Dies
    ist auch erforderlich, wenn eine neue Gesamtheit von Maschinen aus neuen
    und gebrauchten Einheiten aufgebaut wird.

  9. #9
    Registriert seit
    07.11.2011
    Beiträge
    93
    Danke
    2
    Erhielt 8 Danke für 8 Beiträge

    Standard

    sag ich doch ...

    Also - natürlich nur für den rein hypothetischen Fall - Wutbürger soll diese Anlage inbetriebnehmen
    bleibe ich bei meinem Tipp aus der zuvor mit gekennzeichneten Zeile.


    MfG

  10. #10
    Registriert seit
    17.07.2009
    Ort
    Am Rande der Ostalb
    Beiträge
    5.485
    Danke
    1.141
    Erhielt 1.243 Danke für 974 Beiträge

    Standard


    Zuviel Werbung?
    -> Hier kostenlos registrieren
    Ich denke solche Fragen / Themen werden wir in Zukunft noch öfters hier lesen können.
    Letzlich stecken aber immer beide Vertragsseiten drin. Du darfst eine unsichere Anlage nicht in Inbetriebnehmen und der Kunde darf seine Mitarbeiter keiner Gefahr aussetzen und somit die Anlage nicht betreiben.
    Der Rest ist dann - eigentlich - Vetragsrecht und Spielwiese für die Juristen
    Ich persönlich würde die Anlage - wenn überhaupt nur testen - aber nicht Inbetriebnehmen.
    Evtl. könnt ihr im Einvernehmen mit dem Kunden einen unabhängigen Sicherheitssachverständigen hinzuziehen.

    Gruß
    Dieter

Ähnliche Themen

  1. Biete ganz neues OP177B
    Von sps-freak im Forum Suche - Biete
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 09.04.2008, 14:04
  2. Ürlöschen. Was passiert ganz genau?
    Von Lobo im Forum Simatic
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 02.09.2007, 21:46
  3. Ist bestimmt ganz einfach! :)
    Von Creepdog im Forum Programmierstrategien
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 15.06.2006, 02:37
  4. ganz billige Frage?!
    Von Frank Wiedekamm im Forum Simatic
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 21.10.2005, 11:53

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •