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Thema: Risikobeurteilung / Risikominderung / SF mit PL

  1. #11
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    Hallo,

    hängt sicher von der RB ab und der Höhe des Risiko, das ich mindern muss.
    Wenn der Zugang selten ist (F1) und es Möglich ist unter bestimmten Bedingungen die Gefährdungssituation zu vermeiden oder erheblich zu reduzieren (P1) -> auch durch den Zustimmtaster, denn dazu ist der ja da, dann komm ich auf einen PLr von max c. Den
    erreicht man mit einer Kat 1 - Struktur (1-Kanalig ohne Rückführung/Überwachung). Wo
    ist da die Begründung für eine "sichere" Geschwindigkeit zu sehen, die ja auf dem Niveau
    Kat 3/4 bzw. PLd/e angesiedelt ist.

    MfG

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu Profilator für den nützlichen Beitrag:

    cramled (14.08.2012)

  3. #12
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    Hallo zusammen,
    Danke für die Einschätzungen.
    Gerade die RB ob wir im PLc oder PLd landen finde spannend.
    Bei uns handelt es sich um eine Zelle mit einem XY Portal mit Schütztüren, nicht begehbar. Dauer des Zugangs bzw. Überbrückung der Türen nicht häufiger als 1x pro Stunde.
    Restrisiko "Servo startet mit einer höheren Geschwindigkeit als erwartet, Bediener kann via ZT nicht mehr stoppen und es kommt zu einer Quetschung".
    Eine erste Vermeidung wäre möglich via SW möglich-> via Bus Geschwindigkeit setzen -> via Bus Geschwindigkeit abfragen -> wenn Anfrage IO - Bewegung starten.
    Sollte der Antrieb nun schneller starten wie erwartet müssen bereits zwei Fehlfunktionen vorliegen.
    Fehler im 1. Auftrag: Vorgabewert nicht angenommen aber fehlerfrei quittiert
    Fehler im 2. Auftrag: korrekte Geschwindigkeit zurückgemeldet aber anschließend schneller gestartet
    Kann eine solche Lösung - nur Software - gelten ?

    Ich möchte mich nicht gegen den Einsatz eines sicheren Antriebsverstärkers stemmen, jedoch bedeutet dies heute teilweise, dass der Sprung auf größere Produktfamilien bei den Herstellern vorgenommen werden muss. Nicht nur höhere Kosten, auch größere Baugrössen, kleine Schutzarten und somit eine negative Auswirkung auf Schaltschrank sind folgen.

  4. #13
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    Hallo,
    Fangen wir bei der Grundforderung an:
    MRL: 1.2.5
    der Betrieb gefährlicher Funktionen ist nur unter geringeren
    Risikobedingungen möglich, und Gefährdungen, die sich aus
    Befehlsverkettungen ergeben, werden ausgeschaltet;
    Leitfaden:
    die dritte Voraussetzung schreibt vor, dass die Deaktivierung der normalen
    Schutzvorrichtungen durch andere Schutzmaßnahmen kompensiert werden
    muss, beispielsweise durch eine geringere Betriebsgeschwindigkeit und/oder Schrittbetrieb der beweglichen Teile. Die Schutzfunktion muss für gefährliche Teile, zu denen kein Zugang erforderlich ist, aufrechterhalten bleiben;

    Also die geringere Betriebsgeschwindigkeit wird zur Risikominderung gefordert da ja jetzt z.B. bei geöffneter verriegelter trennender Schutzeinrichtung eine Gefährliche Bewegung zugelassen wird. Die geringe Geschwindigkeit ist aber nur eine Maßnahme.

    Welches Gefährdungsereignis müssen wir jetzt in Risikobeurteilung betrachten:
    Ursprung in Zusammenhang stehend mit:
    der Steuerung:
    Gefährdungsereignis:
    - Herabfallen oder Herausschleudern eines sich bewegenden Maschinenteils oder eines in der Maschine festgeklemmten Werkstückes
    -Ausfall von Einrichtungen zum Anhalten von sich bewegenden Teilen
    -Maschinentätigkeit als Ergebnis der Wirkungslosigkeit (Umgehen oder Ausfall) von Schutzeinrichtungen
    -ungesteuerte Bewegungen (einschließlich Geschwindigkeitsänderung)
    -unbeabsichtigter/unerwarteter Anlauf
    -weitere Gefährdungsereignisse durch Ausfälle oder unzureichende Konstruktion der Steuerung

    Also es ist eine Risikominderung nach MRL nötig siehe 1.2.5 und die Risikobeurteilung hat die oben aufgeführte Gefährdungsereignis ergeben.
    Jetzt muss man nach MRL und DIN EN ISO 12100 das Risikoeinschätzen, hier gibt es kein genormtes Verfahren also können wir uns was aussuchen. Wie auch immer wenn man bei dieser Einschätzung zu dem Schluss kommt es ist eine Risikominderung nötig dann greift das 3 Schritt verfahren.
    1. Inhärent sicher Konstruktion
    2. Technische Schutzmaßnahme
    3. Benutzerinformation und Schulung

    Wir werden dann beim Schritt 2 landen und da es eine Steuerungstechnische Maßnahme ist die DIN EN ISO 13849-1 anwenden. Hier ist einer der ersten Schritte eine weitere Risikoeinschätzung um den PLr zu ermitteln, auch nicht genormt.

    Wenn für diese Maschine eine Typ-C Norm existiert ist es immer sehr ratsam da auch nach zu sehen, denn man geht davon aus, dass hier der Stand der Technik zum Erstellungszeitraum vorgelegen hat und dieses Niveau ist das was der Gesetzgeber mindestens verlangt. Es ist aber immer noch zu prüfen ob es nicht schon einen besseren Stand der Technik gibt.

    Auch wenn man keine C-Norm findet sollte man sich Lösungen ansehen die Ähnliche Risiken abdecken wie die bei der zu konstruierenden Maschine.

    So was steht nun in diesen Typ-C Normen zu der Grenzgeschwindigkeitsüberwachung oder Kriechgang oder verminderten Geschwindigkeit. Hier kann man sich mal ansehen wie die Ersteller das Risiko der Geschwindigkeitsänderung eingeschätzt haben, ist ja der für diesen Maschinentyp gegeben Stand der Technik.

    EN ISO 23125:
    Grenzdrehzahlüberwachung für Spindeln = PLd
    Grenzgeschwindigkeitsüberwachung für Achsen = PLc

    EN 1010-1
    Kriechgeschwindigkeit = PLd

    DIN EN 13218
    5.10.4.3 Einrichtbetrieb
    Beim Einrichtbetrieb sind bei geöffneten trennenden Schutzeinrichtungen Bewegungsabläufe zulässig, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
    - die Schleifspindel darf eingeschaltet sein, es erfolgt aber keine Bearbeitung, die Umfangsgeschwindigkeit des Schleifkörpers darf 50 m/s nicht überschreiten,
    - Begrenzung der Vorschubgeschwindigkeit für das Verfahren der Achsen auf 2 m/min oder auf schrittweise Bewegungen von nicht mehr als 6 mm. Achsen mit Verfahrwegen von mehr als 1 m dürfen mit Vorschubgeschwindigkeiten bis 5 m/min verfahren werden.
    Die Steuerung der Bewegungen muss mit Tippschaltung oder mit einem elektronischen Handrad und
    Not-Aus-Einrichtung in unmittelbarer Nähe erfolgen, wenn die Begrenzung der Vorschubgeschwindigkeiten bei Maschinen mit elektronischer Steuerung gemäß Kategorie 3, bei Maschinen ohne elektronische Steuerung gemäß Kategorie 1 nach EN 954-1 ausgeführt ist.
    Wenn die Begrenzung der Vorschubgeschwindigkeiten gemäß Kategorie B nach EN 954-1 erfolgt, muss die Steuerung der Bewegungen mit Tippschaltung in Verbindung mit einer 3-stufigen Zustimmeinrichtung oder 2-stufigen Zustimmeinrichtung mit Not-Aus-Einrichtung erfolgen.
    -Begrenzung der Drehzahl der Werkstückspindel auf n ≤ 50 min−1. Bei regelbarem Antrieb ist für die Drehzahlbegrenzung Kategorie 3 nach EN 954-1 anzuwenden. Die Steuerung der Bewegung muss mit Tippschalter oder mit einem elektronischen Handrad und Not-Aus-Einrichtung in unmittelbarer Nähe oder mit Starttaste in Verbindung mit einer Zustimmeinrichtung erfolgen.

    DIN EN 13898
    Reduzierte Geschwindigkeit = Kategorie 3
    DIN EN 14070
    Geschwindigkeitsbegrenzungssteuerung, = Kategorie 3, falls nicht erreichbar Kombination mit Zustimmtaste und weitere Maßnahmen.
    Bei der EN 12417 Bearbeitungszentren muss man den Anwendungsbereich beachten:
    1.5 . Bei Gefährdungen die aus anderen Bearbeitungsverfahren herrühren (z:B. Schleifen, Drehen, Umformen, Elektroerodieren (EDM), Laser-Bearbeitung), werden durch andere Normen abgedeckt (siehe Literaturhinweise).

    Bedeutet man muss sich auch diese C-Normen ansehen.

    EN 201
    Kombination von Zustimmtaster = Kategorie 1 Geschwindigkeit = Kategorie B



    Es ist also Abhängig von der Risikobeurteilung, wie man sieht gibt es verschiedene Ergebnisse in den Normen, aber die meisten die eine Risikoeinschätzung für die Geschwindigkeitsänderung machen kommen zu einem Sicherheitsniveau, welches man dann erfüllen muss und das ist mit einfacher Softwarelösung schwer.

  5. Folgender Benutzer sagt Danke zu Safety für den nützlichen Beitrag:

    cramled (14.08.2012)

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