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Thema: Regelung im OB1 ?

  1. #1
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    Hallo,

    hab hier nen bestehendes Programm, das seine Regler (FB41) über den OB1 aufruft. In meinen Augen ziemlich fahrlässig, sowas zu tun.
    Oder gibt es da einen Trick, womit das trotzdem gescheit geht?

    Gruss

    kiestumpe
    Zitieren Zitieren Regelung im OB1 ?  

  2. #2
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    Hallo,

    es wird sehr viele Fälle geben in denen es gut funktioniert.
    Um dieses zu erklären muss man ein wenig ausholen.
    Entsprechend der ganzen Theorie (la Place, Z-Transformation
    usw usw) braucht man ein deterministisches und konstantes
    Zeitverhalten für die Regelkreise bzw für den Aufruf der
    Regler. Warum? Weil diese Zeit mehr oder weniger starken
    Einfluß auf die zu wählenden Reglerparameter hat.
    Gleichzeitig sollte die Bearbeitung der Regler aber in einem
    gesunden Verhältnis zur kleinsten Streckenzeitkonstante
    stehen....
    Und damit haben wir 2 Kriterien die dann unter Umständen
    einen "fahrlässigen" Aufruf in OB1 gnadenlos aufdecken:
    Wenn die kleinste Streckenzeitkonstante sich stark Richtung
    <= 10 fache Zykluszeit bewegt (und die Zykluszeit schwankt)
    bzw wenn ich die Reglerparameter sehr genau bestimmen konnte
    und die Regelgüte (zum Beispiel ITAE) entsprechend hoch ist.
    Schnelle und damit kritische Regelungen wären zum Beispiel
    Druck- , Lage- oder Geschwindigkeitregelungen.
    Bei all diesen muss man mit interruptgesteuerten Aufrufen
    (Wie OB35...bei S7) arbeiten. Unkritisch in diesem Sinne sind
    zum Beispiel die allermeisten Temperaturregelungen,
    denn die werden aus den vorgenannten Gründen auch
    mit Regleraufrufen im OB1 sicher funktionieren.

    Hoffe das war jetzt ein wenig verständlich

    Nachtrag: Wenn man keine Möglichkeiten wie
    den OB35 hat, kann man auch mit selbstprogrammierten
    Zeittaktverteilern das ganze ein wenig optimieren.
    Bei S5 Steuerungen hat man das oft gemacht...

    Gruß ans Forum D. Börgmann
    Geändert von Dagobert (27.02.2007 um 12:07 Uhr)
    Zitieren Zitieren Regelung aufrufen im OB1  

  3. #3
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    Ich möchte versuchen, einen Teil dessen was Dagobert geschrieben hat, einfacher auszudrücken:
    In einem digitalen Regler wird zur Zeit des Aufrufs ausgerechnet, wie sich die Variablen eines analogen Regler seit dem letzten Aufruf verändert hätten. Beispiel I-Anteil: im analogen Regler wird ein Speicherglied, z.B. ein Kondensator, aufgeladen und zwar um so schneller, je größer die Regelabweichung ist.
    Beim digitalen Regler sieht das so aus:
    SpeicherInhalt=SpeicherInhalt+(Sollwert-Istwert)/Nachstellzeit
    Wenn die Nachstellzeit in Sekunden ist, paßt es nur wenn der Regler einmal pro Sekunde aufgerufen wird. Wird er 10 mal aufgerufen, sollte jedesmal ein Zehntel addiert werden und es kommt dasselbe heraus. Für beliebige Aufrufintervalle:
    SpeicherInhalt=SpeicherInhalt+(Sollwert-Istwert)/Nachstellzeit*Aufrufintervall
    Die Zeitkonstanten stimmen also nur, wenn das Aufrufintervall paßt.
    Wenn man den Regler im OB1 ausführt, ist das Aufrufintervall den Schwankungen der Zykluszeit unterworfen. Das ist im Endeffekt dasselbe, als wenn die Parameter schwanken würden. Wenn, egal für welche Regelaufgabe, die Regelung tolerant genug gegenüber diesen Schwankungen ist, ist es kein Problem.
    Weiterhin kann man bei der S7 eine Mindestzykluszeit angeben, natürlich nur länger als die normale. Sie wartet dann vor Beginn des nächsten Zyklus.
    Schließlich könnte man dem Regler seit dem letzten Aufruf tatsächlich vergangenen Zeit als Parameter mitgeben und die Schwankungen sind belanglos, solange der Regler noch rechtzeitig reagiert. Ob das mit den Siemens-FBs funktioniert, weiß ich allerdings nicht.

  4. #4
    Avatar von kiestumpe
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    @ Zottel und Dagboert

    Danke für eure Ausführungen. Im Prinzip die gleichen Bedenken, die ich auch bereits hatte.

    Ich werd's bei der Änderung verschieben müssen, da das PLC-Programm in etwa doppelt so groß ist und neben Temperaturregelungen auch eine Druckregelung im Spiel ist...oder versucht ihr mal nen Pudding an die Wand zu nageln...

  5. #5
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    Die Druckregelung läuft doch wohl im OB35???

    Wenn dem so ist, kann der Hintergedanke sein, den OB35 schnell laufen zu lassen, z.B. 25ms und damit er nicht zu lange für die Bearbeitung von zig-Reglern benötigt, wurden die langsamen Strecken ausserhalb des OB35 realisiert.

    pt
    Gegen Schwachsinn, Schwachköpfe und armselige Trittbrettfahrer kann man nicht argumentieren.

    Gott sieht alles, auch Signaturen in Geheimschrift,,... aber er petzt nicht.

  6. #6
    Avatar von kiestumpe
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    Zitat Zitat von plc_tippser Beitrag anzeigen
    Die Druckregelung läuft doch wohl im OB35???

    pt
    nein, die läuft im OB 1 - dass ist es ja grad... (s.o.)

  7. #7
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    Auch eine Druckregelung kann ziemlich unkritisch sein (großer Kessel, kleine Pumpe, geringe Anforderungen).

  8. #8
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    Cool

    Zitat Zitat von kiestumpe Beitrag anzeigen
    nein, die läuft im OB 1 - dass ist es ja grad... (s.o.)
    Ja, das habe ich wohl nicht richtig verstanden. Aber vom Prinzip her ist der Gedanke ja dann nicht schlecht gewesen.

    Gruß,pt
    Gegen Schwachsinn, Schwachköpfe und armselige Trittbrettfahrer kann man nicht argumentieren.

    Gott sieht alles, auch Signaturen in Geheimschrift,,... aber er petzt nicht.

  9. #9
    Avatar von kiestumpe
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    Aber bei einer Vordruckregelung habe ich da meine Bedenken.

    Das Risiko ist mir zu hoch, sonst gibt das m.Meinung nach dem Effekt "Aber es hat doch schonmal funktioniert ..."

    Ich dachte eher, dass der FB41 noch einen internen Parameter hat, der das irgendwie kompensiert - aber manchmal ist als einfach als ich denke

    (Es geht mir eigentlich im Moment nur drum, den Mehraufwand dieses Projekts korrekt weiterzugeben, damit wir später keine bösen Überraschungen haben)
    Geändert von kiestumpe (27.02.2007 um 15:31 Uhr)

  10. #10
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    Zitat Zitat von kiestumpe Beitrag anzeigen
    Ich dachte eher, dass der FB41 noch einen internen Parameter hat, der das irgendwie kompensiert - aber manchmal ist als einfach als ich denke
    Hallo,
    besagten Parameter gibt es, er heißt CYCLE. In der Hilfe steht dazu:
    "Die Zeit zwischen den Bausteinaufrufen muß konstant sein. Der Eingang Abtastzeit gibt die Zeit zwischen den Bausteinaufrufen an."
    Im Umkehrschluß bedeutet dies, dass der FB41 nur im OB1 aufgerufen werden kann, wenn die Zykluszeit immer gleich bleibt und die Zykluszeit im Parameter CYCLE in Millisekunden eingetragen ist. Was für ein superschneller Regelkreis soll das denn werden?
    mfG Werner
    Hoch lebe die Suchfunktion!
    Zitieren Zitieren Zykluszeit und FB41  

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