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Thema: getaktet oder gerichtet?

  1. #11
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    @Blockmove, ich meinte mit 10 Jahren als eine beträchtliche Gerätelaufzeit nicht die vorraussichtliche Nutzungsdauer der Maschine.


    Und dennoch bin ich der Ansicht, das wenn nach 10 Jahren mal das ein oder andere Bauteil aussteigt, das durchaus legitim ist. 10 Jahre sind einfach eine sehr lange Zeit, vor allem wenn man berücksichtigt, dass viele der heutigen Maschinen im 3-Schichtbetrieb durchackern...

    Man wird bei jedem Lieferanten gemischte Langzeiterfahrungen machen. Man steckt einfach nicht dahinter wie welche Serie gefertigt wurde und aus welcher Serie du dann letztendlich beliefert wirst.

    Ich bin seit über 20 Jahren im Geschäft (huch oh jeh, bin ich doch schon so alt geworden???) und habe die gleichen (guten) Erfahrungen sowohl mit Travonetzgeräte der Fa. Murr als auch mit den Sitops von Siemens gemacht. Da ich früher auch mitunter Service für verschiedene Firmen gemacht habe, bin ich mit vielen unterschiedlichen Maschinen konfrontiert worden (von Uralt bis ganz Neu).
    Ich habe bisher erst ein einziges Netzgerät austauschen müssen (Und das war ein ganz altes Schaltnetzteil von Murr).

    Ich denke das man sich hier wegen der Haltbarkeit einfach keine Gedanken machen sollte. Die Dinger sind wenn sie richtig ausgelegt werden einfach fast nicht kleinzukriegen. Sowohl als Travo- wie auch als Schaltnetzteil.

    Was vielleicht aber sicherlich ein frühes Aussteigen der Netzteile abwehrt, ist der Einsatz von Selektivitätsmodulen zur Absicherung und Aufteilung der Steuerstromkreise.

    Ach ja, kleiner Tipp am Rande: Wer immer noch Steuerstromkreise mit LS-Automaten verteilt/absichert sollte sich mal Gedanken drüber machen, ob ein 0,14mm²-Sensor/Aktordrähtchen den Kurzschlussstrom führen kann, oder einfach nur ganz heimlich still und leise abraucht.... Nun ja, offenes Feuer ist ja Abends beim Grillen ganz nett, aber in ner Maschine?

    Sorry, Thema verfehlt, habe mich aber durch die Benennung des Selektivitätsmodules wieder erinnert. Muste ich einfach mal loswerden. Man sieht doch so einiges wenn man rumkommt...
    Grüßele vom Bärle

  2. #12
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    Wenn ich auch bisher kein einziges Schaltnetzteil in unseren Anlagen (zum größten Teil von Frei und deren Labelern) wegen Alterung oder Verschleiß austauschen musste, so frage ich mich mittlerweile schon, ob man bzw. in welchen zeitlichen Dimensionen man solche Stromversorgungen prophylaktisch austauschen sollte. Unsere Anlagen im Wasserbau haben typische Laufzeiten von 20 bis 30 Jahren, dann steht in der Regel eine Generalüberholung ins Haus.
    Ich tendiere aus purer Vorsicht dazu, die Netzteile nach 15 Betriebsjahren zu tauschen. Wie geht ihr mit so etwas um?

  3. #13
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    Zitat Zitat von Ludewig Beitrag anzeigen
    Unsere Anlagen im Wasserbau haben typische Laufzeiten von 20 bis 30 Jahren, dann steht in der Regel eine Generalüberholung ins Haus.
    Ich tendiere aus purer Vorsicht dazu, die Netzteile nach 15 Betriebsjahren zu tauschen. Wie geht ihr mit so etwas um?
    Gegenfrage:
    Was willst du hören?
    Warum tauscht du nur das Netzteil?
    Nach 15+ Jahren ist sicher nicht nur das Netzteil gealtert, da wären dann noch FU's,
    div. Netzteile in Trennverstärkern, MIDs, CPU-Intern, EA-Modul Intern, nicht zuletzt haben die Schütze in 15 Jahren auch
    schon ne Menge mitgemacht ...

    Kurzum, auf die Art argumentiert schmeißt du nach deinen 15 Jahren die komplette E-Technik gen Jordan,
    und da wären sicherlich "kritischere" Bauteile dabei als nur Netzteile.

    Im Allgemeinen halte ich es eigentlich mit der Devise, das solche Sachen entweder im ersten Jahr oder quasi nie von selbst kaputt werden.

    Mfg
    Manuel
    Warum denn einfach, wenn man auch Siemens einsetzen kann!

    Wer die grundlegenden Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit (B. Franklin).

  4. #14
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    Zitat Zitat von MSB Beitrag anzeigen
    Im Allgemeinen halte ich es eigentlich mit der Devise, das solche Sachen entweder im ersten Jahr oder quasi nie von selbst kaputt werden.
    Genau das stimmt bei Netzteilen nicht.
    Es wurde hier schon das Problem der Alterung von Elkos angesprochen.
    Und das ist bei Schaltnetzteilen, FU und Servoverstärkern (und auch PC-Motherboards) das Hauptthema.
    Wir haben mittlerweile schon einige Netzteile nach ca. 5-8 Jahren rausgeworfen.

    Gruß
    Dieter
    Geändert von Blockmove (28.11.2010 um 14:29 Uhr)

  5. #15
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    Mein grundsätzliches Thema ist die Empfehlung an den Kunden, wann ich etwas tausche, schon in der Betriebsanleitung.

    Früher haben wir z.B. empfohlen, alle Schütze nach 5 Jahren zu tauschen. Mittlerweile wissen wir, dass hier 10 Jahre bei unseren Anlagen reichen. Das heißt, wir haben für viele Standardbauteile unserer Anlagen allgemeine Mutmaßungen in den Jahren durch eigene Erfahrungen ersetzen können. Bei den Schaltnetzteilen haben wir diese Erfahrungen mangels echtem Ausfall bisher nicht.

    Bei einem im Normalbetrieb zu unter 50% ausgelasteten Schaltnetzteil gehen wir daher im Augenblick von einer Lebenserwartung von >= 15 Jahren aus.

    Unsere Kunden sind es teilweise gewohnt, dass Bauteile auch schon 'mal 50 Jahre halten. Auch die Abschreibung einer solchen Anlage liegt eher bei 25 Jahren als bei 5. Daher ist es in unserer Branche wichtiger, auch längerfristige Empfehlungen zu geben.

  6. #16
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    Ein Schaltnetzteil ist auch nicht so teuer, dass man sich bei so einer Anlage nicht eins auf Ersatz liegen lassen kann, wenns ordentlich gelagert wird sollte sich eigentlich keine grosse Alterung am SNT einstellen, also nach 5 Jahren eins auf Reserve, das liegt wahrscheinlich auch in 10 Jahren noch unbenutzt rum, wenns gebraucht wird auch kein Schaden.

    Unsere Anlagen laufen zum kleinen Teil auch in den Arabischen Emiraten mit Temp >50°, haben dort auch Ersatznetzteile liegen, wurden aber nie gebraucht, (aber das Ersatzteillager ist abgebrannt, war ein gutes Geschäft alle E-Teile neu zu verkaufen )
    Elektrotechnik und Elektronik funktioniert mit Rauch (Beweis: Tritt Rauch aus, funktioniert auch das Bauteil nicht mehr)

  7. #17
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    Zitat Zitat von Blockmove Beitrag anzeigen
    Genau das stimmt bei Netzteilen nicht.
    Es wurde hier schon das Problem der Alterung von Elkos angesprochen.
    Und das ist bei Schaltnetzteilen, FU und Servoverstärkern (und auch PC-Motherboards) das Hauptthema.
    Wir mittlerweile schon einige Netzteile nach ca. 5-8 Jahren rausgeworfen.
    Das will ich grundsätzlich noch nicht mal widersprechen, ich wollte mit meiner Aussage eher das Thema darauf lenken:

    Wo fängt man an, und wo hört man auf?

    Die Nennlebensdauer von Industrieelektronik ist so ~10 Jahre, daher die Frage, wie viele Anlagen aus den 90ern
    täglich ihren Dienst tun, aber theoretisch im Sinne der vorbeugenden Instandhaltung wenigstens schon 2x komplett retrogefittet hätten werden müssen.

    Also wenn man schon eine solche Überlegung anstellt, dann wenigstens konsequent.

    Die andere Sache ist die:
    Ein Netzteil ist so ein 08/15 Bauteil, das ich das im Falle eines Ausfalls ohnehin binnen einer Stunde tauschen kann,
    weil irgendwas liegt da immer irgendwo rum ...

    Die Wasserversorgungsbranche ist übrigens die einzige Branche, in der wir noch konsequent auf konventionelle Netzteile setzen,
    hier aber weniger wg. einem fiktiven Ausfall, sondern eher wg. der Tatsache, das ein Trafo-Netzteil durch Überspannung nicht tot zu kriegen ist.
    (Wenigstens erst um Welten später als ein vergleichbares SNT)

    Mfg
    Manuel
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  8. #18
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    Zitat Zitat von winnman Beitrag anzeigen
    Ein Schaltnetzteil ist auch nicht so teuer, dass man sich bei so einer Anlage nicht eins auf Ersatz liegen lassen kann, wenns ordentlich gelagert wird sollte sich eigentlich keine grosse Alterung am SNT einstellen, also nach 5 Jahren eins auf Reserve, das liegt wahrscheinlich auch in 10 Jahren noch unbenutzt rum, wenns gebraucht wird auch kein Schaden.
    Es gibt von Siemens eine Empfehlung, wie man NC-Einspeisemodule und -Kondensatormodule nach langer Lagerung in Betrieb nehmen soll. Grund hierfür sind chemische Alterungsprozesse in den Elkos. Nicht alles lässt sich problemlos dauerhaft lagern.

    Gruß
    Dieter

  9. Folgender Benutzer sagt Danke zu Blockmove für den nützlichen Beitrag:

    Unimog-HeizeR (29.11.2010)

  10. #19
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    gerade im Bereich Wasserversorgung haben wir in den letzten 10 Jahren konsequent auf SITOP mit DC USV Modulen umgestellt meist dezentrale Anlagen mit 15A USV Modul und div Batterien (Nasse Pb, Bleigel) bis ca. 50Ah.

    Sind da mind 30 kleine Anlagen seit mehr als 10 Jahren damit im Einsatz, keinerlei Probleme.
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  11. #20
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    Zitat Zitat von Blockmove Beitrag anzeigen
    Es gibt von Siemens eine Empfehlung, wie man NC-Einspeisemodule und -Kondensatormodule nach langer Lagerung in Betrieb nehmen soll. Grund hierfür sind chemische Alterungsprozesse in den Elkos. Nicht alles lässt sich problemlos dauerhaft lagern.

    Gruß
    Dieter

    Hast du da nen kongreten link dazu? würde mich stark interessieren.

    Bis jetz läuft das bei uns so:
    Irgend ein halbwegs passendes Ersatznetzteil gesucht, anstatt des Defekten eingebaut (sind meist "analoge"), eingeschaltet, fertig

    Danke im Vorraus Winnman
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