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Thema: Umstieg nach B&R

  1. #1
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    Hallo zusammen!

    Ein Kunde plant künftig die Verwendung von B&R Steuerungen. (derzeit S7)
    Hat jemand erfahrung mit der Steuerung?
    Soll man da hingreifen, oder langt man in die Sch......?

    Danke für ein paar kurze Erfahrungsangaben


    Vbxler
    Zitieren Zitieren Umstieg nach B&R  

  2. #2
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    Hallo,

    wir haben schon seit Jahren B&R für unsere BHKWs im Einsatz.

    Läuft ohne Probleme, und die Programmiersoftware ist auch sehr einfach zu bedienen.

    Gruß
    Michael

  3. #3
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    Hallo VBxler,

    ich programmiere sowohl S7 als auch ab und zu mal B&R. In die Sch... langen tust du nicht, wenn du von S7 auf B&R umsteigst. Es gibt allerdings ein paar Sachen, die mir persönlich bei B&R net so gefallen (um es gleich vorweg zu nehmen, ich will B&R auf keinen Fall schlecht reden) :

    1. Wenn man die Dokumentation von Siemens gewöhnt ist, dann muss man sich bei B&R etwas umstellen, da es in der Regel keine Handbücher im PDF-Format gibt sondern nur die Online-Hilfe des Programmiersystems - die ist zwar sehr umfangreich aber ab und zu ist halt ein Handbuch im Druckformat auch recht nützlich.

    2. Wenn man sich die Versionsnummern und die Häufigkeit der Aktualisierung des Programmiersystems (Automation Studio) anguckt, so kommt man sich immer öfter als B&R Beta-Tester vor (z.B. AS 2.5.2.9; PVI 2.5.2.3104). Bei Siemens gibt´s zwar intern bestimmt auch solche Versionsnummern - nur werden diese nicht an die Kunden weitergegeben - hier gibt´s halt nur ne Version x.x mit SP x und allenfalls mal ein Hotfix x.

    3. Der Support bei B&R ist auch so ne Sache. Man ist zwar in der Regel sofort mit dem Support verbunden und nicht mit einer Hotline - allerdings lässt die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter manchmal zu wünschen übrig, denn im Handbuch bzw. in der Online-Hifle nachschlagen des kann ich selber auch

    Weiterhin muss man sich beim Umstieg von S7 auf B&R etwas umstellen, da die Programmierung halt etwas anders aussieht. Es gibt keine zu Siemens vergleichbare AWL. Es gibt zwar die IEC1131 konforme IL, wenn du da allerdings etwas komplexer programmieren willst, dann vermisst du halt schnell die AWL von Siemens. In der Regel programmiert man B&R in Structured Text was mit SCL von Siemens vergleichbar ist oder gleich in C.

    Hier liegt z.B. ein grosser Vorteil von B&R, dass man ordentliche Hochsprachen ohne Aufpreis mitgeliefert bekommt.

    Wenn man den Profibus von Siemens gewöhnt ist, dann muss man bei B&R auch feststellen, das es nicht der "Hausbus" von B&R ist. Bei B&R ist nach wie vor CAN der Hausbus. Profibus wird zwar unterstützt sowohl Master als auch Slave - ist aber bei weiten nicht so flexibel einsetzbar wie bei Siemens.
    Dies zeigt sich z.B. in folgenden Punkten:

    - Schnittstellen sind entweder nur als Master oder nur als Slave verwendbar und nicht umschaltbar wie bei Siemens.
    - zur Profibus-Master Konfiguration wird ein Zusatz-Tool "B&R Field Bus Configurator" benötigt. Dies ist ein zugekauftes Tool der Firma Hilscher "Sycon".

    Was die preisliche Sache angeht, so ist B&R auch nicht gerade ein Schnäppchen.
    Wenn man sich z.B. anguckt, dass man für ein simples RS232
    Verbindungskabel schlappe 90 € Listenpreis hinlegen soll, dann fragt man sich schon mal ob die Kabel bei B&R vergoldet etwa vergoldet sind

    Ich hoffe ich hab die Jungs von B&R jetzt dadurch net zu verärgert - aber ich denke ne sachliche Kritik ist immer angebracht und spornt vielleicht auch zu Verbesserungen an.

    Ich hab selber bereits etliche Steuerungen von B&R in Betrieb genommen, und hab eigentlich dabei nie wirklich grosse Probleme gehabt, die nicht irgendwie lösbar waren.

    Hoffe dir hiermit weitergeholfen zu haben.

    Mfg

    uncle_tom

  4. #4
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    Hallo zusammen,

    gerade das mit den Kabeln war aber ein Vorteil. Zumindest bis ende der 90er Jahre war es einfach mal eben ein Programmierkabel zusammen zu löten das dann 5 m lang war, halt normales RS232. Ebenso beim CAN-Bus: da reichte für die Werkstatt eine Hunderterbox und man war für etliche Maschinen ausgerüstet und SUB-D 9-pol ist billiger als die fetten DP-Stecker, glaube ich

    Das andere ist auch wahr: Betriebssystemversionen bei CPUen, bei NC´s...mit einer Version gehts, mit der anderen nicht. Naja und die Farben der Module sind ja wohl doch etwas lockerer
    ---------------
    Grüße
    Ralf

    http://www.elektro-dokumentation.de

  5. #5
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    Hallo,
    wir setzen seit 1996 B&R Steuerungen ein und sind zufrieden.
    Wir setzen kleine Steuerungen der Reihe 2003 ein, deren einzigen Nachteil ich in darin finde, das ich zum Updaten immer mit Laptop vor Ort sein muß oder das komplette CPU-Modul tauschen muß (kein (E)EPROM). Mittlerweile setzen wir fast nur noch PowerPanel ein (Steuerung mit int. LCD-Einheit). Diese lässt sich leicht mit Flashkarten updaten, so das dies auch kein Problem mehr darstellt.

    Mit der Software haben wir auch keine Probleme (mehr).
    Programmiert wird bei uns in Hochsprache C oder Basic.

    Der Support ist sehr gut. Man wird von einem technischen Büro betreut und wird meist sofort verbunden. Man kennt sich persönlich, da Schulungen und Neuvorstellungen direkt in den zuständigen technischen Büros stattfinden. Bei größeren Schwierigkeiten kann man jederzeit direkt vor Ort (TB bei B&R) oder sogar in der eigenen Firma mit Hilfe rechnen. Und das alles kostenlos (jedenfalls bei unseren Abnahmemengen).
    Vermutlich gibt es hier deshalb auch so wenige Fragen zu B&R

    Kabel sind Standard CAN oder Serielle (RS232/485) und können von jedem der im Stande ist einen Lötkolben zu führen selbst gemacht werden. Es gibt keine elektronischen „Dongel“.

    Was ich gar nicht mag ist die Verdongellung der Kommunikation mit PC (PVI) und deren Preispolitik. Aber wer ist schon perfekt.

    Alles in allem kann ich B&R ein gutes Zeugnis ausstellen.

    Gruß Jens
    Zitieren Zitieren Ich mag B&R  

  6. #6
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    Echt toll eure ehrlichen Erfahrungsberichte.
    Gut, dann werde ich doch mal das AS installieren und mich reinstürzen.


    Danke nochmals an Alle


    Vbxler

  7. #7
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    Hallo!
    Ich gebe jetzt auch noch meinen Senf dazu....

    Ich arbeite seit 2000 mit S7 und seit anfang 2005 auch mit B&R. Der Umstieg von S7 auf B&R geht relativ zügig - der umgekehrte weg ist wesentlich schwieriger. Ich empfehle jedoch trotzdem, zumindest für den Anfang, einige Kurse bei B&R (am besten in der Zentrale in Eggelsberg/Österreich) zu besuchen. Ich hab insgesamt 12 Tage Kurs gemacht, einige Tage waren zwar nicht sehr wertvoll, aber einige Themen waren auch dabei, wenn das nicht durchgemacht worden wäre, wäre ich bei meinem Projekt letztes Jahr fürchterlich auf die Nase gefallen.

    Das B&R-Zeug hat im großen und ganzen den Vorteil, dass die Steuerungen sehr schnell sind, große Datenmengen zulassen, bei der aktuellen Generation RS232 und Ethernet standardmäßig dabei ist, und dass das ganze System sehr offen ist.

    Eine feine Sache ist, dass die Antriebe (Acopos) komplett ins Automation Studio integriert sind. An die Acopos binden wir übrigens in der Regel SEW-Servomotoren an - ist kein Problem.

    Toll ist auch die Trace-Funktion für SPS-Variablen - man kann Analoge Istwerte Tracen, ohne eine Zeile zu programmieren.

    Die Versionsgeschichte ist teilweise wirklich fürchterlich. Seit AS2.5 ist es aber insofern besser geworden, dass die Upgrades nicht mehr getrennt für AS, MC, VC und NC gemacht werden, sondern es immer ein Komplettpaket ist, welches alle Upgrades seit der letzten 2.5.x.0 enthält.
    Einen riesen Vorteil hat das ganze aber schon: Das CPU-Betriebssystem und das Acopos-Betriebssystem werden immer mit dem Projekt mitgespeichert. Wird eine CPU oder ein Acopos getauscht, muss man sich nicht mit Firmware-Versionen und Softwareständen herumschlagen - einfach austauschen - CF-Karte rein - fertig!

    Ein weitere Vorteil bei B&R ist, dass alles Symbolisch programmiert wird und dass jeder Baustein (Task) lokale statische Variablen ermöglicht (ähnlich FBs bei Siemens). Aber auch einen Nachteil hat das ganze: gewohnt man sich bei der Variablendeklaration nicht ein ordentliches System an (gibt von B&R einige Richtlinie, die verwendet werden können), kann man große Probleme bekommen

    Ein weiteres schwieriges Thema ist die Datenspeicherung. Man muss sich im vorhinein genau überlegen, welche Datenmengen und in welcher Form man sie speichern will. Die Verwendung von Strukturen und Datentypen ist hier unbedingt zu empfehlen. Eben mal einen DB anlegen, der dann remanent auf der CPU ist, geht bei B&R nicht.

    Als Busssystem kommt bei B&R hauptsächlich CAN oder Powerlink zum Einsatz. Solange man nur B&R-Hardware anbindet, ist dies auch kein Problem. Die Anbindung von Fremd-Hardware wird meist über CAN gemacht. Hier hat man allerdings das Problem, dass es nicht mit gsd oder eds-Dateien arbeitet wie Profibus oder Canopen (kommt erst mit Automation Studio 3). Man greift hier direkt auf der CAN-Telegrammebene auf die Daten zu. Vorteil dabei: ich benutze z.B. 3 Protokolle auf dem selben CAN-Bus (B&R-Protokoll für Panel, Lenze Systembus für bis zu 8 FUs, CANopen für PnozMulti).

    Sehr gut ist meiner Meinung nach der Support bei B&R. Es kann schon mal vorkommen, dass man an jemanden gerät, der in der Hilfe nachlesen muss - ist ja bei Siemens auch nicht anders - aber ich habe bis jetzt meistens binnen 2 Stunden - jedoch immer binnen 24 Stunden eine Lösung für ein Problem bekommen.

    Alles in allem bin ich der Meinung, dass mein B&R sehr gut einsetzen kann, wenn man schnelle Steuerungen braucht. Ich forciere derzeit B&R bei uns in der Firma vor allem dann, wenn spezielle Insellösungen mit hohen Anforderungen gebraucht werden oder Seriennahe Produkte entstehen.
    Vor allem im Bereich Messdatenerfassung und Achssynchronistation werden wir in nächster Zeit öfters mit B&R zusammenarbeiten.

    mfg
    Maxl

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