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Thema: Gewährleistung von Schaltanlagen

  1. #1
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    Moin

    Plage mich schon lange mit folgenden Fragen bezüglich der Abwicklung von Mängeln innerhalb der Gewährleistung herum und würde mich freuen wenn jemand dazu etwas konkretes weiß.
    (Bitte am besten die entsprechenden Quellen inkl. § angeben.)


    Beispiel:
    Fima 4711 liefert an diverse Kunden Schaltanlgen aus, diese werden teils abgeholt, an den Kunden oder direkt auf die Baustelle geliefert.
    Nun kommt es vor, dass Firma 0815 nach zwei Wochen einen Mangel in der ausgelieferten Schaltanlage feststellt.

    Dazu folgende Fragen:

    1) Im privaten Bereich beträgt die Gewährleistung minimum 24 Monate, wie sieht dies im geschäftlichen aus?
    2) Wer trägt die Beweislast?
    3) Wer trägt die Kosten für die An- und Abreise?
    a) Wenn die Anlage vom Kunden abgeholt wurde?
    b) Wenn die Anlage zum Kunden geliefert wurde und der Sie selbst auf die Baustelle gebracht hat?
    c) Wenn die Anlage direkt auf die Baustelle geliefert wurde?
    4) Wie lange hat man Zeit für die Beseitigung des Mangels?
    5) Wie oft darf man versuchen den Mangel zu beheben?
    6) Kann der Kunde die Anlage im schlimmsten Fall zurückgeben?
    7) Wenn nur ein Bauteil defekt ist, reicht es aus dieses dem Kunden zu ersetzen und er baut es selber um?


    Wenn ich einen defekten Laptop habe muss ich diesen in der Regel einschicken, habe ich ein defektes Auto muss ich es in die Werkstatt bringen, aber eine fertig angeschlossene Schaltanlage die 600km entfernt fertig angeschlossen steht kann man ja schlecht verschicken oder zum Hersteller bringen. Andererseits kann man auch schlecht verlangen, dass der Hersteller die 600km auf eigene Kosten zurücklegt, oder?

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    Zitieren Zitieren Gewährleistung von Schaltanlagen  

  2. #2
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    Hi eYe,

    eine Gesetzliche Regelung weiß ich da nicht, aber ich bin der Meinung dass es hierfür auch keiner Paragrafen vom Gesetzgeber bedarf.

    All deine Fragen könnte Hersteller und Kunde im Vorfeld Vertraglich regeln.
    Eine Möglichkeit wäre doch eine Vorabnahme beim Hersteller, Abnahme der Anlage vor Ort...
    Für beide Seiten ist es doch interessant, dass es eine gewisse Verhältnismäßigkeit bei der Abwicklung gibt und nicht jeder Fall nachverhandelt werden muss.

    Wenn das aber zu sehr ins Detail geht und die Gegenseite hierfür eine eigene Rechtsabteilung hat, würde ich schnell Abstand von einem solchen Auftrag nehmen...

    Gruß
    Chräshe

  3. #3
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    Am Besten du schaust dir dazu mal folgenden Link an http://dejure.org/gesetze/BGB/437.html

    § 437 BGB regelt die Mängelansprüche, die ein Käufer hat. Verweise auf andere Paragraphen, die damit zu tun haben, findest du ebenfalls über obigen Link.

    Ein paar Antworten kann ich dir aber auch hier schon geben (allerdings ohne Paragraphenangabe, hab ich damals in der Schule halt gelernt)

    1) Im privaten Bereich beträgt die Gewährleistung minimum 24 Monate, wie sieht dies im geschäftlichen aus?
    -> 12 Monate

    2) Wer trägt die Beweislast?
    -> in den ersten 6 Monaten der Verkäufer. Sprich, wenn der Käufer sich innerhalb der ersten 6 Monate beschwert, muss der Verkäufer nachweisen, dass die Ware ohne Mängel war.

    3) Wer trägt die Kosten für die An- und Abreise?
    a) Wenn die Anlage vom Kunden abgeholt wurde?
    b) Wenn die Anlage zum Kunden geliefert wurde und der Sie selbst auf die Baustelle gebracht hat?
    c) Wenn die Anlage direkt auf die Baustelle geliefert wurde?
    -> hängt von den vertraglich festgelegten Bedingungen ab. Ist ein Werkvertrag oder ein Dienstvertrag abgeschlossen worden?

    4) Wie lange hat man Zeit für die Beseitigung des Mangels?
    -> kommt auf die Art des Mangels an. Man spricht von einer "angemessenen Frist".

    5) Wie oft darf man versuchen den Mangel zu beheben?
    -> Nach dem zweiten vergeblichen Versuch, den Mangel zu beseitigen, hat der Käufer das Recht, vom Kaufvertrag zurückzutreten.

    6) Kann der Kunde die Anlage im schlimmsten Fall zurückgeben?
    -> Prinzipiell ja, siehe § 323 BGB, allerdings gabs da auch eine Besonderheit mit Sonderanfertigungen, sprich wenn die Anlage nicht anderweitig verkauft werden kann, aber da am Besten nochmal einen Anwalt fragen.

    7) Wenn nur ein Bauteil defekt ist, reicht es aus dieses dem Kunden zu ersetzen und er baut es selber um?
    -> Würde ich nicht den Kunden machen lassen bzw. ich würde es als Kunde nicht machen wollen, da möglicherweise bei "Selbsteingriff" die Gewährleistungsansprüche entfallen.
    Wenn ich einen defekten Laptop habe muss ich diesen in der Regel einschicken, habe ich ein defektes Auto muss ich es in die Werkstatt bringen, aber eine fertig angeschlossene Schaltanlage die 600km entfernt fertig angeschlossen steht kann man ja schlecht verschicken oder zum Hersteller bringen. Andererseits kann man auch schlecht verlangen, dass der Hersteller die 600km auf eigene Kosten zurücklegt, oder?
    Hängt eben davon ab, ob ein Werkvertrag oder ein Dienstvertrag abgeschlossen wurde. Schau dir dazu mal den § 634 BGB (Werkvertrag - Rechte des Bestellers bei Mängeln) und den § 635 BGB (Nacherfüllung) an.

    Bin aber kein Jurist, daher sind alle Angaben ohne Gewähr.
    Viele Grüße

    Sven Rothenpieler


    Es gibt 3 Arten von Menschen - die, die zählen können und die, die es nicht können!


  4. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Sven Rothenpieler für den nützlichen Beitrag:

    190B (27.10.2012),eYe (28.10.2012)

  5. #4
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    Bin da nicht so bewandert, aber Gewährleistung 2 Jahre, tritt ein Mangel auf hast du den zu beseitigen, auf deine Kosten. Ist z.B. nur ein Schütz defekt kann der Kunde das auswechseln, muss es aber nicht. Prinzipiell ist das alles in der Ausschreibung geregelt, z.B. nach VOB.
    "Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen" - Erich Kästner

  6. #5
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    Zitat Zitat von eYe Beitrag anzeigen
    Moin
    Beispiel:
    Fima 4711 liefert an diverse Kunden Schaltanlgen aus, diese werden teils abgeholt, an den Kunden oder direkt auf die Baustelle geliefert.
    Nun kommt es vor, dass Firma 0815 nach zwei Wochen einen Mangel in der ausgelieferten Schaltanlage feststellt.

    Es wurden ja schon Paragrafen genannt. Zuerst müsste
    geklärt werden, ob ihr Kaufverträge nach § 433 BGB
    (Mängel siehe § 437 BGB) oder Werkverträge nach
    § 631 BGB (Mängel siehe § 634 BGB) schließt.

    Bezüglich der Mängel/Gewährleistung allgemein findest
    Du in Wikipedia eine gute Erklärung.

    Die Gewährleistung ist immer 24 Monate, es sei denn, sie
    ist einzelvertraglich oder per AGB auf 12 Monate verkürzt.

    Die allgemeinen Geschäftsbedingungen bzw. die Einkaufs-
    bedingungen müssen auch betrachtet werden. Häufig streiten
    die Parteien auch darüber, welche Bedingungen den gelten
    bzw. welche Vertragsgrundlage wirksam vereinbart ist.

    Wenn Lieferung und Einbau mit zum Leistungsumfang gehören,
    dann sind die Fahrkosten in der Regel Dein Problem.
    Geändert von Gerhard Bäurle (27.10.2012 um 22:52 Uhr) Grund: Paragrafen neu sortiert
    Beste Grüße Gerhard Bäurle
    _________________________________________________________________
    Hardware: the parts of a computer that can be kicked. – Jeff Pesis

  7. Folgender Benutzer sagt Danke zu Gerhard Bäurle für den nützlichen Beitrag:

    eYe (28.10.2012)

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