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Thema: Industrie 4.0 - Modethema oder Substanz für die Praxis?

  1. #61
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    Nachdem das Thema hier schlummert, einmal ein paar neue? Informationen aus Hannover.

    Das Thema ist immer noch auf der Agenda von einigen Herstellern.
    Seltsam wurde es für mich / uns als nachgefragt wurde, was für solch ein System notwendig ist und wie die Retabilität ist.
    BigS hat in der Theorie alles was sinnvoll bzw -los ist.
    Und alles wird besser und ohne Industrie 4.0 kann kein Betrieb überleben.
    Einem Schreiner zu erklären er benötige für seinen Betrieb solch ein System, ist dumm und verantwortungslos.
    Wer kennt in 2 oder 3 Jahren noch die Algorithmen, die die Grundlage für solch ein System ist.

    An den einfachsten Fragen wie Datensicherheit bleibt die Innovation stehen.
    Ein Produktionsleiter von einem französichen Autobastler, mit dem ich auf der Messe war, hat mir das System so erklärt:
    Wenn man nicht planen kann und sich nicht auskennt, dann sucht man ein Lösung um von den eigenen Problemen abzulenken.

    Es beruhigt mich, dass der Hype inzwischen abgeebt ist.


    bike
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  2. #62
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    Bis auf den letzten Satz kann ich Dir nur zustimmen.

    Leider ist der Hype nicht abgeebt.

    Ist doch ganz einfach:

    Wenn jemand sonst keine Ahnung von nichts hat, spricht er von Factory 4.0, dann sieht es von Weitem wenigstens so aus, als ob er dicke Eier hätte
    Gruss Audsuperuser

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  3. #63
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    Die grundsätzliche Frage nach der Rentabilität durch Manager ohne technischen Background ist normal. Gerade bei Systemen mit denen eine Firma noch keine Erfahrungen hat will der Chef wissen was er bekommt wenn er investiert. Dazu später noch ein paar Worte. Einem Schreiner mit ein paar kleinen Maschinrn eine Factory Digitalization Solution zu empfehlen wäre sicher falsch.

    Aber einer Firma mit hunderten Profuktionslinien muss man doch nicht zumuten Gesamt-Stückzahlen, NOK- und OK-Stückzahlen, detaillierte Produkt- und Prozessfehler, Alarmdatem und Echtzeit-Messwerte von jeder Maschine einzeln zu erfassen, in verschiedenen Datenformatem zu exportieren, später zentral abzuspeichern in Excel oder andere Tools zu importieren, neu zu organisieren, aufzubereiten in Charts und Tabellen, oder erst von Hand einzugeben, auf Bildschirmen im Shopfloor, im Meetingraum oder Intra-/ Internet zu präsentieren. Rezeptwerte wurden geändert - von wem, wann und warum? Eine zentrale Rezeptdatenverwaltung mit Limitcheck und Dokumentation wer, wann und warum geändert hat ist - falls der Sondermaschinenbauer dies nicht mit geliefert hat, was erfahrungsgemäß selten der Fall ist - gar nicht an Bord. Hier beantwortet sich auch die Frage nach der Rentabilität. Was kostet das wenn man das alles von Hand macht und wie fehleranfällig ist diese manuelle Lösung? Zum Beispiel is es zeitlich vollkommen unmöglich die Daten der letzten Schicht bis 8 Uhr morgens aufzubereiten und im Morning Meeting zu präsentieren!

    Dafür gibt es MES Systeme welche die Produktion einer ganze Firma weltweit transparent machen. Pro produziertem Werkstück fallen heutzutage einige Megabyte an Daten an. Die Rückverfolgbarkeit wird im Reklamationsfall vom Kunden gefordert. Anhand der Seriennummer kann in der Datenbank das genaue Produktionsdatum sowie alle detaillierten Rezeptwerte und Prozess-Messwerte ermittelt werden! Detaillierte Statistiken zu Fehlern liegen sofort vor und erlauben das direkte eingreifen! Welcher Sensor meldet immer wieder einen Fehler und taucht in der Top-ten Statistik auf? Welcher Messwert hat immer wieder Ausreisser! Für Maintenance und Quality sind das ebenfalls wichtige Informationen! Firmenleitung und Teamleiter bestehen auf Vorlage von MES generierten Reports im Meeting, ein gekritzelter Zettel reicht ab jetzt nicht mehr sondern ist Kündigungsgrund!


    Und damit kommen wir zur erwähnten Frage, was für ein solches System notwendig ist. Eine Firma muss eine Abteilung "Factory Digitalization" aufbauen, Fachleute aus dem Spannungsfeld von IT und Steuerungstechnik mit wissen im Bereich SPS, Datenbanken, Netzwerken, Schnittstellenund PC-Technik und Software müssen vereint werden.
    Geändert von Burkhard (08.05.2016 um 06:36 Uhr)
    Zitieren Zitieren Factory Digitalization - kein Modetrend sondern Zukunftstechnologie  

  4. #64
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    @Burkhard
    Das alles was du beschreibst ist völlig richtig, hat aber mit dem Buzzword Industrie 4.0, also Internet der Dinge, nur wenig zu tun.

    Du beschreibst "nur" ein MES System, welche teils so seit Jahrzehnten in div. Industrien zum Einsatz kommen.
    Der Sinn von MES ist unstrittig.

    Ob jetzt allerdings jeder Sensor und jede Maschine mit der Cloud/Internet quatschen muss darf durchaus in Frage gestellt werden.
    Warum denn einfach, wenn man auch Siemens einsetzen kann!

    Wer die grundlegenden Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit (B. Franklin).

  5. #65
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    Zitat Zitat von MSB Beitrag anzeigen
    Das alles was du beschreibst ist völlig richtig, hat aber mit dem Buzzword Industrie 4.0, also Internet der Dinge, nur wenig zu tun.
    IoT geht weit über Industrie 4.0 hinaus und dahinter steckt richtig Geld.
    Aktuelle Entwicklung aus diesem Bereich z.B.:
    Der alt bekannte EAN-Code auf Waren soll durch (druckbare) RFID abgelöst werden.
    Die ersten Lösungen stecken in den Startlöchern, sind aber noch etwas zu teuer.
    Du kannst dir jetzt schon mal denken, was damit alles möglich wird.
    Angefangen natürlich von Produktion über Logistik, Handel bis hin zum Endkunden ändert sich viel.
    Im Supermarkt werden Einkaufswagen und Regale mit IoT ausgerüstet.
    Zuhause alle Haushaltsgeräte und Vorratsschränke.
    Ja selbst der Mülleimer. Schliesslich muss er die Artikel "ausbuchen".
    Zentrales "Userinterface" ist das Smartphone.
    Die Diskussion zur Abschaffung des Bargeldes steht genau in diesem Kontext.

    Wirf mal einen Blick auf https://ifttt.com/.
    Da kannst du deine Apps heute schon selber verknüpfen ... Und sowas macht in Zukunft die Industrie für dich im Hintergrund mit deinen Daten.
    Letztlich ein MES mit dir als Werkstück

    In Europa ist Bosch vorne mit dabei https://www.bosch-si.com/de/startseite/startseite.php
    Die bringen natürlich das notwendige KnowHow aus dem KFZ-Bereich und der Produktion mit.

    Wir gehen "lustigen" Zeiten entgegen

    Gruß
    Dieter

  6. #66
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    Wir vermeiden das Wort Industrie 4.0 sondern sprechen von Factory Digitalization. Auch wenn es natürlich MES und BDE Systeme in verschiedenen Ausbaustufen in bestimmten Bereichen schon seit mehr als 10 Jahren gibt erlebt das Thema durch die immer weitreichendere Vernetzung von Maschinen und Anforderungen der Kunden was Rückverfolgbarkeit von Daten anbelangt eine weitere Verbreitung auch und vor allem was den Funktionsumfang anbelangt. Die Daten landen nicht nur in Text-Dateien sondern in global erreichbaren Datenbanken. Aufträge werden direkt von SAP an die Maschine gesendet. Der Maschinenstatus ist im Intranet oder über mobile Apps auf dem Handy verfügbar. Zentrale und Anlagenübergreifende Rezeptdatenverwaltung ist integriert, Alarmdatenanalyse, Qualitätsdatenanalyse, verschiedenen Reports werden automatisch generiert und and jeweilige Nutzergruppen versendet. Ich denke was anderes meint Industrie 4.0 auch nicht. Es mag sein dass bei denen die den Begriff Industrie 4.0 im Munde führen noch ein paar Visionen mehr drin stecken, bezüglich der Frage was da noch alles für Möglichkeiten drin stecken, wie zB Data-Mining oder selbst Lernende Systeme, die Fehler vorhersehen, die sich durch bestimmtes Anlagenverhalten bereits vor dem akuten Zustand aus den Daten ableiten lassen, oder das direkte Nachbestellen von Ersatzteilen bei deren Ausfall durch Vernetzung mit der Datenbank des Ersatzteillagers.
    Geändert von Burkhard (08.05.2016 um 09:08 Uhr)

  7. Folgender Benutzer sagt Danke zu Burkhard für den nützlichen Beitrag:

    SPS-freak1 (08.05.2016)

  8. #67
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    @Burkhard
    Wie schon MSB schreibt, beschreibst du hier "nur" ein aktuelles MES.
    Wir führen bei uns gerade ein neues MES ein und deine Beschreibung passt eigentlich zu 100% zur Featureliste.

    Nur ist das eben keine Industrie 4.0.
    Ein I4.0 Schlagwort aus dem Bereich Factory ist z.B. der digitale Zwilling.
    Du hast ein virtuelles Abbild deiner Fertigungslinie. Dies wird mit den Daten aus dem CAD und MES gefüttert.
    Jetzt kannst du Arbeitsplätze am CAD modifizieren. Also z.B. die Materialbereitstellung ändern um die Handlingszeiten zu verkürzen oder in der Fördertechnik Puffer einfügen um Rüstzeiten abzufangen.
    Anschließend bekommst du auf Basis der aktuellen MES-Daten eine Hochrechnung welchen Einfluß deine Änderung wahrscheinlich hat.

    In dieses Beispiel passt auch der Entwicklungsprozess aus I4.0. Man entwickelt das Produkt. Der Maschinenbauer kann natürlich auf die CAD-Daten des Produkts zugreifen und konstruiert seine Maschine.
    Das CAD-Modell ist voll simulationsfähig. SPS- und Roboterprogrammierer erstellen ihre Programme und können am Modell eine virtuelle Inbetriebnahme machen. Das Model wird in den digitalen Zwilling übernommen.
    Damit erfolgt auch eine Kopplung an MES und ERP. Die richtige Anlage muss dann "nur" noch in die reale Linie eingebunden werden. Finden Änderungen am Produkt (neue Varianten) wird dies am digitalen Zwilling simuliert und dann in die Linie übernommen.

    Anderes Beispiel aus I4.0
    Es geht weg von der starren Linienstruktur und hin zu autonomen Fertigungszellen mit autonomen Transportsystem (FTS).
    Diese organisieren sich selber über Schwarm-Algorithmen. Damit (soll) eine Fertigung wesentlich flexibler und skalierbarer werden...

    Also wie gesagt:
    Du beschreibst den Ist-Zustand eines MES.

    Gruß
    Dieter

  9. #68
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    Ach so, dann hab ich mich wohl geirrt und lebe hinterm Mond, links abbiegen...
    Von welchem Lieferanten ist denn euer MES?

  10. #69
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    Gerade bei dem Thema weltweite Vernetzung und die dabei entstehenden Daten kann bzw wollte mir niemand auf der Messe etwas zu den Kosten UND die Verfügbarkeit und Auswertung in ca. 20 Jahren sagen.
    Wir hatten das Problem bei einem Flugzeughersteller die Datenerfassung und deren Verfügbarkeit innerhalb von 25 Jahren zu garantieren.
    Dbase2 vor 20 Jahren war der Hit, heute kann fast kein System diese Daten handeln und auswerten.
    Daher ist es nicht nur nach meiner Meinung nachdenkenswert, ob es wirklich sinnvoll und notwendig ist aus der Produktion alles irgendwo zu erfassen, zu speichern wenn es keine sinnvollen Algorythmen gibt / geben wird, um diese Informationen zu verarbeiten.
    Das Thema flexible Fertigung ist für persönlich ein echtes Reizthema.
    Denn es geht ja nicht nur um notwendigen Daten, sondern es müssen ja auch alle Werkzeuge vorgehalten werden.
    Und ich möchte nicht Bediener an einer Fertigungsstraße sein, die von irgendwo umgestellt wird und ich für die Produkte verantwortlich bin.
    Ich hatte schon die Gelegenheit bei einer Autoendfertigung zu sehen, was geschieht, wenn das System aus dem Tritt kommt.
    Auch sah ich schon, wie in einen 3 Zylinder Motor ein 4. Kolben eingebaut werden sollte.
    Das war echt lustig.

    Kann man mit solchen Systemen wirklich eine vernünftige Planung und Logistik ersetzen?
    Der Robi bleibt stehen, wenn etwas nicht passt oder die Daten nicht richtig übertragen wurden.
    Da muss der Bediener wieder ran.

    @Burkhard: Fühlst du persönlich angegriffen, wenn man kritisch über das Thema nachdenkt? Wäre echt schade.

    bike
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    --Martin Fowler

  11. #70
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    Zitat Zitat von Burkhard Beitrag anzeigen
    Ach so, dann hab ich mich wohl geirrt und lebe hinterm Mond, links abbiegen...
    So krass würde ich es nicht sagen
    Du schreibst es ja selber, dass ihr den Begriff "Factory Digitalization" vorzieht.
    Und das was du hier beschreibst lässt sich real umsetzen und ist kein Hirnfurz von irgendwelchen IT-Nerds.

    Gruß
    Dieter

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