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Thema: Als Fremdfirma VEFK übernehmen?

  1. #1
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    Hallo Zusammen,

    ich sitze gerade vor einem - für mich in dieser Art - neuen Problem:
    Mein Chef ist langjährig als Dienstleister bei einem Kunden im Bereich SPS-Programmierung tätig. Aufgrund personeller Änderungen bei diesem Kunden kam nun die Frage auf, ob wir nicht auch die Position als VEFK stellen könnten.
    Diese Aufgabe soll nun ggfs mir zufallen...

    Es gibt im Internet sehr viel zu dem Thema zu lesen, aber auf eine Frage finde ich keine befriedigende Antwort:
    Was genau kann mir im Schadensfalle den nun wirklich passieren? Und wäre ich als Mitarbeiter einer Fremdfirma einem Mitarbeiter des Kunden gleichgestellt oder gibt es da doch noch Unterschiede?

    Was habt ihr bei einer solchen Konstellation für ein Bauchgefühl?
    Ich bin noch sehr unschlüssig, zumal ich den betreffenden Kunden und dessen Anlagen noch kaum kenne.

    Danke für Eure Meinungen.
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  2. #2
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    Hallo,
    grundsätzlich kann eine Fremdfirma die "VEFK" für einen anderen Betrieb übernehmen.
    Grundsätzlich muss aber die Person, welche diese Position übernimmt die Kriterien nach DIN VDE 1000-10 erfüllen.
    Eine Verantwortliche Elektrofachkraft übernimmt die Verantwortung für den Elektrotechnischen Bereich in der Firma. Man sollte sich da auf alle Fälle mal schlau machen, was man da übernimmt. Herr Stefan Euler von der Fa. Mebedo hat hierzu sehr viel im Internet veröffentlicht. Mebedo bietet zu diesen Thema auch Schulungen an. Ich würde mich an Ihrer Stelle bei denen mal informieren.
    Herr Euler hat auch ein Buch zur DIN VDE 1000-10
    "Bestellung zur verantwortlichen Elektrofachkraft nach § 13 ArbSchG, § 13 BGVA1, DIN VDE 1000-10 und DIN VDE 0105-100"
    geschrieben.
    Viele Grüße

  3. #3
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    Hi,

    generell ist das Ganze möglich, es gibt ja auch externe Unternehmen, die seriös externe vEfk's stellen. Für mich an deiner Stelle wäre aber wichtig, ob du der Rolle der vEfk auch wirklich in der Praxis gerecht werden kannst, also sowohl die Ortskenntnis als auch den zeitlichen Rahmen, um diese Organisation durchführen zu können. Mit dem bloßen Papier "Herr X ist jetzt verantwortliche Elektrofachkraft" ist es ja bei weitem nicht getan, sondern du musst die Struktur kennen (und auch in der Praxis umsetzen).

    Was dir im Schadenfall passieren kann ist sicherlich schwer zu sagen. Wichtig wäre für einen solchen Fall, wie und wie gewissenhaft du deine Arbeit durchführst und dokumentierst. Mir ist keine vEfk bekannt, die hinter Gitter durfte, ich weiß nicht ob es bei euch andere Erfahrungen gibt? Vielleicht ist hier eine Beratung nicht verkehrt, die zwar Geld kostet, aber gerade für die Rechtssicherheit bietet. Empfehlen kann ich da z.B. Dr. Thorsten Neumann, es gibt aber auch sicher andere gute Sachverständige, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert haben.

    Da die VefK ja fachlich freigestellt ist sehe ich an dieser Stelle theoretisch keinen Unterschied. In der Praxis weiß ich nicht, ob du (durch langjährige Vorarbeit) die Strukturen bei dem Unternehmen so gut kennst, dass du nicht als der Querulant dastehst, der ja immer nur mehr Geld für Prüfungen und Reparaturen haben will, die ja eh' nichts bringen und nur Geld kosten... Ich hoffe du verstehst was ich meine.

    Bauchgefühl würde ich an dieser Stelle von einigen Faktoren abhängig machen. Wenn du die Funktion sowieso darstellst für dieses Unternehmen, aber bis jetzt nicht auf dem Papier, dann würde mich wenig davon abeschrecken ( Mehr Verantwortung bedeutet aber vielleicht auch monetär etwas anderes). wenn die Firma aber nur für das Papier einen Namen sucht und du nicht die Lobby oder Möglichkeiten hast deine Gedanken und Forderungen auch durchzusetzen - dann lass es lieber. Und da du schreibst, dass du die Anlagen kaum kennst, sehe ich eher letzteres.

    Gruß
    Timo

    Ergänzung:
    1) der von Hans genannte Stefan Euler ist ebenso sehr zu empfehlen und ein Mensch mit viel Sachvstand.
    2) Im Nachgang frage ich mich, ob du überhaupt vEfk werden kannst, wo du doch die Maschinen kaum kennst.

    "Dabei gilt eine Person als Elektrofachkraft nach Abschn. 3.2, die Aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen, die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann."

    Kannst du aufgrund deiner Kenntnisse die Gefahren in der zugewiesenen Firma wirklich beurteilen?
    Geändert von TimoK (12.07.2016 um 16:03 Uhr)
    chaos, panic and disorder - my work is done!

  4. #4
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    Erstmal Danke für eure Antworten.

    Ich sehe im Fazit kein klares Nein, was mich darin bestärkt, den nächsten Schritt zu machen und eine Rechtsberatung/Schulung/Was-auch-immer bei meinem Chef zu beantragen.

    Der Frage, in welchem Umfang ich die Anlagen kennen muss, werde ich hierbei besondere Beachtung schenken.

    Zu meiner Situation: ich bin seit 13 Jahren Facharbeiter, seit 4 Jahren Meister und habe in einer früheren Firma schon einmal diese Position ausgefüllt.
    In meiner jetzigen Firma sind die Kunden auf meinen Chef und mich aufgeteilt, um eben eine höhere Anlagenkenntnis zu erreichen - in diesem Fall führt das aber dazu, das ich den fraglichen Kunden wie oben beschrieben kaum kenne...



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  5. #5
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    Ich finde es schon schwierig genug in der eigenen Firma den Bereich unter Kontrolle zu halten. Gerade wenn man noch einer der Einzigen ist, die sich mit dem Thema beschäftigen.

    Uns wurde damals in der "VEFK-Schulung" gesagt, dass wir nicht in die Richtung "Was muss ich alles tun?" denken sollen, sondern anders herum "Was hätte die VEFK hier besser machen können um den Unfall zu verhindern".

    Also immer überlegen, ob du alle Vorkehrungen getroffen hast, sowohl die normativ geforderten, als auch die Vorkehrungen, die dir selbst Sicherheit geben.

    Beispielsweise ist es sehr sinnvoll für jede einzelne Elektroarbeit oder Veränderung in der Firma eine Liste zu führen die alle Daten dazu enthält. Passend hierzu den einzelnen Bereichsleitern auferlegen, dass bei jeder Änderung eine Benachrichtigung abzugeben oder sogar Genehmigung von dir einzuholen ist.

    Damit erschlägst du direkt alle Fälle von "hab ich nicht gewusst, dass wir das so machen müssen" denn du weißt über alles Bescheid und wenn du nicht bescheid weißt, wurdest du nicht informiert.

    Vielleicht verstehst du auf was ich hinaus will.
    Es ist viel Bürokratie und oft auch viele Streitereien mit Mitarbeitern oder Vorgesetzten. Auf jedenfall ist dies nicht mit einer Unterschrift getan!

    Hol dir am besten jemanden, der dich beraten kann, vielleicht jemanden vom TÜV, das hat uns damals sehr geholfen (10 VEFKs für verschiedene Bereiche, manche mit- manche ohne Weisungsbefugnis).

    Grüße,
    Flo

  6. #6
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    Hallo Morymmus,
    ein klares nein oder ein klares ja wirst du hier im Forum wohl kaum erhalten. Dazu sind die Verhältnisse zu unbekannt.
    Du solltest dir aber im Klaren sein, dass es hier um Unternehmerverantwortung geht, welche ausgelagert werden soll. Deine Firma und ggf. du sollen diese Verantwortung übernehmen.
    Der Unternehmer, der die Verantwortung für den Elektrobereich auslagern will, steht in der Auswahlverantwortung, genauso der Verantwortliche in eurer Firma.
    Derjenige, der die Position der VEFK übernimmt, steht in der Verantwortung für den Elektrobereich.
    Hier ist also ein detaillierter Vertrag erforderlich. Die VEFK muss entscheidungsunabhängig erforderliche Arbeiten ggf. sofort in Auftrag geben können, oder auch Anlagen oder Maschinen außer betrieb setzen können.
    Um diese Rahmenbedingungen für alle drei Seiten vernünftig abstecken zu können, empfehle ich einen "Moderator" oder wie auch immer. Eine Fa. wie Mebedo, die Fa. Geltec oder ähnliche, haben Erfahrung mit solchen Situationen und können zu einer rechtssicheren Lösungen beitragen. Sie wissen auch Bescheid, was ggf. Versicherungstechnisch nachzubessern ist, oder welche fachlichen Defizide ausgeglichen werden müssen.
    Gruß, Hans

  7. #7
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    Aufgrund personeller Änderungen bei diesem Kunden kam nun die Frage auf, ob wir nicht auch die Position als VEFK stellen könnten.
    Hallo,

    hat denn diese Firma überhaupt noch Elektriker?
    Du musst, wenn Du diesen Job übernimmst, einen "Unterbau"
    an Elektrofachkräften in der Firma haben. Und zwar solche,
    die für- und nicht gegen Dich arbeiten. Du bist dann deren
    Fachvorgesetzter mit dem letzten Wort bzgl. Elektrotechnik.

    Gibt es schon eine Gefährdungsbeurteilung oder musst Du das
    alles neu erstellen?
    Ist die Sache mit Anlagenbetreiber, -verantwortlichen etc. geregelt?

    Wie viel Zeit stellt Dir Dein Chef zur Verfügung?

    Den Herrn Euler kann ich als Berater auch sehr empfehlen,
    ebenso sein Buch.

    Gruß
    Tommi

  8. #8
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    Also derzeit gibt es zwei Elektriker sowie drei EFfT.
    Ich kenne diese nur flüchtig von einer Schulung - kann also nicht beurteilen, ob die für oder gegen mich arbeiten würden.

    Gefährdungsbeurteilungen/Anlagenbetreiber/-Verantwortlicher etc... weis ich ehrlich gesagt noch nicht.

    Nach dem Buch werde ich auf jeden Fall mal schauen.

    Danke für Eure Meinungen und Hinweise!

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