Außenleiter Aderfarben (VDE 0100-096...)

Glon

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Hallo,

ich war gestern bei einer "Schulung" bei der IHK. Es war eine Jahresunterweisung für Elektrofachkräfte und sollte auch hinweise auf Änderung der VDE aufzeigen.
Der Kurs an sich hatte an sich unterste Qualität und strotzte nur so von Halbwahrheiten.

Eine Sache ist mir aber besonders aufgefallen:

Die Außenleiter Farben sollen geändert werden.

AußenleiterAltNeu (angeblich VDE 0100-096)
L1BraunSchwarz
L2SchwarzBraun
L3GrauGrau

Die Änderung wird mit Internationalisierung begründet. Die Farben im englischen werden Alphabetisch sortiert und den Außenleitern zugeordnet.
Bl < Br < Gr

Angeblich werden die Kabel jetzt auch in dieser Reihenfolge gefertigt und es gibt nur noch altbestände mit der alten Reihenfolge.

Unsere Elektriker Kolleginnen und Kollegen waren von dieser Aussage natürlich total entrüstet und es entbrannte eine hitzige Diskussion.

Wisst ihr was davon? Ohne Quelle dazu würde ich es erstmal als Märchen des Dozenten abtun.
 

GLT

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Quatsch mit Soße

Zitiere mal aus der VDE
Außenleiter in Wechselstromnetzen müssen durch die Farben SCHWARZ, BRAUN und GRAU gekennzeichnet sein.

ANMERKUNG Die Farben in 6.2.3 sind in alphabetischer Reihenfolge ihrer englischsprachigen Bezeichnung aufgeführt. Eine bevorzugte Gleichschaltung oder Drehrichtung wird damit nicht angegeben.

d.h. die Farbbezeichnungen wurden zwar alphabetisch sortiert aufgeführt (nach dem bescheuerten Englisch) - daraus ergibt sich nicht die Zuordnung zu L1,L2,L3.

Seitdem 3adrigen Leitungen statt Schwarz nun Braun enthalten, 4adrige kein Grau sondern Schwarz liefern u. Grau erst ab mehr Leitungen vorkommen, hat sich die tatsächliche Anordnung braun-schwarz-grau ergeben (früher sw-br-sw).
 

knabi

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Das ist auch in sofern logisch, da bei 3adrigen Leitungen / Kabeln seit der letzten Änderung (2003?) die Farben braun (vorher: schwarz) /blau/grün-gelb verwendet werden - ergo ist braun für den ersten Außenleiter prädestiniert.

Die Dozenten solcher Kurse sind leider meist totale Theoretiker und von der Praxis und den Anwendungen der Vorschriften meilenweit entfernt...

Gruß

Holger
 

MSB

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Im Prinzip sehe ich das in der Praxis so oft "falsch", dass es in der Realtität dann auch schon irgendwie wurst ist.
An diese normative Empfehlung mit L1 = braun ... halten sich ohnehin die wenigsten (konsequent).
 
OP
G

Glon

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Unsere Elektriker schließen oft CEE Stecker an und dort sind die Kontakte farblich markiert. Jetzt bestand die Angst das sie es entgegen der farblichen Markierung anschließen müssen 🙄
 

rostiger Nagel

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Kann man das nicht so lassen wie es mal war,
andauernd müssen die sich was neues ausdenken.

Ich bin für die Farben die ich in meiner Ausbildung
immer sehr häufig vorgefunden habe.

L1 - Schwarz
L2 - Blau
L3 - Schwarz
N - Grau
PE - Rot

Als Überstromschutz große Diazedsicherungen
und für den Personenschutz Fehlerspannungsschutzschalter
oder entfernen aller Leitfähigen Teile mit Schutzkontakt an
den Steckdosen, nur 1 Phase und Nulleiter auf Holzfußboden.

Hat Jahrzehnte lang gut funktioniert.
 

Blockmove

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Blöd war nur, dass man mit rot und PE nicht sicher sein konnte, rot wurde durchaus auch für L verwendet.
Eben.
Zu der Zeit gab es keinen Schutzleiter und erst recht keinen PE.

Das Älteste, das mir untergekommen ist, war Baujahr 1938. Eine 20A-Sicherung fürs ganze Haus. Textilummantelte Alu-Einzelleiter in Bleirohr verlegt.
Den Zähler hat mal jemand neu gemacht der Rest war Original. Steckdosen ohne Erdung.
 

rostiger Nagel

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Blöd war nur, dass man mit rot und PE nicht sicher sein konnte, rot wurde durchaus auch für L verwendet.
Eben.
Zu der Zeit gab es keinen Schutzleiter und erst recht keinen PE.

Das Älteste, das mir untergekommen ist, war Baujahr 1938. Eine 20A-Sicherung fürs ganze Haus. Textilummantelte Alu-Einzelleiter in Bleirohr verlegt.
Den Zähler hat mal jemand neu gemacht der Rest war Original. Steckdosen ohne Erdung.
Sag ich doch, so kenne ich das auch, man
spart sich den verdammten Schutzleiter und
Holzböden sind immer noch im Trend.
 

MSB

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Blöd war nur, dass man mit rot und PE nicht sicher sein konnte, rot wurde durchaus auch für L verwendet.
Ich weiß gar nicht, wie oft man schon gesehen hat, das auch GelbGrün als Schaltdraht, Korespondierender o.ä. verwendet wurde.
Sicher ist, dass es so ziemlich nichts gibt, bei dem man sich sicher sein könnte.
 

ducati

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Eben.
Zu der Zeit gab es keinen Schutzleiter und erst recht keinen PE.

Das Älteste, das mir untergekommen ist, war Baujahr 1938. Eine 20A-Sicherung fürs ganze Haus. Textilummantelte Alu-Einzelleiter in Bleirohr verlegt.
Den Zähler hat mal jemand neu gemacht der Rest war Original. Steckdosen ohne Erdung.
Und funktioniert nach fast 100 Jahren komischerweise immer noch. Und ich geh mal davon aus, dass in den letzten 100 Jahren auch komischerweise niemand in dem Haus durch Stromschlag gestorben ist...
Schon komisch alles...
 

Blockmove

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@ducati
Das Einzige was nicht funktioniert hat, waren die Dosenklemmen die mein „Vorgänger“ benutzt hat.
Das neue Kupferkabel hat er mit normalen Dosenklemmen an die alten Aluleitungen angeklemmt.
Das hat irgendwann geschmort. Ich hab damals die Dose neu gemacht und alles hat bis zum Umbau gehalten. Die alten Schalter hat mein Kumpel für ein Saugeld bei EBay verkauft.
 

Markus

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Ich weiß gar nicht, wie oft man schon gesehen hat, das auch GelbGrün als Schaltdraht, Korespondierender o.ä. verwendet wurde.
Sicher ist, dass es so ziemlich nichts gibt, bei dem man sich sicher sein könnte.

Ich hatte mal eine Dtehstromsteckdose die mit 3x1,5 angefahren war. Hat super funktioniert. Alles was dem Motor wichtig war, war da.

Aber wenn hier grad ein paar Experten zu dem Thema sind:

Wir haben früher, als es noch 2x schwarz gab, immer den zwischen blau und gelbgrün als L1 genommen.
Gab es dazu eine Regelung? Oder war das eines dieser unbeschriebenen Gesetze? Habt ihr das auch so gemacht.
 

hucki

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Oder war das eines dieser unbeschriebenen Gesetze? Habt ihr das auch so gemacht.
Norm war es IMHO nicht, sondern dieses ungeschriebene Gesetz.
Genau genommen war es der Schwarze neben Blau, damit das auch für -O Leitungen ohne GNGE bzw. auch für Leitungen mit außen umliegenden PE galt.


In BS, wo fast ausschließlich 5adrig als Zuleitung lag, haben wir dann immer SW BN SW geklemmt.

Auf der anderen Seite des Zaunes mit überwiegend 4adrig dagegen beim 4 adrigen SW BL BN, um den Außenleiter sicherer vom N zu unterscheiden und dadurch beim 5x dann SW SW BN, so dass BN immer L3 war.
 
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GLT

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War normativ nicht festgelegt - hat sich halt so eingebürgert.
Es gab aber auch firmeninterne Festlegungen, wie zu verfahren ist.
 
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