Fachkräftemangel?

DarkByte

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Guten Tag zusammen,

als Neuling kurz zu meiner Person, ich bin 26 Jahre alt Wohne in Bayern und habe 2 Jahren direkt als SPS-Programmierer gearbeitet und bin nun in einer anderen Position in einer Firma tätig welche ebenfalls im Bereich Elektrotechnik/Automatisierung tätig ist. Außerdem bin ich mitten in einem Fernstudium als Wirtschaftsingenieur-Informationstechnik. Ursprünglich habe ich in der Industrie Lackierer gelernt, bin dort in die Prozesstechnik und habe die Roboterprogramme "geteached", nach einer gewissen Zeit wollte ich dann mehr über die Roboter wissen, lernen und programmieren. Das war leider nicht möglich, so kam es zu dem Firmenwechsel und den eintritt in die SPS-Welt.

In den 2 Jahren habe ich sehr viel gelernt. Es war aber von meinem damaligem AG immer schon so konzipiert, dass sich die Tätigkeiten auf Bundeslandweit beschränkten. Dementsprechend kann ich, was internationale Reisen betrifft nur beurteilen, was ich beobachtete oder was man mir erzählte. In der Zeit habe ich viele verschiedene Firmen kennengelernt und ebenso viele Programmierer, Projektleiter, Mechaniker, Elektriker, E-Planer... wen man auf so einer Baustelle so trifft.

Seit dem ich mit diesem Bereich in Berührung kam war das Thema Fachkräfte groß, am meisten ging es um Programmierer und E-Planer. Ich selber habe es in den 2 Jahren ebenfalls am eigenen Leib erlebt, was es bedeutet viele viele… sehr viele Überstunden zu machen um den Terminplan einhalten zu können. Als Programmierer ist es nun mal auch meistens so, dass man als Letzter das Ruder noch rumreißen kann/soll/muss. Somit kam es bei mir dazu, das sich privat einiges geändert hat und ich somit nicht mehr 100%ig der Firma zur Verfügung stehen konnte. Das Endergebnis war eine Kündigung seitens des AG.

Worauf ich nun raus möchte ist, dass egal welche Firma ich kennen gelernt habe, alle Programmierer suchen. Mit den gängigen Anforderungen, Erfahrung, Reisebereitschaft etc...
Ebenso habe ich seit den nun 4,5 Jahren immer wieder gehört das die Leute aufgehört haben, daraus das diese eine/n Lebenspartner gefunden habe, Kinder bekommen haben, es psychisch nicht mehr gepackt haben, es schlicht weg satt hatten so viele Stunden immer und immer wieder zu arbeiten. Man bekommt jedoch keine neuen Arbeitskräfte nach. Es möchten im vergleich zu früher (kann ich natürlich nur bedingt beurteilen) kaum noch Leute reisen, und dies Einsatzbereitschaft an den Tag legen. Was verständlich ist schließlich kann ich mit gleichwertigen Abschlüssen, welche verlangt werden, oft bei Unternehmen in angenehmeren Positionen arbeiten. Komme pünktlich nach Hause und kann mich meiner Familienplanung, Freunden, Hobbys widmen.

Ist das in euren Bereichen/Firmen ähnlich? Machen nur hier die Firme irgendwas falsch?
Was könnte eurer Meinung nach dazu beitragen Leute zu motivieren dem Job wieder nachzukommen? (Ich selber finde den Job an und für sich auch toll, aber es steht eben für mich nicht in Relation dazu Zeit für meine Familie etc. zu haben.)
Ich habe auch schon darüber nachgedacht, was wäre wenn man ein Projekt so plant, dass jeder wirklich nur seine Sollstunden arbeitet. Das was darüber anfällt von "Bereitschaftsprogrammieren" abgefangen wird. Das würde sich vermutlich beim Preis des Kunden bemerkbar machen. Schließlich müssen auch die gezahlt werden. Wäre es vielversprechend das dieses Konzept aufgeht. Kann man sicherlich auch darüber nachdenken für ein paar Projekte weniger Gewinn zu machen um das im ersten Moment abzufangen (Das der Kunde das vielleicht nicht zahlt). Auf lange Zeit gesehen aber vermutlich nur bedingt realisierbar.

Was denkt ihr da so darüber?
 

DeltaMikeAir

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Ich habe auch schon darüber nachgedacht, was wäre wenn man ein Projekt so plant, dass jeder wirklich nur seine Sollstunden arbeitet. Das was darüber anfällt von "Bereitschaftsprogrammieren"
Das ist wohl eine Illusion. Außerdem, ich fahre doch nicht 800km weit auf eine Montage um dann dort 8 Stunden zu arbeiten.
Und bei der Inbetriebnahme wenn dann nichts geht sage ich um 16:00 Uhr "Schönen Feierabend"?

Man bekommt jedoch keine neuen Arbeitskräfte nach.
Bekommt man schon bzw. man muss sie sich halt ausbilden oder gut suchen. Das ist aber kein neues Thema.

Das würde sich vermutlich beim Preis des Kunden bemerkbar machen.
Das würde sich vor allem darin bemerkbar machen, dass man Aufträge nicht erhält, wenn eine Montage 3 Monate dauert statt 2 Monate
beim Mitbewerber. Wenn ich dem Kunden sage wir arbeiten auf Montagen nur 8h dann sagt der "Alles klar, ich begleite Sie noch zur Tür"
 
OP
D

DarkByte

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Das ist wohl eine Illusion. Außerdem, ich fahre doch nicht 800km weit auf eine Montage um dann dort 8 Stunden zu arbeiten.
Und bei der Inbetriebnahme wenn dann nichts geht sage ich um 16:00 Uhr "Schönen Feierabend"?
Naja, aber wenn die Mitarbeiter eben nicht Ihre 80 Stundenwoche wollen. Sondern eben "normale Arbeitszeiten"... Der Bereitschaftsprogrammiere kann ja dann auch länger als 8h bleiben, so lang bis sich die Lage wieder entspannt hat und man auf einer normalen Linie des Zeitplans ist, meist ist es ja nicht mit einem Tag Überstunden getan.

Bekommt man schon bzw. man muss sie sich halt ausbilden oder gut suchen. Das ist aber kein neues Thema.

Klar, ist das kein neues Thema, darum geht es ja. Selbst wenn man man jemand bekommt, und denjenigen ausbildet. Dauert es daraufhin oft nicht lange bis derjenige aus den genannten Gründen nicht mehr möchte/kann. (Familie, Freunde, Psyche, Durch Akademische Ausbildung bei anderen Firmen "bequemeren" Job) Gerade der letzte Punkt, wenn wir einen neuen Studenten bekommen der gerade in die Arbeitswelt einsteigt und vielleicht sogar voller Motivation ist, arbeitet der eventuell bei Kunden, bei denen er sehr schnell merkt das dort ebenso frisch fertig studierte Studenten arbeiten mit dem selben Abschluss und die weil sie bspw. in der Planung arbeiten die Baustelle nach 9h verlassen. Unser neuer Student sitzt da aber vielleicht noch weiter 3-4 h.... Nach ein paar Projekten wird dieser sicherlich in Fragestellen ob das so verhältnismäßig ist. Solche Situationen (nicht zwingen direkt Studenten betreffend) habe ich oft erlebt und immer wieder erzählt bekommen. Ihr doch sicherlich auch oder?

Das würde sich vor allem darin bemerkbar machen, dass man Aufträge nicht erhält, wenn eine Montage 3 Monate dauert statt 2 Monate
beim Mitbewerber. Wenn ich dem Kunden sage wir arbeiten auf Montagen nur 8h dann sagt der "Alles klar, ich begleite Sie noch zur Tür"
Ja, das ist derzeit auch verständlich. Dennoch sollte man sich doch die Frage stellen ob man da nicht trotzdem in irgendeiner Form ansetzen sollte. Wenn die Kunden irgendwann keine Firmen mehr finden welche Ihre arbeiten erledigen wird es auch für die schwierig.
 

DeltaMikeAir

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Naja, aber wenn die Mitarbeiter eben nicht Ihre 80 Stundenwoche wollen. Sondern eben "normale Arbeitszeiten"
Dann sind diejenigen nicht für so einen Job geeignet.

Der Bereitschaftsprogrammiere kann ja dann auch länger als 8h bleiben
Den Kollegen alleine lassen? Tolle Kollegen

Nur mal ein kleines Beispiel:
Wenn ich auf eine "kleine" Montage fahre und dort nur 8 Stunden arbeite, dann bin ich 3 Wochen von zu Hause weg, sehe drei Wochen
meine Familie nicht und sitze jeden Tag stundenlang im Hotel oder sonst wo rum, verdiene nicht deutlich mehr als wenn ich zu Hause bleibe.
Arbeite ich mehr, komme ich schneller nach Hause, die Anlage läuft schneller, alle sind glücklich und die Kasse stimmt auch.

Im übrigen, für mich wäre es nichts, auswärts 8 Stunden zu arbeiten. Wie langweilig, mir macht meine Arbeit Spaß und irgendwo
rumsitzen ist nichts für mich ( und nein, ich habe dadurch keine psychischen Schäden erlitten ).
 

DeltaMikeAir

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Ja, das ist derzeit auch verständlich. Dennoch sollte man sich doch die Frage stellen ob man da nicht trotzdem in irgendeiner Form ansetzen sollte. Wenn die Kunden irgendwann keine Firmen mehr finden welche Ihre arbeiten erledigen wird es auch für die schwierig.
Dann mach du doch den ersten Schritt und berichte einmal nach 1-2 Jahren wie es läuft.
 

DeltaMikeAir

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MFreiberger

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Ja, das ist derzeit auch verständlich. Dennoch sollte man sich doch die Frage stellen ob man da nicht trotzdem in irgendeiner Form ansetzen sollte. Wenn die Kunden irgendwann keine Firmen mehr finden welche Ihre arbeiten erledigen wird es auch für die schwierig.
Moin DarkByte,

ja, das kennt man ja schon aus dem Handwerk. Mein Freund hat ein Gerüstbauunternehmen. Der baut nicht alles, sondern nur, was er will. Selbst in der Industrie muss man da langsam umdenken.
Da hat so ein Greenhorn von einem Einkäufer versucht den Preis zu drücken. Mein Freund hat daraufhin sein Angebot um 10.000€ erhöht! Da der Kunde niemanden sonst gefunden hat, musste er die zusätzlichen 10.000€ bezahlen. UND: der Einkaufsleiter hat sich vielmals entschuldigt...

Wenn genug Arbeit da ist, kann man sich die Rosinen rauspicken. Allerdings muss man aufpassen, dass der Schuß nicht nach hinten losgeht und man Kunden verliert, die man nicht zurückgewinnt, wenn sich die Auftragslage wieder ändert. Letztlich ist das unternehmerisches Risiko. Wer den Markt gut lesen kann und passende Anworten hat (vielleicht auch etwas Glück), wird reich(er). Wer falsche Entscheidungen trifft, verliert.
Aber das ist wiederum nicht die Aufgabe des (angestellten) Programmierers. Der darf sich eine gute Stelle raussuchen bzw. eine, die zu ihm passt; wenn er sie denn findet.

VG

MFreiberger
 

DeltaMikeAir

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Moin DarkByte,

ja, das kennt man ja schon aus dem Handwerk. Mein Freund hat ein Gerüstbauunternehmen. Der baut nicht alles, sondern nur, was er will. Selbst in der Industrie muss man da langsam umdenken.
Da hat so ein Greenhorn von einem Einkäufer versucht den Preis zu drücken. Mein Freund hat daraufhin sein Angebot um 10.000€ erhöht! Da der Kunde niemanden sonst gefunden hat, musste er die zusätzlichen 10.000€ bezahlen. UND: der Einkaufsleiter hat sich vielmals entschuldigt...
Das mag ja jetzt in den "fetten" Jahren möglich sein aber es kommen auch wieder andere Zeiten.
 

MFreiberger

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Das mag ja jetzt in den "fetten" Jahren möglich sein aber es kommen auch wieder andere Zeiten.
Moin DMA,

das meine ich ja. Aber das muss der Unternehmer verantworten. Der bietet einen Job, den ich annehmen kann oder nicht.
Meinen Job muss ich verantworten.

Es kommt aber natürlich auch immer auf die Unternehmensgröße, die eigene Position in der Firma, usw. usw. an.

Pauschale Aussagen kann es da nicht geben.

VG

Mario
 
OP
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DarkByte

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Dann sind diejenigen nicht für so einen Job geeignet.


Den Kollegen alleine lassen? Tolle Kollegen

Nur mal ein kleines Beispiel:
Wenn ich auf eine "kleine" Montage fahre und dort nur 8 Stunden arbeite, dann bin ich 3 Wochen von zu Hause weg, sehe drei Wochen
meine Familie nicht und sitze jeden Tag stundenlang im Hotel oder sonst wo rum, verdiene nicht deutlich mehr als wenn ich zu Hause bleibe.
Arbeite ich mehr, komme ich schneller nach Hause, die Anlage läuft schneller, alle sind glücklich und die Kasse stimmt auch.

Im übrigen, für mich wäre es nichts, auswärts 8 Stunden zu arbeiten. Wie langweilig, mir macht meine Arbeit Spaß und irgendwo
rumsitzen ist nichts für mich ( und nein, ich habe dadurch keine psychischen Schäden erlitten ).

Ich glaube gerne das es auch Leute gibt, denen das nicht ausmacht, ich habe jedoch öfter erlebt das die Arbeitssituation zu einem Problem wurde, als das derjenige/diejenige das auf Dauer gut fand. Klar bist du schneller durch wenn du mehr arbeitest, aber es geht ja darum potentielle neue Mitarbeiter besser zu halten. Den Job an und für sich für diejenigen attraktiver zu gestalten welche den Job mögen und ausüben möchten aber aus den genannten Gründen diesen nicht weiter verfolgen, weil die Priorität auf lange Sicht eben mehr bei der Familie etc. ist.
Achja, ich hatte nie in den Raumgestellt das du psychische Schäden hast! Aber durchaus musst du zugeben, das Burnout und ähnliches mit Sicherheit nichts ist was in diesen Jobs auch um sich schreitet.

Man braucht übrigens keine akademische Ausbildung für einen "bequemeren" Job. Ausreichend Berufserfahrung, Geschick und Fleiß reicht auch.
Nein, mit Sicherheit nicht für alles. In dem Beispiel ging es aber doch um den von dir erwähnten Menschen, welchen ich ausbilde. Das Beispiel habe ich aufgefasst und einen frisch fertig Studierten genommen. Derjenige wird sich logischerweise mit anderen frisch fertigstudierten vergleichen und wenn derjenige feststellt, dass er mehr aufwenden muss um gleichviel oder vielleicht sogar weniger zu verdienen. Dann stellt er das zu Recht in frage. Klar kann ich auch einen frisch ausgelernten Elektrikergesellen ausbilden. Wenn man allerdings nach Jobs "SPS-Programmierer" sucht stößt man meistens auf die Anforderung eines Studium, Technikers etc. Mit diesen Qualifikationen kann ich ebenso gute Stellen in Konzernen besetzen mit einer guten, wie heißt es so schön, "Work Life Balance".

Dann mach du doch den ersten Schritt und berichte einmal nach 1-2 Jahren wie es läuft.

Wenn das so einfach wäre würde ich doch nicht hier mit euch darüber sprechen, oder?

Aber das ist wiederum nicht die Aufgabe des (angestellten) Programmierers. Der darf sich eine gute Stelle raussuchen bzw. eine, die zu ihm passt; wenn er sie denn findet.

Natürlich darf der sich seine Stelle raussuchen, aber gefühlt ist es oft vom Regen in die Traufe. Kein Unternehmen stellt sich hin und garantiert irgendjemandem das es nicht mehr Stunden werden als gesetzlich erlaubt. Klar offiziell mit Sicherheit, schriftlich auch. Die Realität sieht aber doch dann meistens anders aus, zumindest habe ich noch nichts gegenteiliges gehört.


Die Frage ist eben, wie man für alle beteiligten auf eine Gute Lösung kommen kann? Natürlich kann man immer was zu jammern finden, aber wenn die Leute schlicht weg ausbleiben. Gibt es nicht mal das Gejammer...
 

DeltaMikeAir

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Den Job an und für sich für diejenigen attraktiver zu gestalten welche den Job mögen und ausüben möchten aber aus den genannten Gründen diesen nicht weiter verfolgen, weil die Priorität auf lange Sicht eben mehr bei der Familie etc. ist.
Nochmal:
Auf Montage weniger arbeiten = Montage wird länger, man sieht seine Familie noch später = man sitzt Abends stundenlang rum = man verdient kaum mehr als jemand der zu Hause bleibt.
 

GLT

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Bei Montage kloppen was geht - selbst das schönste Hotel ist nur ein Schlafplatz - dafür eher zu Hause.
 

MFreiberger

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Bei Montage kloppen was geht - selbst das schönste Hotel ist nur ein Schlafplatz - dafür eher zu Hause.
Ja, aber: es darf natürlich nicht Montage auf Montage folgen. Dann sieht man seinen Schlafplatz zu Hause auch eher nicht.

Es gibt ja viele Formen zu arbeiten (Bohrplattform: 2 Wochen arbeiten/2 Wochen zu Hause; Finanzamt: 35h auf die Minute; flexibel je nach Arbeitsaufkommen, ...).
Vielleicht wären Vorgaben für manche Leute schön (wie ein Tarifverträg o.ä.). Andere finden es gerade gut, dass sie vieles selber bestimmen, organisieren dürfen/können/müssen.
Wo man manchen mit festen Regeln einen Gefallen tut, stößt man anderen damit vor den Kopf.

Am Ende denke ich da muss jede Firma/jedes Unternehmen einen Weg für sich finden und festlegen. Dieser Weg sollte dann aber auch bei der Einstellung klar kommuniziert werden.

Ich kann für mich sagen, dass ich wenig und wenn, dann kurz unterwegs bin. Dafür haben die Tage (am WE) vor Ort dann meistens kein Ende...

VG

MFreiberger
 

DeltaMikeAir

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Die Frage ist eben, wie man für alle beteiligten auf eine Gute Lösung kommen kann? Natürlich kann man immer was zu jammern finden, aber wenn die Leute schlicht weg ausbleiben.
Welche Firma musste denn ihren Betrieb einstellen weil sie niemand mehr hatten der rausfährt?

Es war schon vor 30 Jahren Thema, dass man erst mal MA finden muss die rausfahren und dass auch über Jahre.
Also nichts neues.

Und wie gesagt, deine Lösung scheint es ja zu sein, auf Montagen nur 8h zu arbeiten. Ich glaube das würde viele erst
verrückt machen.
 

Heinileini

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... was wäre wenn man ein Projekt so plant, dass jeder wirklich nur seine Sollstunden arbeitet. Das was darüber anfällt von "Bereitschaftsprogrammieren" abgefangen wird.
Woher nehmen, die BereitschaftsProgrammierer?
Für die BereitschaftsProgrammierer von vorn herein keine Aufgaben einplanen, damit sie im BedarfsFall garantiert zur Verfügung stehen?
Welche Eigenschaften müssen sie haben? Klaglos in den Startlöchern warten können?
Sie wie einarbeiten, damit die Übernahme/Fortführung des Projektes nahtlos funktioniert?
Wer soll sie einarbeiten? Der einzige, der sich auskennt, aber dank Erfüllung seiner Sollstunden für das Projekt nicht mehr zur Verfügung steht?

Ich denke, von Anfang an zwei (oder mehr?) Programmierer einplanen, die sich die Aufgaben teilen. So haben die Betreffenden/Betroffenen GesprächsPartner auf "Augenhöhe", die ziemlich tief im Thema stecken (z.B. die Auflagen des Kunden, Besonderheiten der Anlage/Maschine kennen) und zumindest einen "groben" Überblick haben.

Natürlich ist auch ein guter Draht zu anderen Abteilungen (Mechanik, Hydraulik, Pneumatik, ElektroKonstruktion, IT) und Lieferanten wichtig, da überraschend auftretende Probleme nicht immer allein durch den Programmierer ausgebadet werden können.
 

de vliegende hollander

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wenn nur 40 Stunden der Woche gearbeitet werden darf. z.b. in Belgien und Frankreich hab ich auch kein Bock. Sicherlich wenn du über das Wochenende weg bist willst du was verdienen. Im Sommer hab ich so gut wie immer das Rad dabei und mach rechtzeitig Feierabend. Max 10 Stunden am Tag. Im Winter nicht...
Ich hab das Glück ein Arbeitgeber zu haben der das Private gut und fast immer berücksichtigt.
 

rlw

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wenn nur 40 Stunden der Woche gearbeitet werden darf. z.b. in Belgien und Frankreich hab ich auch kein Bock.
In Deutschland darfst du auch nicht unbegrenzt arbeiten.
Siehe hier das Arbeitszeitgesetz.

§ 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer
Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht
Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden
nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalender
monaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht
Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Nur Selbstständige oder leitende Angestellte dürfen arbeiten bis sie umfallen.
 
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DarkByte

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In Deutschland darfst du auch nicht unbegrenzt arbeiten.
Siehe hier das Arbeitszeitgesetz.

§ 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer
Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht
Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden
nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalender
monaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht
Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Nur Selbständige oder leitende Angestellt dürfen arbeiten bis sie umfallen.
Ja... in der Theorie mag das wohl sein, aber in der Realität sieht das meistens jedoch komplett anders aus... Auch wenn auf das bestimmt eine Argumentation folg mit Versicherung und selber daran schuld etc. Meistens hat man ja doch das Pflichtbewusstsein das man das durchzieht. Wenn man dann irgendwann doch dieser Gesetzlichen Regelung folg wird der AG ziemlich sicher offiziel niemals zugeben das dies ein Problem für Ihn darstellt, aber es dich dennoch spüren lassen wenn es für Ihn eins ist.

Woher nehmen, die BereitschaftsProgrammierer?
Für die BereitschaftsProgrammierer von vorn herein keine Aufgaben einplanen, damit sie im BedarfsFall garantiert zur Verfügung stehen?
Welche Eigenschaften müssen sie haben? Klaglos in den Startlöchern warten können?
Sie wie einarbeiten, damit die Übernahme/Fortführung des Projektes nahtlos funktioniert?
Wer soll sie einarbeiten? Der einzige, der sich auskennt, aber dank Erfüllung seiner Sollstunden für das Projekt nicht mehr zur Verfügung steht?
Natürlich macht das nur bedingt Sinn.

Ich denke, von Anfang an zwei (oder mehr?) Programmierer einplanen, die sich die Aufgaben teilen. So haben die Betreffenden/Betroffenen GesprächsPartner auf "Augenhöhe", die ziemlich tief im Thema stecken (z.B. die Auflagen des Kunden, Besonderheiten der Anlage/Maschine kennen) und zumindest einen "groben" Überblick haben.
Das ist aber leider nicht immer bei allen machbar, oder was ist wenn dann doch jemand ausfällt. Soll ja auch vorkommen.

Welche Firma musste denn ihren Betrieb einstellen weil sie niemand mehr hatten der rausfährt?

Es war schon vor 30 Jahren Thema, dass man erst mal MA finden muss die rausfahren und dass auch über Jahre.
Also nichts neues.

Und wie gesagt, deine Lösung scheint es ja zu sein, auf Montagen nur 8h zu arbeiten. Ich glaube das würde viele erst
verrückt machen.
Das es schon immer Thema ist glaube ich gern, ich habe nur den Eindruck, das dies tendenziell schlimmer wird. Ich kann mich da natürlich auch täuschen...

Naja vielleicht sollte man das auch trennen... also Grundsätzlich wie MFreiberger erwähnt hatte eine Tarifvertrag oder ähnliches nehmen. In regionale Projekten das ganze wirklich auf normale Arbeitszeiten begrenzen und das bei internationalen Projekten derjenige das für sich entscheiden kann. Das sollte dann aber eine persönliche eigene Entscheidung sein, welche nicht schon als Kalkulationsgrundlage für den Betrieb dient. Wenn der Projektleiter/Chef oder wer auch immer schon damit rechnet, der macht ja eh immer 60h Woche, dann ist das meiner Meinung nach grundlegend Falsch. Wenn ein Mitarbeiter allerdings auf denjenigen zukommt und sagt, hier das Projekt in z.b. China mach ich, ich werd aber von Haus aus auf Überstunden gehen. Dann ist das doch völlig in Ordnung. Es geht ja nicht um diejenigen die das Freiwillig machen und glücklich damit sind. Es geht doch um diejenigen welche den Job gut finden aber mit der Erwartungshaltung der Firma/Kunden nicht arbeiten können und es deswegen nach meinem erwähnten Eindruck dazukommt das in den Firmen in meinem Umkreis kaum neue Programmierer nachkommen. Klar der eine wechselt mal von Firma A zu B oder zu C aber final sind es immer die selben Leute. Wenn neue kommen dann sind die nach 3,4 Jahren weg uns bilden sich weiter oder nehmen eine komplett neue Tätigkeit auf.
 

ducati

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Ja, aber: es darf natürlich nicht Montage auf Montage folgen. Dann sieht man seinen Schlafplatz zu Hause auch eher nicht.
Eben, das ist der Punkt.

Was mich aber aktuell am meisten nervt, sind nicht die Überstunden auf der Baustelle sondern der oft chaotische Projektverlauf...
Vorarbeiten nicht fertig, Terminplan nur politisch, Anlage ganz anders gebaut als vereinbart, schlechte Qualität der anderen Arbeiten, bürokratischer Scheiß, nervige politische Baubesprechungen, doofe Kunden, doofe Planer, Projektverantwortliche im Homeoffice oder Feierabend, TIA Scheiße, übermotivierte Kunden bzw. Kollegen...

Also kurzum, woanders ists garantiert nicht besser sondern nur anders.
 
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