Normen Download

s_kraut

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Kostenloser Zugang? Ja
Herunterladen? Vieleicht...
Das Ding zu einer Usability-Hölle machen, damit du weiter freiwillig eher die Normen kaufst? Möglicherweise ¯\_(ツ)_/¯

*grabs popcorn*
 
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Grundsätzlich begrüße ich den leichteren Zugang, von runterladen habe ich nix gelesen.
Problematisch wird es in meinen Augen durch internationale Zusammenarbeit. Standards die von ISO/IEC „übernommen“ werden müssen halt eigentlich quer finanziert werden. Das muss erstmal geklärt werden. Auch weil der Inhalt solcher internationaler Normen eigentlich auch geistiges Eigentum ist…
Glaube das wird alles nicht so einfach
 
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Schon ärgerlich, da kommt ein Chinese oder ein anderer Kopierer und klaut deine Jahrzehntelange fortlaufende Entwicklung einer Maschine. Was man sich teilweise nicht schützen lassen kann. Und die Firma kann den Preis der Kopierer nicht halten und geht hops.

Da kommt ein chatgpt und erstellt Programme die Leute nutzen, die nichtmal wissen warum das Programm funktioniert. Aber sich dann Programmierer nennen.

Ich persönlich finde einen freien Zugang zu Normen gut. Ich kenne kleinere Firmen die sich die Normen nicht leisten können oder wollen. Die bauen dennoch gute Maschinen nicht nach Normen, sondern mit gesunden Menschenverstand und Erfahrung. Und das funktioniert auch gut, bis ein Oberprüfer kommt und den die Normen um die Ohren haut. Nur weil er sie teilweise anders deutet.

Ob mit freien Zugang zu Normen und dadurch weniger bis kein Geld zu den Leuten wandert, welche die Normen ausarbeiten und dadurch die gesamte Aufrechthaltung der Normen bestehen bleiben kann, kann ich nicht beurteilen.
Weder welche Vor- und Nachteile uns entstehen.
 
Ich kenne kleinere Firmen die sich die Normen nicht leisten können oder wollen
Sich leisten wollen, werden eher die Wenigsten sein - es war/ist ein saurer Apfel, in den man halt beissen muss.
Persönlich hätte ich auch nichts dagegen, wenn ich mir die Kosten für unsere Abos sparen könnte - mal sehen, wie das langfristig umgesetzt wird.

Vlt. wird es ja "werbefinanziert" u. für Werbefreiheit wird dann das Bezahlabo fällig :sick:
 
Das folgende ist aus folgendem Kommentar von mir, zu einem Post über eben jenes Urteil. Könnte das Zeug nochmal schreiben, aber prinzipiell hat sich daran nichts geändert.


TL;DR: Ob das am Ende wirklich besser für den Maschinenbau aussieht, ist erst einmal abzuwarten. Wenn ich mir aktuelle Aussagen aus dem internationalen Umfeld anschaue, schwant mir jedenfalls nichts Gutes...

Man sollte auch nicht vergessen, dass es in der Maschinenverordnung einen Abschnitt zu "delegierten Rechtsakten" gibt. Damit hat die Europäische Kommission das Recht, "eigene Normen" zu erstellen, wenn die Erarbeitung entsprechender harmonisierter Normen "zu lange" dauert. Wer die dann eigentlich schreiben soll, weiß wohl nur sie selbst... :rolleyes:

PS: Ich könnte auch fragen, wie viele der Nutzer hier denn Maschinen bauen, bei denen C-Normen eine Rolle spielen (alles mögliche eben, z.B. Pressen, Spritzguss, CNC, Holzbearbeitung, Intralogistik, etc.). Und sich dann anschauen, wie viele davon unter der MRL harmonisiert sind - das vergleichen mit dem aktuellen Stand der Maschinenverordnung und mal hochrechnen was 2027 sein wird.

Kurz gesagt: Nein, das gilt für alle harmonisierten Normen. Zentrale Rolle hat hier die Verordnung (EG) 1049/2001 "über den Zugang der Öffentlichkeit zu Dokumenten des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission".
In Artikel 4 dieser Verordnung wird beschrieben, dass Organe (hier war es eben die Europäische Kommission) unter bestimmten Bedingungen den Zugang zu Dokumenten verweigern könnnen. Zitat:



Der fett gedruckte Teil wurde vom EGH als vorhanden angesehen.

Ich würde hierzu einen sehr viel ausführlichen Post machen, will aber nicht einen halben Tag rein stecken (mindestens) und dann liests sowieso keiner. Vielleicht kommt im Laufe der nächsten Woche was auf SocialMedia.

Jedenfalls stellen sich unabhängig von der Meinung zur Kostengestaltung für den Zugang zu harmonisierten Normen nun folgende Probleme dar:
  • Der Urteilstext hat teils fundamentale Fehler in der Begründung, die grundlegende Sachen vermissen zu scheinen. Absatz 65 (Urteilstext verlinke ich):

Das ist - mit Verlaub gesagt - hanebüchener Schwachsinn. Die Anfechtung kann durch eine Marktüberwachungsbehörde vorgenommen werden, nicht aber durch Privatpersonen oder Unternehmen in dem Sinne. Nun bin ich kein Jurist, aber man kann hier gerne auch auf deutschsprachige Anwälte in dem Bereich verweisen: Klindt, Geiß, Doll, Becker, Anzinger, Wank.​
  • Bei der Vermutungswirkung wird sich zeigen, ob Normen denn immer noch freiwillig sein können. Nein, die sind kein Gesetz. Ist auch nicht besonders clever, wenn das so wäre. Warum? Weil die Normung der technischen Entwicklung immer einige Jahre hinterher hinkt. Was hier durchaus passieren könnte, ist das Technologien, die von harmonisierten Normen erfasst werden, dass aber mit neuartiger Technologie versuchen zu lösen (die die harmonisierte Norm dann im Zweifel einfach nicht kennt), faktisch nicht mehr in der EU gebaut werden können.
  • Der Elefant im Raum ist natürlich die Finanzierung.
    • Was meint ihr denn, was etwa in der kommenden Überarbeitung der IEC 60204-1 für ein Schwachsinn drin stehen würde, wenn nicht ein deutscher Vorsitz gegen Italien und Frankreich dagegen arbeiten würde (ich bin ja nicht mal drin aktuell, da drehen sich mir aber auch so schon alle Magenwindungen um)?
    • Das Urteil gilt nur für harmonisierte Normen - bei weitem nicht für alle. Besteht also nun ein monetärer Anreiz, Normen bewusst so zu schreiben, dass sie nicht harmonisiert werden können? Gewisse Chairs von ISO TCs haben das öffentlich bereits so in den Raum geworfen bzw. vorgeschlagen (verlinke ich jetzt nicht).
    • Wir haben mit ISO die sogenannte "Wiener Vereinbarung" bzw. mit IEC die "Frankfurter Vereinbarung". Diese beschleunigen die Erarbeitung entsprechender Normen erheblich. Was wird ISO wohl tun, wenn man ihnen nun die eigenen Umsätze kannibalisiert? Wird man sehen. Kann gut sein, dass wir in Europa dann eigene Normen haben werden - die auch nicht auf die internationalen aufbauen dürfen.
    • Sollte es Probleme mit der Erstellung harmonisierter Normen geben, die Kommission aber der Meinung sein, etwas zu brauchen, was passiert dann wohl mit der Maschinenverordnung? Die Kommission wird dann einfach "im Vorbeigehen" eigene Regeln erlassen (wer auch immer die schreiben soll). Beim Sachverstand, den man da bei anderen Sachen an den Tag legt, schwant mir nichts Gutes.
Ob das am Ende wirklich gut für die Anwender ist, wird man sehen. Ich habe da noch so meine Zweifel.

Aber: Man muss auch sagen, dass die Kommission da einfach dumm agiert hat die letzten Jahre mit verschiedenen Änderungen (z.B. auch damit, die Normen im Teil L des Amtsblatts zu veröffentlichen). Insofern, ein gutes Stück weit selbst schuld.

PS: Die Situation hier mit ETSI zu vergleichen ist ein typischer "Äpfel mit Birnen"-Vergleich. Merkt man aber, wenn man sich die Finanzierung und die dahinter stehenden Sponsoren anschaut (die scheren bei ETSI ein paar hundert Millionen nicht).

Falls jemand Langeweile hat, hier der Urteilstext
 
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