Retrofit in heißer Umgebung – dezentrale I/O bei >60 °C?

Pferdle

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Ich plane ein Retrofit einer sehr alten Anlage (noch ohne SPS).
Aktuell ist alles zentral in einem Schaltraum verdrahtet – mit sehr großen Kabelbäumen und wenig Platz.

Meine Idee wäre, auf dezentrale I/O-Stationen im Feld umzusteigen.
Problem: Das Gebäude (mehrstöckige Mühle) wird im Sommer extrem heiß.
Temperaturen über 60 °C sind möglich.

Viele Komponenten sind zwar bis 50 °C freigegeben, aber das ist mir auf Dauer zu kritisch.
Ziel wären eher max. 30 °C für die Technik.

Meine Fragen:
  • Welche Lösungen nutzt ihr bei solchen Temperaturen?
  • Gibt es gut isolierte und klimatisierbare Steuerkästen für den Feldeinsatz?
  • Oder würdet ihr in so einem Fall doch eher bei zentraler Technik bleiben?
Danke für eure Erfahrungen!
 
SIPLUS ET200SP sollte bis 70°C passen, bei waagerechtem Einbau.
Oder halt ne Schaltschrankkühlung vorsehen...

Was ist mit Ex-Schutz?
 
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Kühlung von dezentralen IO ist immer schwierig. Kühlung bedeuted gleichzeitig Wartung für die Kühlung. Kühlung kostet!

Ich kann nur für mich sprechen. Ich hatte über die Jahre einiges unter extremen Bedingungen im Einsatz bzw. im Einsatz gesehen.
Nr.1 wat da die S5. Die hat fast alles mitgemacht bis heute. Die ET200S von dem was ich gesehen habe auch. Die ET200SP kann ich
noch nicht sagen.

VIPA System 200 war ebenfalls äusserst tolerant was temperatur und schlechte Umgebung angeht.
Die SLIO versagt hier komplett.

Was mir aber als äusserst positiv über die Jahre im Service aufgefallen ist, ist die Wago 750. So gut wie keine Ausfälle.
Wago 750 kenn ich von Anlagen mit hohen Umbebungstemperaturen sowie agressiver Umgebung. Läuft unauffällig.

Wenn ich das Projekt planen würde wäre ne Wago 750XTR die Wahl. Die ist auch dafür spezifiziert. Kostet aber mehr!
 
Was ist mit Ex-Schutz?
Ex-Schutz ist zum Glück nicht notwendig.

Für mich läuft es aktuell auf drei Optionen hinaus:

1) Zentrale Verkabelung beibehalten
Alles bleibt wie bisher und wird in den „kühleren“ Schaltraum geführt.
Nachteile: hoher Verkabelungsaufwand, wenig flexibel bei Erweiterungen

2) Dezentrale Stationen klimatisieren
Problem: Kaum gut isolierte Schaltschränke verfügbar
Outdoor-Gehäuse helfen bei Kälte/Nässe, aber kaum bei Hitze
Klimatisierung bedeutet zusätzlichen Energieaufwand und Wartung

3) Komponenten für hohe Temperaturen einsetzen
technisch machbar aber:
vermutlich geringere Lebensdauer und wieder ein zusätzliches Sortiment nur für diesen Sonderfall

Frage in die Runde:
Welche Lösungen habt ihr in vergleichbaren Fällen umgesetzt?
Gibt es noch Ansätze, die ich übersehe?
 
Frischluftversorgung über isolierte Luftkanäle wäre da auch mein Ansatz, schützt auch die Verteiler vor extremer Verstaubung.
 
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Arbeitet jemand von euch in Umgebungen mit dauerhaft >60 °C?

Bei solchen Temperaturverhältnissen müsste sich doch ein Kamineffekt nutzen lassen, um kühlere Außenluft nachzuziehen.
Selbst im Hochsommer bei 35 °C Außentemperatur sollte das noch funktionieren.

Wie sind die Stockwerke bei euch miteinander verbunden (offen, Schächte, Treppenräume)?
Wie findet der Luftaustausch aktuell statt?
 
Danke für eure Rückmeldungen – eine Richtung zeichnet sich ab.

Ich werde statt vieler kleiner Stationen wenige größere Einheiten einsetzen.
Diese bekommen eine Außenluftzufuhr zur Kühlung und für leichten Überdruck.

Außerdem werden die Stationen nicht direkt unter dem Dach, sondern eine Etage darunter installiert.
Ein gewisser Kamineffekt ist bereits vorhanden, da die Etagen nur durch Gitterroste getrennt sind.

Ob sich die Gebäudelüftung weiter optimieren lässt, muss separat geprüft werden – das liegt aber nicht in meinem Bereich.

Frage noch in die Runde:
Kennt jemand Hersteller für gut isolierte Schaltschränke?
 
Wir haben in der Vergangenheit häufig an den dezentralen IO Schränken Peltier Kühlungen eingesetzt. Z.B. in tropischen Gebieten mit VA Schränken im freien. Diese haben immer gut funktioniert. Hier haben wir die 24V Variante von Elmeko genutzt.
 
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