Datenaustausch zwischen PhoenixContact ILC und Siemens 1200/1500

KarlMeier

Level-2
Beiträge
345
Reaktionspunkte
66
Zuviel Werbung?
-> Hier kostenlos registrieren
Hallo zusammen,
bei uns steht intern ein Anlagenumbau an. Der auszutauschende Teil der Anlage wird von einer Fremdfirma aufgebaut und in Betrieb genommen (Es ist ein fertiger Maschinenverbund). Der Maschinenhersteller arbeitet mit PhoenixContact, vermutlich ILC-CPUs.

Nach diesen Maschinen übernehmen wir intern die weitere Bearbeitung. Wir nutzen bei unseren eigenen Steuerungen und Anlagen Siemens 1200/1500. Bei der Vorbesprechung wurde Profinet als Datenschnittstelle festgehalten. Nun sagt mir der Maschinenhersteller, dass dies nicht umsetzbar ist. Jetzt geht es darum eine Alternative zu finden oder auf die Profinet-Lösung zu bestehen. Allerdings weiß ich gar nicht, ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt die beiden CPUs direkt via Profinet miteinander sprechen zu lassen. Phoenix hat zwar einige Profinet-Komponenten, welche auch mit Siemens verbunden werden können, aber ich habe bisher nichts gefunden, das einen direkten Datenaustausch zwischen den CPUs beschreibt. Ich finde nur die Möglichkeit dezentrale Peripherie von Phoenix via Profinet direkt mit Siemens CPUs zu nutzen.

Was wird benötigt:
ca. 10 Datenpunkte mit 16/32 bit (von Fremdanlage)
ca. 16 Datenpunkte mit 1bit (von und zur Fremdanlage)

Konkrete Fragen:
- Gibt es eine Möglichkeit eine PhoenixContact ILC-CPU direkt über Profinet mit einer Siemens CPU sprechen zu lassen?
- Gibt es alternativ die Möglichkeit mit einem PN/PN-Koppler zu arbeiten welchen beide CPUs unterstützen?
- Welche sinnvollen Alternativen würde es geben? Profibus und CAN könnte ich mir vorstellen, halte ich aber nicht für zeitgemäß für eine Neuanlage und wäre daher nur eine Notlösung. OPCUA und Modbus TCP/IP möchte ich nicht, weil die IP-Bereiche getrennt bleiben müssen und zu instabil bei zyklischem Datenaustausch sind.

Es wäre super, wenn mir hier jemand weiterhelfen kann, der das vielleicht schonmal umgesetzt hat oder zumindest weiß was möglich ist und was zuverlässig funktionieren kann/wird.
 
Generell sind ILC Controller nicht mehr zeitgemäß. Aber hat dir der Maschinenhersteller einen Grund genannt warum Profinet nicht geht?
Meist liegt das am mangelnden Willen.
 
Zuviel Werbung?
-> Hier kostenlos registrieren
Am einfachsten ist ein PN-PN Koppler, da hat man eine saubere Trennung.
Wenn ihr das fordert und auch dafür die Kosten übernehmt und der Hersteller das nicht erledigt (oder erledigen kann) dann weiß ich nicht ob das einer Klärung bedarf...

Das wird eine "Serienanlage" sein und die Software zugekauft sein, die eigenen Programmierer wurden schon vor 10 Jahre weg Rationalisiert :cautious:
 
Am einfachsten ist ein PN-PN Koppler, da hat man eine saubere Trennung.
Wenn ihr das fordert und auch dafür die Kosten übernehmt und der Hersteller das nicht erledigt (oder erledigen kann) dann weiß ich nicht ob das einer Klärung bedarf...

Das wird eine "Serienanlage" sein und die Software zugekauft sein, die eigenen Programmierer wurden schon vor 10 Jahre weg Rationalisiert :cautious:
Ein PN/PN-Koppler wäre eine gute Lösung, aber können die Phoenix-CPUs mit einem PN/PN-Koppler arbeiten? Gibt es da etwas? Ich hab im Netz nichts offensichtliches gefunden und kenne mich auch absolut nicht mit dem Phoenix-Portfolio und den Bauteilen aus. Jedenfalls was die SPS-Technik betrifft. Ich kenne die Digitalen und Analogen Eingangs/Ausgangs-Baugruppen der ILC-CPUs, weil davon mehrere vom gleichen Hersteller im Betrieb sind. Das wars… Vielleicht wird auch eine andere CPU-Generation verbaut.

Wenn ich weiß, dass das mit nem PN/PN-Koppler 100%ig funktionieren kann, dann würde ich drauf bestehen das so zu machen.
 
Könnt ihr von dem Auftrag ohne Vertragsstrafe zurücktreten?
Ggf. kann man mit dem Maschinenhersteller über die Mehrkosten reden. Wenn man das bezahlt, werden die sicherlich nicht nein sagen.
 
Zuviel Werbung?
-> Hier kostenlos registrieren
Nein das ist keine Option, weil die Maschine bestellt ist und auch benötigt wird. Es gibt wie gesagt einige Optionen für die Schnittstelle, eine Inbetriebnahme ist daher nicht unmöglich, auch ohne Profinet-Schnittstelle.

Ich hätte es aber gerne „ordentlich“ gelöst, mit dem aktuellen Stand der Technik und nicht mit irgendeinem Gemurkse. Leider sind die Maschinenhersteller in unserer Branche etwas „rückständig“ und sehr unflexibel. Da gibt es kaum Alternativen.

Wir wollen aber nochmal speziell über die Schnittstelle sprechen und uns auf etwas einigen. Wenn ich vorschlagen kann, dass man es mit PN/PN-Koppler lösen kann, dann muss ich aber natürlich auch wissen, dass es tatsächlich praktisch funktioniert. Aber wie gesagt, ich kenn mich da mit Phoenix überhaupt nicht aus. Können die zB mit einem Siemens PN/PN-Koppler kommunizieren? Zum Beispiel: 6ES7158-3AD10-0XA0

Die Mehrkosten sind erstmal nebensächlich.
 
Dann bringe bitte mal ein paar mehr Details in Erfahrung. Mehr als dass eine PhoenixContact Steuerung drinnen ist wissen wir bis dato nicht.
 
Also, der ILC spricht Modbus/TCP, das kann deine Siemens auch, das würde funktionieren. Bau einen Router dazwischen, dann hast du eine saubere Trennung. Da ist auch nix instabil, wer hat dir das eingeredet?
Alternativ einen Anybus-Konverter, der würde dir auch Modbus mit Profinet verbinden.
 
Also, der ILC spricht Modbus/TCP, das kann deine Siemens auch, das würde funktionieren. Bau einen Router dazwischen, dann hast du eine saubere Trennung. Da ist auch nix instabil, wer hat dir das eingeredet?
Alternativ einen Anybus-Konverter, der würde dir auch Modbus mit Profinet verbinden.
Modbus TCP/IP hab ich an unzähligen Geräten im Einsatz (Messgeräte, PV-Wechselrichter, Wallboxen etc.) Das funktioniert auch problemlos, solange das Anfrageintervall nicht zu klein ist.
Wenn ich zwei CPUs miteinander verbinden und kommunizieren lassen möchte, dann ist mein zeitgemäßer Anspruch, dass dies in Echtzeit stattfindet. Insbesondere wenn die Maschinen prozesstechnisch miteinander zusammenarbeiten müssen. Da möchte ich eigentlich keine Router oder anderen Konverter dazwischen haben, wenn es nicht unbedingt sein muss und es technisch bedingt keine andere Lösung gibt.
 
Ich arbeite auch viel mit Modbus-on-TCP ohne jegliche Probleme. Welche Echtzeit-Geschwindigkeitsanforderungen gibt es denn?
Mein Problem mit Modbus ist, dass ich zwingend einen Router dazwischen benötige. Dies ist aber sicherheitstechnisch problematisch und möchte weder der Maschinenhersteller, noch wir als Kunde. Bei uns gibt es strenge Netzwerk-Sicherheitsvorschriften und so müssen IP-Netze konsequent getrennt werden. Dort wo es absolut nicht möglich ist, muss über die Firewall geroutet werden. Und das sind zum Einen Schwachstellen im Netzwerk, zum Anderen Fehlerquellen für die einwandfreie, fehlerfreie Kommunikation.
 
Nee, in Kritis-Zeiten kommt das wieder in Mode. Datenaustausch mit der Leittechnik in meinem letzten Projekt: Weg von Ethernet, zurück zu RTU.
 
Zurück
Oben