Einfach das Ventil mit dem höchsten Sollwert auf 100% setzen funktioniert leider nicht, da die Widerstände in den Strängen unterschiedlich sind/sein können. (Andere Komponenten, Längen, etc.)
Nach grossen AnlaufSchwierigkeiten, Dein Anliegen überhaupt annähernd zu verstehen, hatte ich Deinen EnergieSparAnsatz akzeptiert, in demjenigen Zweig das StellGlied auf 100 % festzunageln, für den der LöwenAnteil der Aufteilung angefordert wird.
Nun sagst Du aber, das funktioniert leider nicht. Warum jetzt aus Deiner Sicht doch nicht?
Mir ist durchaus klar, dass die Widerstände in den diversen Strängen unterschiedlich sein werden und auch variieren können, aber was genau meinst Du mit "funktioniert leider nicht"?
Ist das jetzt ein Argument dafür, diesen Ansatz endgültig in die Tonne zu treten? EnergieSparen ist doch angesagt.
Immerhin sollen die Stränge separat und unabhängig von den anderen geregelt werden. Wir müssen "nur" dafür sorgen, dass den Reglern genügend SpielRaum bleibt, um auch regeln zu können. U.a., damit sie wirklich unabhängig voneinander arbeiten können, statt sich gegenseitig die Ressourcen abzugraben.
Also im Prinzip schaue ich immer auf die MaxDifferenz zwischen SOLL und IST in jedem Strang. Der größte Wert hat Vorrang.
Die Differenz zwischen SollWert und IstWert ist sowieso das Mass für die Regler, ihren Dienst zu tun und Abweichungen gering zu halten.
Derjenige Regler, der die grösste Differenz zwischen Soll und Ist feststelt, wird ohnehin am heftigsten reagieren. Du musst nicht eingreifen und irgendwelche VorrangRegeln oder RegulierungsMassnahmen "draufsetzen". Wird irgendeiner der beteiligten Regler künstlich daran gehindert, seine Aufgabe erfüllen zu können, so macht das nur zusätzliche Probleme, insbesondere durch den IntegralAnteil des Reglers.
Dadurch erreiche ich, dass andere Durchflüsse automatisch mit in die richtige Richtung wandern.
Ich fürchte, Du willst den ZeitPunkt, an dem andere Durchflüsse beginnen können, "automatisch in die richtige Richtung zu wandern", nur willkürlich hinauszögern. Das bringt aber keine Beruhigung, sondern sorgt dafür, dass unnötig viel "NachholBedarf" bei den einzelnen, ausgebremsten Reglern aufgestaut wird.
Der Punkt, warum ich nach wie vor Bauchschmerzen bei dem Gedanken bekomme, den StellWert desjenigen Reglers auf 100 % zu setzen, der am meisten "liefern" soll, ist folgender: ein Regler, der weiss, dass er kräftiger auf's GasPedal treten müsste, um eine RegelDifferenz zügig abzubauen, wird zu Beginn einer grossen Abweichung gerne mehr anfordern, als er später benötigen wird, um den erreichten Wert zu halten.
Der Regler weiss wie es geht und was er tun müsste, aber wir lassen ihn nicht. Die nötigen Reserven billigen wir ihm nicht zu. Das behindert und stört die WirkungsWeise des Reglers.
Was tun? Auf gute RegelEigenschaften verzichten zu Gunsten einer EnergieEinsparung? Oder den Aspekt EnergieSparen so hoch hängen, dass die Regler Probleme bekommen?
Wir müssen ein gewisses Mass an EnergieVerschwendung einplanen, um vernünftig regeln zu können. Wir sollten aber versuchen, die EnergieVerschwendung in Grenzen zu halten. Reserve für die Regler vorsehen, aber nicht mehr als nötig. Welches Mass an Reserve nötig ware, können wir aus der Ferne nicht abschätzen.
Wohin mit der zuviel ins System bzw. in die Zuleitung gepumpten Energie? "Ablasen" kommt ja wohl nicht in Frage.
Das "starre" Verhalten der Zuleitung gefällt mir nicht. Könnte man einen DruckSpeicher einbauen?
Um den EnergieSparGedanken wieder aufzugreifen: die Idee, die Werte der StellGlieder (bzw. die ReglerAusgänge) auszuwerten, finde ich gar nicht übel. Sie sind ein Mass dafür, wieviel Reserve für die AufteilungsRegler vorhanden ist.
Man sollte diese aber nicht auswerten, um die AufteilungsRegler zu beeinflussen, also nicht deren SollWerte darüber zu manipulieren, sondern sie müssten auf die Regelung des Zuflusses "korrigierend" einwirken - sofern das überhaupt nötig oder wenigstens hilfreich wäre.
Ich gehe mal davon aus, dass der ProzentWert, der maximal für das am weitesten geöffnete AufteilungsVentil angestrebt werden sollte, schwanken wird. Je nach BetriebsBedingungen, z.B. je nach Art der Änderungen bei den AufteilungsVorgaben. Vielleicht findet man einen Weg, diesen ProzentWert z.B. sachte zu erhöhen, wenn es zweitweise keiner grösseren Reserven für die Regler bedarf. Oder vielleicht findet man ein Kriterium dafür, einen Bedarf für eine höhere Reserve möglichst frühzeitig zu erkennen. Das wirkliche Problem dabei wird es sein, den bevorstehenden Verlauf des Bedarfs "vorauszusehen".
Zur Erinnerung, mit Reserve meine ich den Abstand des ProzentWertes von 100 % "nach unten", kleine Reserve knapp unter 100 % - sagen wir mal 97 % - und grosse Reserve deutlich unter 100 % - sagen wir mal 85 %. Keine Ahnung, die Werte habe ich natürlich aus der Luft gegriffen.
Man müsste mal am "lebenden Objekt" beobachten können, was sich wie verhält. Ein Aufzeichnen der "relevanten" Werte wäre sinnvoll, am besten inkl. dem Verhalten des ZuflussReglers.