Parametrierbare Verkettung

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Hallo,

ich bearbeite gerade ein neues Projekt für die Anlagen- bzw. Fördertechnik. Dabei wird Stückgut über Schleusen, Schnecken, Haspel, Becherwerke etc. bis zu einem Endpunkt transportiert. Die Funktion ist relativ simpel. Es soll lediglich sichergestellt werden, dass vom Endpunkt aus alle notwendigen Aggregate nacheinander eingeschalten werden. Es muss deshalb eine gewisse Abhängigkeit zwischen den Aggregaten bestehen. Zusätzlich können über Anwahl unterschiedliche Förderwege vorgewählt werden.
Da die Software nicht nur für eine Anlage konzipiert werden soll, sondern für mehrere unterschiedliche, muss diese entsprechend modular aufgebaut sein. Auch die Anordung der Aggregate kann unterschiedlich sein.

Ein erster Ansatz von mir wäre, für die jeweiligen Aggregate ein Softwaremodul (FB) zu erstellen welches jeweils meldet ob ein vorgelagertes Aggregat einschalten darf oder nicht (Status). Jedes Modul ist mit einer eindeutigen Nummer gekennzeichnet und über einen Parameter würde ich zusätzlich jedem Modul mitteilen, zu welchem Modul eine Abhängigkeit besteht. Die Statis jedes Moduls würde ich in einem Array sammeln. Das Array wird während der Laufzeit durchsucht und bei Übereinstimmung wird der Status dem jeweiligen Modul zugewiesen.
Somit könnte ich beliebig viele Module mittels Parametrierung miteinander kombinieren.

Bei Anwahl eines entsprechenden Förderweges habe ich bislang noch kein Konzept gefunden. Auch der Förderweg geht in die Freigabe eines Moduls mit ein.

Ich bin auf eure Kommentare und Ansätze gespannt.
 
Eins hab ich in all meinen Jahren gelernt.
Komplexe FBs bringen bei Fördertechnik nichts. Du kannst noch soviele Varianten haben, irgendein Mechanikkonstrukteur oder Fertigungsplaner bring immer eine neue Variante auf den Tisch. Das ist wie Hase und Igel.
Deshalb vernünftige Betriebsartenbausteine und Aktorbausteine (Motor, FU, Ventil, ...) und die logischen Verknüpfungen zwischen den Elementen einfach ganz normal ausprogrammieren.
Für große Fördertechniken haben wir 2 externe Zulieferer. Einer arbeitet komplett mit FB, der andere so wie ich es beschreiben habe.
Bei der Erst-Inbetriebnahme schenken sich letztlich die Lösungen nichts. Dafür erfordern Änderungen an komplexen FBs oft ein Reinitialisieren. Und dass bedeutet meist ein Stoppen der Produktion oder gar ein Leerräumen. Je einfacher die Software gehalten ist, umso seltener ist Reinitialiseren notwendig.
Ein ganz wichtiger Punkt bei Fördertechnik ist ein vernünftiges System für Bezeichnungen. Im Idealfall ist es durchgängig von Mechanik bis hin zur SPS
 
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Wenn es ein linearer Ablauf werden soll und keine parallele Verzweigungen ergibt, kommt mir eine Schrittkette in den Sinn.
Im Schritt wird dann aber eine Nummer abgespeichert, die den entsprechenden Bausteinaufruf ergibt.
So kann man erst mal alle FB der Reihe nach abarbeiten und auch die Struktur beliebig aendern.Die Anzahl der Schritte muss man halt aendern.
Der jeweilige FB der fertig ist meldet fertig und der darauffolgende FB legt los wenn erselbst bereit ist und vom Vorgaenger die Freigabe kriegt.
Die Betriebsarten muessen vollstaendig integriert werden.Hand/Auto/Schrittweiterschaltung und entsprechenden Schrittanwahl.
Das Ganze ist denke ich relativ kompliziert.Stell dir mal das nicht zu einfach vor.
Natuerlich noch die ganzen Abhandlungen wenn du haengen bleibst.
Gemacht habe ich so was noch nicht.Wenn sich das staendig aendert waere auch die Frage ob man das mit Graph 7 macht.
Die Struktur des Ablaufs darstellen, meinte ich.


.
 
Also Schrittkette ist bei Fördertechnik möglich aber meist nicht die optimale Wahl. Hängt stark vom Fördergut und der Art der Fördertechnik ab.
Einen 300kg verschiebt kaum jemand auf nem Förderer ... Eine Schachtel Pralinen schon eher.
Eigentlich fährt man bei Fördertechnik mit ner klassischen Verknüpfungssteuerung am besten.
 
OK.Aber wie bildet man das sequentielle nacheinander ab?Und er will die Reihenfolge ja noch staeendig aendern.
Ich hab das so verstanden, dass sich die Reihenfolge der Module mechanisch ändert.
So was ist ja ein Schnittstellenthema. Wenn du ein Fördertechnikelement betrachtest, hast du ja immer eine Schnittstelle zum vorhergehenden und zum nachfolgenden Element. Erstmal egal um was es sich handelt. Die Schnittstelle muss nun eben alle Eigenschaften /Signale haben, die du für die Funktion und die Produktsteuerung brauchst. Im einfachsten Fall arbeitest du dann mit den den Instanzen. Gibt es mehrere feste Konfigurationen, dann kannst du mehrere Aufruf-FBs definieren, die dann den mechanischen Aufbau widerspiegeln.
Soll es dynamisch über ein HMI konfigurierter sein, dann halt über eine Art verkettete Liste.
 
Wenn ich mich einfach mal nach dem Beschriebenen orientiere dann kommt für mich eine Art Laufzettel in Betracht, der an dem Fördergut (im übertragenen Sinne) hängt. Das heißt, dass die einzelnen Segmente sich nur für ihre Aufgabe interessieren und den "Laufzettel" des Förderguts. Das ist natürlich am Sinnvollsten wenn der jeweilige Tray (oder die Palette) eindeutig an jeder Station identifiziert wird. Nun kann das SPS-Programm schauen welcher "Laufzettel" hier gilt und danach entscheiden oder an der Station etwas mit dem Fördergut zu machen ist.
Ein solcher "Laufzettel" wäre nach meiner Vorstellung ein Array of Struct in der SPS in dem dann quasi eingetragen wird was zu machen ist und was gemacht worden ist. So kann dann im Grunde eine Palette auch mit dem Gabelstapler aus der Anlage herausgeholt werden und an falscher Stelle wieder hineingestellt werden und es korrigiert sich trotzdem ...
 
Schnecken, Haspel, Becherwerke sind noch deutlich einfacher als Paletten oder Trays.
Wenn die Anlage "Verriegelt" ist, muss immer gewährleistet ein, dass der wegfördende Antrieb läuft.
Ist das nicht der Fall = Stopp...

Eine "Entriegelung" sorgt bei Wartung oder Fehlersuche dafür, dass der Antrieb auch einzeln Ein/Aus geschaltet werden kann.
 
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Mich hat halt das nacheinander irritiert, wo er schrieb.
Wenn ich mich einfach mal nach dem Beschriebenen orientiere dann kommt für mich eine Art Laufzettel in Betracht, der an dem Fördergut (im übertragenen Sinne) hängt. Das heißt, dass die einzelnen Segmente sich nur für ihre Aufgabe interessieren und den "Laufzettel" des Förderguts. Das ist natürlich am Sinnvollsten wenn der jeweilige Tray (oder die Palette) eindeutig an jeder Station identifiziert wird. Nun kann das SPS-Programm schauen welcher "Laufzettel" hier gilt und danach entscheiden oder an der Station etwas mit dem Fördergut zu machen ist.
Ein solcher "Laufzettel" wäre nach meiner Vorstellung ein Array of Struct in der SPS in dem dann quasi eingetragen wird was zu machen ist und was gemacht worden ist. So kann dann im Grunde eine Palette auch mit dem Gabelstapler aus der Anlage herausgeholt werden und an falscher Stelle wieder hineingestellt werden und es korrigiert sich trotzdem ...
Hoert sich nicht gerade trivial an.(fuer mich).
Was ich noch nicht verstehe.Es kommen dann doch wieder immer neue Objekte dazu?Das heisst die Liste der Objekte blaeht sich auf?
Objekte die fertig sind muessen aus der Liste raus.
Hast du sowas praktisch schon mal gemacht?
 
Eins hab ich in all meinen Jahren gelernt.
Komplexe FBs bringen bei Fördertechnik nichts. Du kannst noch soviele Varianten haben, irgendein Mechanikkonstrukteur oder Fertigungsplaner bring immer eine neue Variante auf den Tisch. Das ist wie Hase und Igel.
Deshalb vernünftige Betriebsartenbausteine und Aktorbausteine (Motor, FU, Ventil, ...) und die logischen Verknüpfungen zwischen den Elementen einfach ganz normal ausprogrammieren.
Für große Fördertechniken haben wir 2 externe Zulieferer. Einer arbeitet komplett mit FB, der andere so wie ich es beschreiben habe.
Bei der Erst-Inbetriebnahme schenken sich letztlich die Lösungen nichts. Dafür erfordern Änderungen an komplexen FBs oft ein Reinitialisieren. Und dass bedeutet meist ein Stoppen der Produktion oder gar ein Leerräumen. Je einfacher die Software gehalten ist, umso seltener ist Reinitialiseren notwendig.
Ein ganz wichtiger Punkt bei Fördertechnik ist ein vernünftiges System für Bezeichnungen. Im Idealfall ist es durchgängig von Mechanik bis hin zur SPS
das kann man auf die meisten Automatisierungsaufgaben und Branchen genauso übertragen 👍
Mit dem Eierlegendenwollmilchsaubaustein schaffst ne Vollzeitstelle für den Programmierer dieses Bausteins 😉
 
Was ich noch nicht verstehe.Es kommen dann doch wieder immer neue Objekte dazu?Das heisst die Liste der Objekte blaeht sich auf?
Objekte die fertig sind muessen aus der Liste raus.
Die Liste bläht sich nicht auf weil es ja auch irgendwo ein Ende der Linie (oder Entnahme) gibt. An der Stelle wird dann also der zugehörige Speicher wieder gelöscht.
Der "Laufzettel" in der SPS bildet also dann genau das ab was tatsächlich in der Linie passiert.
Hast du sowas praktisch schon mal gemacht?
Nicht für einen Palettenförderer aber für ein Tray-Fördersegment mit unterschiedlichen Bearbeitungsstationen - also Ja ...
 
Geht es hier um Stückgut, oder um Schüttgut?
Fals es sich um Schüttgut handelt (viele kleine Stücke kann man auch schütten ;)), dann ist das sehr wohl in einem schönen „Universalbaustein“ zu behandeln.

Bei Erweiterung oder Kürzung müssen hierzu nur 3 Signale verkettet werden.
  1. Start: Der Start wird vom Anlagenende (Ausgabestelle) ausgehend mit einstellbaren Verzögerungen stufenweise zum Anlagenanfang weitergegeben. Dadurch wird ein geordneter Anlauf ohne Netzüberlastung erreicht.

  2. Stopp: Der Stopp wird vom Anlagenanfang zur Ausgabestelle durchgereicht. Jedes Aggregat fährt dabei mit einer parametrierbaren Zeit leer, bevor das Stoppsignal an das nächste Glied weitergegeben wird.

  3. Störung / Bereitkette: Eine durchgehende „Bereit“-Verkettung wirkt unverzögert in Richtung der zufördernden Aggregate. Fällt ein Aggregat (z. B. durch Motorschutz, Drehzahl- oder Stausignal) aus, wird die Bereitkette sofort unterbrochen und alle vorgelagerten Aggregate schalten unmittelbar ab, um Materialstau zu vermeiden.
Schwierig wird das erst, wenn es viele unterschiedliche Wege mit Weichen und Kreisläufen gibt.
 
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