Fernwirktechnik per Digitalfunk/TETRA?

Tobi P.

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Moin zusammen,

ich stehe gerade etwas auf dem Schlauch. Nach der Geschichte mit dem Stromausfall in Berlin ist der Wunsch aufgekommen unsere mobilen Netzersatzanlagen im Einsatz per Fernwirktechnik zu überwachen damit nicht 24/7 ein Maschinist vor Ort bleiben muss.
Prinzipiell kein Problem, hatte ich mit unserer NEA und einem GSM-Fernwirkmodem auch schon am laufen. Jetzt kam aber das Problem auf das ganze nicht über die üblichen Mobilfunkdienste zu machen weil die Basisstationen im Falle eines Blackouts nur begrenzt verfügbar sind und irgendwann ausfallen. Es soll also eine Lösung her mit der die Fernüberwachung über unseren behördeninternen TETRA-Funk realisiert werden kann. Und dazu finde ich absolut nichts, rein gar nichts. Hat schon mal jemand von euch eine ähnliche Problemstellung gehabt? Wie habt ihr das gelöst. welche Anbieter könnte man anfragen? Die SIM-Karten und notwendigen Rufgruppen sind ein anderes Problem, das müssen wir intern bzw. mit der TTB abklären. Aber ich brauche geeignete Hardware um überhaupt erst mal abschätzen zu können ob das Projekt so realisierbar ist. Also wenn da jemand was weiss bzw. eigene Erfahrungen hat - gerne her damit.


Gruß Tobi
 
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Hallo,

es gibt von Hytera hier ein Funkmodem - aber vermutlich auch von anderen.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die TETRA Stationen wirklich so viel länger gepuffert werden als ein normaler Mobilfunkstandort.

Aber schaut Euch doch mal 450connect an. Da du ja im Rahmen des THW anfragst, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass Ihr dort mitmachen dürftet.
Bei 450connect handelt es sich um die alten C-Netz Lizenzen, die vor ein paar Jahren neu vergeben worden sind. Aktuell ist das Netz primär für Energieversorger vorgesehen, damit diese z.B. Ihre Zählerauslesung darüber machen können, aber auch für die Überwachung von Trafostationen (oder Gas, oder Wasser, oder ....). Auch Sprachkommunikation darüber ist möglich.
Das charmante hier ist, je nach dem was für einen Tarif man bucht, hat man eine schwarzfallfestigkeit von 72 Stunden!

Es gibt hier von verschiedenen Herstellern Endgeräte, mit denen so eine Auslösung realisiert werden könnte, z.B. Westermo oder Insys Icom. Da kann man dann LTE als primärer Weg wählen und 450connect als Backup Weg bei Ausfall.
 
Moin zusammen,

erst mal vielen Dank für die Vorschläge. Ich hab mich jetzt mal etwas mit der Thematik beschäftigt und wir werden wahrscheinlich tatsächlich 450connect anfragen. Die TETRA-Funklösung ist zu aufwändig, vor allem aufgrund der Tatsache dass die verwendeten Geräte mit der bei uns verwendeten Verschlüsselung klarkommen müssen. Chinesische Anbieter fallen da aus Sicherheitsgründen sowieso von vornherein aus. Bei 450connect könnte ich zudem unsere übliche Fernwirkhardware einsetzen, passende Modems müsste ich sogar noch auf Lager haben.


Gruß Tobi
 
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Hallo,

es gibt von Hytera hier ein Funkmodem - aber vermutlich auch von anderen.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die TETRA Stationen wirklich so viel länger gepuffert werden als ein normaler Mobilfunkstandort.

Aber schaut Euch doch mal 450connect an. Da du ja im Rahmen des THW anfragst, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass Ihr dort mitmachen dürftet.
Bei 450connect handelt es sich um die alten C-Netz Lizenzen, die vor ein paar Jahren neu vergeben worden sind. Aktuell ist das Netz primär für Energieversorger vorgesehen, damit diese z.B. Ihre Zählerauslesung darüber machen können, aber auch für die Überwachung von Trafostationen (oder Gas, oder Wasser, oder ....). Auch Sprachkommunikation darüber ist möglich.
Das charmante hier ist, je nach dem was für einen Tarif man bucht, hat man eine schwarzfallfestigkeit von 72 Stunden!

Es gibt hier von verschiedenen Herstellern Endgeräte, mit denen so eine Auslösung realisiert werden könnte, z.B. Westermo oder Insys Icom. Da kann man dann LTE als primärer Weg wählen und 450connect als Backup Weg bei Ausfall.
Dazu ist zu sagen das jeder ELW in der Lage ist vor Ort, also im günstigsten Fall in einem Gebiet wo mehrere Generatoren überwacht werden sollen eine eigene "Basistation" sein kann. Zudem wirds da etwas mehr mit Netzersatz bei den Feststationen geben, oder eben durch ein Aggregat aufrecht gehalten. Wie viel "Traffic" das Funknetz ab kann wenn noch einige andere Einsatzgruppen funken, das bleibt dann wohl einer genaueren Überprüfung. Mag vielleicht mittlerweile aufgestockt worden sein, aber die ursprüngliche Netzqualität war nur für den normalen Einsatzfunk ausgelegt, nicht für das was die auch möglich ist, Video oder Datenübertragung.
Sorry für nicht die genauen Begrifflichkeiten aber bin jetzt etwas mehr als 10 Jahren aus dem Thema Digitalfunk raus. Hast mal bei der Firma Sepura war mein ich die die Geräte verkauft hat, mal nachgefragt? Die müßten dazu ja eigentlich auch Modems haben. Oder es wird Aufwändig mit in jedem Aggregat ein mini PC der dann über das Modem Daten versenden kann?
 
Moin nade,

richtig, Sepura ist einer der Lieferanten, wir verwenden allerdings Motorola. Der Aufwand ist neben der organisatorischen Seite (SIM-Karte/OPTA beantragen, Geräte konfigurieren lassen, Absprachen mit TTB etc) auch die Auswertungsseite, also wie sollen die Meldungen verarbeitet werden. Das ist mit unseren normalen Fernwirkmodems wesentlich einfacher da hier einfach nur Alarmmeldungen an unsere Einsatzhandys geschickt werden. Eine Visu oder Leitstellenlösung ist hier gar nicht geplant, es werden lediglich einige DI und AE abgefragt die dann Klartextmeldungen versenden. Ist ausserdem kostengünstiger, die Fernwirkmodems für das 450MHz-Band sind recht günstig zu haben und im Falle eines Defekts auch besser verfügbar als eine spezialisierte Funklösung.
Und wenn es gar nicht anders geht haben wir als Backuplösung immer noch den Maschinisten vor Ort, dann muss halt 24/7 jemand vor Ort bleiben und Betriebsüberwachung machen.


Gruß Tobi
 
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