FU nachrüsten und EMV-Konformität

LeChuck

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Hallo zusammen!

Ich soll an einer Bestandsanlage Sinamtic V20 FU´s nachrüsten. Die FU´s befinden sich in einem gesonderten vorgegebenen Schaltschrank, der allerdings auch nicht besonders groß ist. Die bisherrige Steuerung ist klassich mit Schützen realisiert. Es ist zwar eine SPS in der Anlange verbaut, jedoch keine besonderen analogen Sensoren, die präzise Werte liefern sollen.

Um FU´s EMV-Konform anzuschließen, muss bekanntlich eine geschirmte Leitung verwendet werden, die großflächig und beidseitig geerdet sein muss. Nun stehe ich aber vor dem Problem, dass ich die bisherige Motorleitungen nicht verändern soll, also bei beispielsweise 4x2,5mm² belassen soll (soll ja nicht zu aufwendig werden). Platz für die Kabelabfangplatten habe ich im Schaltschrank auch nicht wirklich. o_O

Bringt es was, wenn ich wenigstens im Schaltschrank der FU´s geschirmte Leitung verwende und den Schirm auf die PE-Klemmen auflege, oder ist das Kind durch die Gegebenheiten in den Brunnen gefallen?

Ist alles wieder nach dem Motto "mach doch mal eben".:cry::ROFLMAO:
 
Wir haben früher ( vor ca. 18 J ) schon Anlagen aufgebaut, an denen keine geschirmte Kabel bei FU´s verwendet wurden sondern Ausgangsdrosseln.
Das waren allerdings SEW Movitrac-B Umrichter. Hast du dich mal durch das Handbuch gelesen? Wie lang sind deine Kabel?
1692254583134.png
 
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Ich habe in der Beschreibung nur dies hier gefunden. Die maximale Kabellänge für ein ungeschirmtes Kabel ohne Ausgangsdrossel würde ich nicht überschreiten.
Also würde es scheinbar gehen. Kommt mir halt nur nicht "orginal" vor es so zu machen. Kenne es von den meisten Anlagen nur mit Filter und geschirmten Kabel und Drosseln.
Screenshot 2023-08-17 094314.png
 
Moin,
Meine bescheidene Meinung:

die 20cm Schirm im Schrank bringen 0 in Richtung EMV.
Du kennst alle Kabelwege und es liegt nix störanfälliges parallel zu den Motorkabeln? Ach ja, wie viel sind es?
Ich würde mindestens Motordrosseln empfehlen, besser Sinusfilter. Dann kann der Umrichter aber nur U/f, kein vector Betrieb.
Wir dann aber kuschelig Eng im Kasten und lecker warm.
 
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Das hier hab ich sonst noch in der Beschreibung gefunden. Aber nichts explizites, welches Kabel zu verwenden ist.

Moin,
Meine bescheidene Meinung:

die 20cm Schirm im Schrank bringen 0 in Richtung EMV.
Du kennst alle Kabelwege und es liegt nix störanfälliges parallel zu den Motorkabeln? Ach ja, wie viel sind es?
Ich würde mindestens Motordrosseln empfehlen, besser Sinusfilter. Dann kann der Umrichter aber nur U/f, kein vector Betrieb.
Wir dann aber kuschelig Eng im Kasten und lecker warm.

Das dachte ich mir schon, dann kann man es quasi gänzlich lassen mit der Schirmung. :LOL:

Es liegen nur wenige Ini-Kabel im Kanal und einzelne Leitungen für 2 oder drei Taster. Es sollen 4 x 4kW und 2 x 1,5kW Umrichter verbaut werden. Das wurde schon an anderen Anlagen so durchegührt und es läuft auch (bisher scheinbar ohne Probleme).
Aber ich wollte jetzt nicht nach Schema F einfach nachbauen, da ich es ja eigenlich anders machen würde...

Ist auch nicht immer ganz einfach, wenn man dem Chef erklären will, dass das was bisher gemacht wurde, nicht das gelbe vom Ei ist.

Screenshot 2023-08-17 105812.png
 
denen keine geschirmte Kabel bei FU´s verwendet wurden sondern Ausgangsdrosseln.
Sinusfilter heisst das Zauberwort

Die Induktion in parallelen Kabeln kann schon auf wenigen Metern enorm sein. Sensorkabel also auf maximal möglichen Abstand zu FU Leitungen bringen, falls Sensorleitung geschirmt: beidseitig oder öfter auflegen, wo geht: trennsteg

Koppelnd wirkt vor allem die PWM Taktfrequenz.
 
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Sinusfilter würde ich auf alle Fälle verbauen, ungeschirmte Motorleitungen (auch nach Sinusfilter) sind enorme Störsender (=EMV), würde ich auf alle Fälle tauschen.

Sinusfilter sind auch für die Motoren zur Erhöhung der Lebensdauer zu empfehlen, besitzen die Motoren keine isolierten Lager können ohne Sinusfilter hier Ausgleichsströme die Kugellager schneller zerstören (Oberwellenströme suchen sich manchmal ganz seltsame Wege, das wird mit Sinusfilter deutlich weniger).
 
Sinusfilter würde ich auf alle Fälle verbauen, ungeschirmte Motorleitungen (auch nach Sinusfilter) sind enorme Störsender (=EMV), würde ich auf alle Fälle tauschen.
Meine ehrliche Meinung. Der TE sagt ja schon, dass der Schrank klein und eng ist. Bevor man da jetzt Geld für Sinusfilter in die Hand nimmt, würde ich lieber doch geschirmtes Kabel zukaufen und verlegen.
 
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Also Motoren an FU ohne Sinus Filter und geschirmte Kabel kann machen. Funktioniert relativ gut wenn man keine Messignale in der Nähe hat.
Quelle eigene Erfahrung. Motor Haltbarkeit "wenn kaputt muss Kunde neuen kaufen" schtiftlich hingewiesen. 60 m Kabel ungeschirmt 20 kW von 20 bis 60 Hz U/F Betrieb.
Aber wohl fühlt man sich dabei nicht irgendwie hat man da ein komisches Bauchgefühl.
Läuft soweit ich weiß mindestens schon 3 oder 4 Jahre.
Aber was macht man bei Problemen? Jeder Hersteller verweist auf die Verdrahtungsrichtlinien. Sollten diese nicht passen sagen die bitte nach unseren Vorgaben Verdrahten ansonsten machen wir nix.
 
EMV Konformität im Sinne der EN61439-1: Anhang J/ NSRL/MRL/EMVRL kannst du im Endeffekt nur zusichern, wenn du dich
1. beim Bau an die Herstellervorgaben/ Einbauvorgaben des Umrichterherstellers hälts. (Vermutungswirkung).
2. Oder im Nachgang Messungen tätigst, um nachzuweisen, dass du konform bist, das kann aber je nach Komplexität der Anlage in der Regel nicht alle Zustände erfassen, Punkt 1 aber auch nicht :).
 
Was man auch noch machen kann, je nach Situation von Platz, Schmutz und Temperatur, sind FUs in IP54 oder IP66 dezentral in der Nähe des Motors verbauen. Dann könnte man die vorhandene Zuleitung zum FU nutzen und für die kurze Distanz geschirmte Kabel verlegen. EMV-Problematik also ziemlich reduziert.
Wenn man das Ganze per Bussystem / Netzwerk anfährt wäre auch der Verdrahtungsaufwand im Feld nicht all zu ausufernd.
Kommt natürlich auch auf die vorhandenen Motorleistungen an.
 
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Nur der externe FU ist auch auf der Zuleitung eine Dreckschleuder, Netzfilter vor FU hilft da ungemein.
Die Lösung hätte auch den Vorteil das im bestehenden Verteiler kein großer Platzbedarf ist.
Kabelziehen muss man aber trotzdem, die Fu sollen ja auch irgendwie angesteuert werden.
 
Da muss wohl aber die Kalkulation überarbeitet werden, denn gerade bei den ganz kleinen ist der Unterschied IP20 vs 54 nicht zu verachten.
 
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Ich habe in der Beschreibung nur dies hier gefunden. Die maximale Kabellänge für ein ungeschirmtes Kabel ohne Ausgangsdrossel würde ich nicht überschreiten.
Also würde es scheinbar gehen. Kommt mir halt nur nicht "orginal" vor es so zu machen. Kenne es von den meisten Anlagen nur mit Filter und geschirmten Kabel und Drosseln.
Anhang anzeigen 70880
Warum ungeshirmtes Kabel darf länger als geschirmtes Kabel sein?
 
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