Prüfstand mit Sicherheitszuhaltung

Thomas2589

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Guten Tag,
ich habe die Aufgabe, einen Prüfstand zu entwickeln, in dem ein Drehstrom-Motor eingehaust wird und eine Aktorik antreiben soll. Hierfür würde ich gerne zum ersten mal eine Sicherheitszuhaltung für die Zugangstür realisieren. Jetzt stellt sich mir die Frage, was benötige ich wirklich für Sicherheitskomponenten.
Ich nutze einen FU mit STO, möchte gerne den PsenMlock mini i10 von Pilz verwenden und bin jetzt auf der Suche nach einem passenden Sicherheitsschaltgerät, was dies auch nach Norm schalten kann. Benötige ich hierfür 2 Schaltgeräte oder reicht eins? Habt ihr vielleicht ein gutes, dass ich hierfür verwenden kann?

Danke schon einmal.
 
Wie immer:
1. Schritt Risikobeurteilung erstellen. Dann weißt du welche Sicherheitsfunktionen du benötigt und welcher Qualität.
2. Schritt Komponenten passend auswählen

Grundsätzlich ist eine Zuhalten schön und gut, aber wann darf diese entriegeln? Musst du ggf auf Stillstand des Motors überwachen? „Sichere“ Zeit sollte man heute nicht mehr machen bzw. vermeiden, da das wenn du es richtig machst ein wahnsinniger Dokumentationsaufwand ist.
 
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Wie schon von @Twirl richtig angesprochen: entscheidend ist für vieles die Risikobeurteilung.
Und falls du da "nur" die elektrische Projektierung machst, sollte klar sein: das ist nicht die (initiale) Aufgabe des Elektro-Projektanden.

Irgendwo gehört dann natürlich die Bestimmung des PLr dazu und da sollte man bei Türschaltern (Verriegelungseinrichtungen) mal in die ISO 14119 schauen. In der DIN-Ausgabe von 2014, Abschnitt 8.4, in der 2025er in 9.3 (letztere ist noch nicht harmonisiert).
Zudem können der Anhang F (2014) bzw. E (2025) einige Anregungen bieten.
 
„Sichere“ Zeit sollte man heute nicht mehr machen bzw. vermeiden,
Meiner Kenntniss nach nicht zu 100% richtig, da wenn man den Ausfall oder Defekt der Stillstandserkennung abfangen möchte eine Rückfallebene integriert sein sollte. Das heißt normaler Stop durch Auslauf z.B. ca nach 30s -> Türöffnung nach Meldung Stillstand oder nach 300s (= 10fache Zeit)
 
Meiner Kenntniss nach nicht zu 100% richtig, da wenn man den Ausfall oder Defekt der Stillstandserkennung abfangen möchte eine Rückfallebene integriert sein sollte. Das heißt normaler Stop durch Auslauf z.B. ca nach 30s -> Türöffnung nach Meldung Stillstand oder nach 300s (= 10fache Zeit)
Worauf beruht deine Kenntnis?
In meiner Erinnerung war es so, dass es keine fixe Zeit gibt und man dies über dokumentierte Messreihen sich erarbeiten muss. Das ist aufwändig und fehleranfällig. Hängt ja alles von der Schwungmasse usw. ab)
Lese dazu nochmal.

Wenn wir deine Kenntnis erstmal als gegeben annehmen, dann könnte man es auch weiterhin ohne Zeit erledigen.
SF: sicheren Drehgeber
Rückfalleben: sichere sensorloser Stillstandswächter (Messung der elektromagnetische Kraft (EMK))
Bei den EMK Messungen muss man aber auch über Art der Verbindung von Motor zum angetriebenen Teil nachdenken (Keilriemen kann reißen usw)

Edit:
Ich gehe davon aus, dass entsprechend sichere Sensoren eingesetzt werden.
Werden Standardsensoren für die Erkennung eingesetzt sieht das anders aus.
 
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Meiner Kenntniss nach nicht zu 100% richtig, da wenn man den Ausfall oder Defekt der Stillstandserkennung abfangen möchte eine Rückfallebene integriert sein sollte. Das heißt normaler Stop durch Auslauf z.B. ca nach 30s -> Türöffnung nach Meldung Stillstand oder nach 300s (= 10fache Zeit)
So kenne ich es auch.

@Twirl
Also so aufwendig sind die Messungen nun auch nicht. 2 Mitarbeiter + Stoppuhr + Exceltabelle.
 
Also so aufwendig sind die Messungen nun auch nicht. 2 Mitarbeiter + Stoppuhr + Exceltabelle.
Ich sage ja nicht, dass es nicht möglich ist. Die Messung ist nicht das Problem, die rechtssichere Dokumentation häufig schon.
Wir hatten ja schon öfter die Diskussion um Standardlösungen usw. Die bevorzuge ich bei sowas, wenn es sich vermeiden lässt.
Hatte jetzt noch keine Zeit dazu zu lesen, aber so aus dem Bauch raus ist z.B ein sicherer Drehgeber schon mal einfehlersicher. Mit entsprechenden Auswertegeräten oder F-PLC sehe ich gerade keinen Grund für eine Rückfallebene. Ich darf halt nicht entriegeln wenn der Geber ausfällt.

Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren bzw. Suche dazu auch noch mal was
 
Ich darf halt nicht entriegeln wenn der Geber ausfällt.
Das ist ja genau der Fehler, den man mit der Zeit abfängt.
Der große Punkt hierbei ist der großzügige Zeitpuffer, da dann auch im schlechtesten Fall klar ist, dass nicht mehr verriegelt werden muss.
Weil ansonsten muss man sich durch Manipulation Zugriff für die Reparatur verschaffen und das sieht die Gefährdungsbeurteilung inkl. Doku auch nicht gerne.
 
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Das ist ja genau der Fehler, den man mit der Zeit abfängt.
Der große Punkt hierbei ist der großzügige Zeitpuffer, da dann auch im schlechtesten Fall klar ist, dass nicht mehr verriegelt werden muss.
Weil ansonsten muss man sich durch Manipulation Zugriff für die Reparatur verschaffen und das sieht die Gefährdungsbeurteilung inkl. Doku auch nicht gerne.
Hmm guter Punkt. Hatte ich als Anlagenbauer so nicht auf dem Schirm. Für Betreiber natürlich entsprechend unschön.
Danke fürs korrigieren.
 
Ich sage ja nicht, dass es nicht möglich ist. Die Messung ist nicht das Problem, die rechtssichere Dokumentation häufig schon.
Verzögerungszeiten für das Entriegeln findet man in der Praxis sehr oft. Nicht nur im Zusammenhang mit Motoren sondern auch beim Entlüften von Pneumatik und dem Absinken von Zylindern. Die Lösung kann man ja dokumentieren.
Die Kollegen von der Mechanik haben auch nicht für jede Schraube ein Gutachten und den Berechnungsnachweis in der RBU.
 
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