Verschaltung 48V Servo-Treiber Beckhoff EL7221-9014

PatrickSt

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Hallo zusammen,

auch wenn es um eine Konkrete Beckhoff-Klemme geht hab ich den Thread mal hier gestartet, da es mir um die Hardware-Verschaltung geht.

Grundlegender Aufbau:
Spannungsversorgung 230V geht auf zwei getrennte Netzteile für 24V und 48V DC.

Von diesen Netzteilen gehe ich dann über ein Kabel (in diesem Fall 60m) zu einer dezentralen Einheit. Dort ist ein Buskoppler EK1100, ein paar Klemmen und eben die EL7221-9014

Die EL7221 braucht sowohl 24V für ihre interne Versorgung, zusätzlich aber auch noch mal 48V für den Motor.
Jetzt ist mir aufgefallen, dass intern (Siehe Screenshot) GND des "Power contact" (also GND von 24V) und GND del "Load Voltage" (also GND von 48V) gebrückt sind.1779787351182.png

Jetzt zur Beschaltung der Netzteile:
Der Kunde fordert, dass die Potenziale von 24V und 48V nicht schweben, sondern dass die Minus-Seiten auf PE gezogen werden. Zu dieser Praxis gibt es soweit ich weiß verschiedene Lehrmeinungen.

Sieht aktuell im Schaltplan so aus:1779788296719.png

Das erzeugt aber aktuell folgendes Problem:
Mein Motor zieht einiges an Strom, über die lange Leitung gibt es sowohl auf 48V+ als auch auf 48V- einen nennenswerten Spannungsverlust. An der Servoklemme ist also 48V- nicht bei 0V, sondern bei 3V. Und da ja in der Servoklemme drin 48V- und 24V- verbunden sind fließt mir jetzt der Strom, der eigentlich vom Motor zurück zum 48V-Netzteil fließen sollte auch über die 24V- Leitung, und dann im zentralen Schaltschrank über die PE-Klemmen wieder in das 48V-Netzteil.

Jetzt habe ich zum einen mal Strom, der im normalen Betrieb über PE-Klemmen fließt. das möchte ich eigentlich so gar nicht haben.
Zum anderen habe ich auch Schwankungen der 24V Versorgungsspannung, da sich ja das 24V- Potenzial anhebt, was bei den Sensoren dann wiederum Probleme macht.

Aktuelle Lösung ist jetzt, dass ich die GND-Verbindung am 48V-Netzteil entfernt habe. Jetzt ist das 48V-Potenzial gundsätzlich erstmal wieder schwebend, wird aber in der Servo-Klemme auf das (dortige) 24V- Potenzial gezogen. Funktioniert allerdings nur, solange ich das ganze nur 1 mal in der Anlage habe. Sobald ich eine zweite Servo-Klemme an einer anderen Stelle habe passieren ja auch hier wieder die wildesten Dinge. und sobald die Servo-Klemme nicht mehr angeschlossen ist schwebt mein 48V-Potenzial wieder rum.

Ich habe auch überlegt eine Potenzialtrennklemme einzusetzen, damit kann ich dann zwar 48V- und 24V- sauber trennen, brauche ja aber immer noch 24V+ an der Servo-Klemme und habe damit auch wieder einen Strom über die PE-Klemmen (diesmal in der anderen Richtung).

Frage an euch:
- Ist es üblich, dass 48V-Servo-Klemmen beide GND-Potenziale untrennbar miteinander verbinden?
- Habe ich das mit dem "Potenziale auf GND ziehen" komplett falsch verstanden?
- Was wäre ein vernünftiger Ausweg aus der Situation?
 
Wenn das Netzteil nicht in der Nähe von Verbraucher installiert werden kann, müssen die Kabel entsprechend grosse Querschnitte haben, so dass der Spannungsabfall eben nicht zu hoch ausfällt. Je nach Kabellänge und benötigtem Querschnitt, sind mehrere Netzteile günstiger.
Welcher Querschnitt hat dein 60m Kabel von Netzteil zu der Servo-Klemme? Und welchen Strom ziehen deine Motoren?
 
5x1,5mm², Motoren kann im Dauerbetrieb max 4,5A. Pufferkondensatorklemme ist vor Ort schon installiert, allerdings treiben wir eine Pumpe an, die kontinuierlich fördern soll. Daher haben wir eher eine kontinuierliche Last.

Spannungsabfall auf der 48V-Ebene sollte damit kein Problem sein und war auch so einkalkuliert. Mein Problem ist aber ja, dass ich auf der 24V-Ebene jetzt auch einen Spannungsabfall bekomme.
 
Spannungsabfall auf der 48V-Ebene sollte damit kein Problem sein und war auch so einkalkuliert. Mein Problem ist aber ja, dass ich auf der 24V-Ebene jetzt auch einen Spannungsabfall bekomme.
Querschnitte erhöhen oder eben dezentrale Netzteile.
Solange es noch keine erschwinglichen Supraleiter gibt, sind das die Standard-Löungen.
Evtentuell kannst du auch am 24V-Netzteil die Spannung etwas hochdrehen. +5% sollten die meisten Geräte vertragen.
 
Oder könntest du alternativ eine andere Servo-Klemme, bspw. ELM7211-9016, einsetzen?

Nachtrag: Wie ist denn der Antrieb ausgelegt? Benötigt der eine 48 V DC Versorgung für den Zwischenkreis oder kann der auch nur auf 24 V DC laufen? Bei den EL- und ELM-Klemmen ist dies möglich, wenn es die Leistungsdaten und Anforderungen an den Antrieb zulassen.
 
Oder könntest du alternativ eine andere Servo-Klemme, bspw. ELM7211-9016, einsetzen?

Nachtrag: Wie ist denn der Antrieb ausgelegt? Benötigt der eine 48 V DC Versorgung für den Zwischenkreis oder kann der auch nur auf 24 V DC laufen? Bei den EL- und ELM-Klemmen ist dies möglich, wenn es die Leistungsdaten und Anforderungen an den Antrieb zulassen.
Der Antrieb kann auch mit 24V laufen (AM8131). Daher ist der Spannungsabfall auf der 48V-Ebene kein Problem.
Die ELM-Klemmen scheinen diese Kopplung der GND-Potenziale ja scheinbar nicht zu haben (laut dem Schaltbild auf der Produktseite).
Merk ich mir fürs nächste mal. Im aktuellen Projekt ist leider kein Platz (bauen ja etwas höher auf als die EL-Klemmen).

@Blockmove :
Sowohl Querschnitt erhöhen als auch dezentrale Netzteile helfen ja aber nicht bei dem grundsätzlichen Problem, dass beide GNDs zusammenhängen und sich dadurch alles von den Motoren auf die Sensorik auswirkt.

Mit meiner aktuellen Lösung (siehe erster Post) habe ich (bei dieser Anlage) ja auch keinen lastabhängigen Spannungsabfall auf 24V mehr. Dafür halt mehrere andere Nebeneffekte.
 
Natürlich helfen höhere Querschnitte bei lastabhängigen Spannungsabfall. Vorausgesetzt deine Netzteile sind leistungsfähig genug.
Manchmal hilft es ganz einfach, wenn man sich ein Ersatzschaltbild mit den einzelnen Widerständen zeichnet und das alte Wissen über Ohmsches Gesetz und Kirchhoff Regeln hervorkramt.
Eine Alternative zu den dezentralen Netzteilen könnten auch DC-DC-Wandler sein. Vielleicht kannst du die 24V für die Servoklemme aus den 48V per DC-DC-Wandler erzeugen. Die bauen meist deutlich kompakter als Netzteile.
 
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