SPS-Programmierer auf der kalten Baustelle in einen
Trostlosen Industriegebiet vor den Karpaten.
So waren auch meine Erfahrungen, Neumontagen in irgendwelchen unbeheizten Neubauhallen im Winter bei dem alle
Tore ständig offen stehen. Montagen irgendwo im nichts, wochen und monatelang. Bei Neumontagen noch mit Arbeitskollegen,
bei Fehlersuchen ständig alleine unterwegs in ganz Europa gewesen. Und vor Ort dann alle Art von Problemen behoben, egal ob
elektrischer Art, Pneumatik, Hydraulik, Kabelbrüche, Programmfehler, mechanischer Fehler..... Da war nichts mit "Ich rufe mal im Werk an und fordere einen Mechaniker an". Da war angesagt "Jetzt mach und bring das wieder zum laufen. Und zwar schnell".
Fehlersuche in Ungarn, Pneumatikzylinder verbogen => "Da hinten in der Scheune steht noch eine alte Anlage, da sind noch ein paar Teile dran....."
Das sehe ich auch als Vorteil, wenn man in einer kleineren Firma anfängt. Ich musste alles Mögliche lernen weil ich wusste vor Ort muss ich das hinbekommen. Ich war SPS-Inbetriebnehmer, konnte aber auch WIG- und Schutzgas schweißen, kannte mich mit Schneidbrenner, Flex, Pneumatik, Hydraulik und was weiß ich was aus. Und wenn ich es nicht kannte dann habe ich mich hingesetzt, angeschaut, probiert und meistens hat es auch geklappt. Manchmal vielleicht nicht ganz sauber aber die Anlage lief erst mal wieder bis das "passende"
Ersatzteil dann da war.
In einer Molkerei in Kaiserslautern kannte ich einen Betriebselektriker, der konnte Step5, Step7, ComText, Protool, Wincc flex, Lauer PCS, Schneider Pacdrive, irgendwelche Sondersoftware für Tetra Pack Anlagen.... Der hat einen defekten SEW Umrichter in 1,5 Std. auf einen Danfoss Umrichter umgebaut wenn nichts passendes da war. Irgendwann fragte ich ihn wo er das alles gelernt hat und er sagte "hier". Der hat auch SPS-Änderungen an unseren Anlagen gemacht und die waren sauber. Andere seiner Kollegen waren überfordert, wenn die Anlage nicht lief, wenn man den ausgelösten Sicherungsautomat wieder eingelegt hat.
Daher bin ich ( also ich, es darf jeder eine andere Meinung haben ) auch überzeugt, es ist besser in einer kleineren Firma zu lernen. Ich war als Monteur / Inbetriebnehmer oft genug in großen Firmen und weiß wie es dort läuft. Zwei Elektriker stehen da und ein Teil muss abmontiert werden => "Da müssen wir die Mechaniker rufen". Dafür ist der zuständig, dafür der andere, das mache ich nicht, da müssen wir eine Fremdfirma holen..........
Bei uns war es halt => egal wer da gerade gestanden ist => er hat es einfach gemacht und fertig.
Ich selber war monatelang in Ungarn auf Montage und später zur Produktionsbegleitung/Schulung bei einem Hersteller für Babynahrung. Alleine. Bei Maschinen welche 43.200 Gläschen pro Stunde verarbeiteten. Egal welches Problem da auftrat, ich musste ran. Und das muss man auch erst mal aushalten können und eine gewisse Gelassenheit haben.