TIA Entscheidungshilfe Auswahl TIA Portal Version und CPU

uweschwarz

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Hallo, ich arbeite mit einer CPU 1516-3 PN/DP und TIA V17 Professional in eine Demonstrationsanlage in Österreich. Nun soll ein "shadow-plant" in Berlin errichtet werden. Dort sollen verschiedene Verbesserungen entwickelt und getestet werden. Die Testanlage in Berlin wird neu aufgebaut und wird im Mengengerüst etwas kleiner als die Demo-Anlage sein.
Ich möchte nun die CPU für die Testanlage in Berlin festlegen.
Ich nutze die Siemens Library for Basic Processes und möchte sie eigentlich, trotz etlicher Nachteile (überfrachtet, nutzt globale Systemkonstanten, Programmierfehler, großer Speicherbedarf) , weiter nutzen, weil die Vorteile überwiegen (bekannte Oberfläche und bekannte Tücken, fertige Dokumentation, wird von Siemens gepflegt).

Ich habe ein Screenshot der Speicherauslastung der Demo-Anlage offline und online angefügt.

Die neue CPU soll eine F-CPU werden. Was sollte ich dabei beachten?
Ich würde gern auf TIA V20 hochrüsten. Ist das zu empfehlen?

Sehr gern würde ich eine modernere Visualisierung nutzen, aber durch die LBP bin ich quasi an WinCC Professional gebunden, oder?

Es gibt auch eine LBP für WinCC Unified, aber WinCC Unified kann, soweit ich weiß, kein Multimonitoring (4 Monitore gleichzeitig).


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je nachdem, wie alt die 1516 ist, kann ne neue 1515 deutlich mehr Leistung haben.
Ansonsten schau halt in die technischen Daten in der Siemens Mall.
Brauchst Du die Profibusschnittstelle der 1516? Glaub die neuen haben die eh nicht mehr.
Aus dem Bauch würd ich sagen, ne neue 1515 wird reichen.
Kommt aber auf die Details an, z.B. OPC-UA?

Jedenfalls für die fehlersichere SPS solltest Du ne Safetyschulung machen, falls Du Dich damit nicht auskennst.

Ansonsten würd ich das Rad nicht neu erfinden, wenns keinen zwingenden Grund gibt.
 
Es gibt auch eine LBP für WinCC Unified, aber WinCC Unified kann, soweit ich weiß, kein Multimonitoring (4 Monitore gleichzeitig).
Die Unified PC-Runtime müsste auch ein richtiges Multi-Monitor Setup unterstützen.
Habe das selbst aber noch nicht ausbrobieren können (hab bisher nur mit den normalen Panels gearbeitet).

Ich würde gern auf TIA V20 hochrüsten. Ist das zu empfehlen?
Wenn du Unified nimmst, würde ich V21 empfehlen.
Das böse U war am Anfang eine Katastrophe, ist inzwischen aber einsetzbar.
Es gilt aber immer noch Update-Mäßig die Flucht nach vorne.

Bei allem anderen sollte auch ne V20 ihren Job erledigen.
Ist halt streng genommen schon abgekündigt.

Der Neueinstieg in Unified ist eine echte Ochsentour. Nur sinnvoll, wenn man ein Projekt zukünftig auch noch woanders weiterverwenden kann.
Würde sagen das kommt auf den Backround an.
Wenn man Javascript kann & Webdesing für einen nicht der absolute Satan ist, kann man damit Spaß haben.
Für Leute aus der "alten Welt" ist es aber tatsächlich eine Ochsentour sich in einem komplett anderen HMI-Konzept einzuarbeiten.

Aus dem Bauch würd ich sagen, ne neue 1515 wird reichen.
Ausreichen ja, könnte aber bei Änderungen eng werden.
Die aktuelle 1515F hat "nur" 4,5MB Datenspeicher.
Wenn die +1,7k€ Listenpreis für die 1516F um Budget liegen würde ich es nicht darauf an legen ¯\_(ツ)_/¯
 
Wofür wird da überhaupt soviel Speicher verbraten?
Ich hab zwar aktuell auch 256MB Speicherkarten in den Fingern, aber das ist ne andere Geschichte.
Wenn das wirklich so ne Riesenanlage ist, sollte der Preis für ne 1516 oder 1517 eigentlich keine Rolle spielen. Und u.U. auch nicht die Entwicklungszeit für ne eigene Bibliothek und Unified. Aber ja, was erzähl ich 😂
 
Moin, was sind denn die Nachteile von globalen Systemkonstanten und unterscheiden sich diese von "normalen" globalen Konstanten?
Die Bibliotheksfunktionen laufen nicht sauber. Siemens selbst redet zwar nur von globalen Variablen, die nicht verwendet werden sollen, aber ich habe durchaus das Gefühl, dass damit auch die Konstanten gemeint sind.
 
Wofür wird da überhaupt soviel Speicher verbraten?
Das ist eine gute Frage. Die Antwort, soweit ich sie bisher weiß, lautet:

1. Mein Programmierstil ist wohl nicht gerade speicherschonend.
2. Die Verwendung der LBP frisst durch die Überdimensionierung sehr viel.
3. Die Demo-Anlage war ursprünglich für 3 Reaktoren geplant und es wurde nur einer tatsächlich gebaut. Ich habe zwar sehr viel gelöscht, bin mir aber sicher, dass immer noch relativ viel toter Code vorhanden ist. Der würde natürlich in der Testanlage entfallen.
4. Da es eine Testanlage ist, sind etliche Parameter remanent bzw. werden gespeichert, um beim nächsten CPU Start nicht verloren zu gehen.

Wenn ich mir die Frage stelle, ob es einfacher ist die Ursachen des großen Speicherbedarfs zu beheben oder für etwas mehr Geld mehr Speicherplatz zu kaufen, liegt die Antwort auf der Hand
:)
 
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Brauchst Du die Profibusschnittstelle der 1516?
Ja, die brauche ich, aber da kann ich ja auch einen CP einplanen.

Kommt aber auf die Details an, z.B. OPC-UA?
OPC-UA wäre eher nice-to-have.
Jedenfalls für die fehlersichere SPS solltest Du ne Safetyschulung machen, falls Du Dich damit nicht auskennst.
Ich habe schon mehrere F-CPU programmiert. Das liegt allerdings schon 10 Jahre zurück. Die Schulung ist fest eingeplant.

Der Neueinstieg in Unified ist eine echte Ochsentour. Nur sinnvoll, wenn man ein Projekt zukünftig auch noch woanders weiterverwenden kann.
Das konkrete Projekt würde ich eher nicht wieder/weiter verwenden können.
Ich weiß jetzt aber schon, dass ein weiteres Projekt (doppelt so große Anlage) innerhalb des nächsten Jahres kommt.
Das übernächste Projekt soll dann so groß werden, dass ich wahrscheinlich zu PCS7 oder WinCC OA o.ä. wechseln müsste. Das wäre frühestens 2028, aber sehr wahrscheinlich später der Fall.

Ich würde eure Reaktionen und meine daraus resultierenden Überlegungen mal so zusammenfassen:

- CPU 1516 F (1515 wenn das Budget nicht genehmigt wird)
- TIA V20 für das anstehende Projekt und jenes, welches in diesem Jahr noch kommt. Später neu überlegen.
- WinCC Professional als Visualisierung würde auf jeden Fall gehen
- die neueste LPB ich glaube V2.8

Eine Frage hätte ich noch: Was würde es bringen statt WinCC Professional im TIA Portal WinCC 8.1 zu verwenden?
 
OPC-UA wäre eher nice-to-have.
Das konkrete Projekt würde ich eher nicht wieder/weiter verwenden können.
Das übernächste Projekt soll dann so groß werden, dass ich wahrscheinlich zu PCS7 oder WinCC OA o.ä. wechseln müsste.
- WinCC Professional als Visualisierung würde auf jeden Fall gehen
Was würde es bringen statt WinCC Professional im TIA Portal WinCC 8.1 zu verwenden?
Also irgendwie ein ziemliches Kuddelmuddel bei Dir. Was erwartest Du von uns, das sind ziemlich viele verschiedene hochpreisige Systeme mit jeweils viel Einarbeitungszeit. Wie solln wir da für Dich ne Entscheidung treffen.

PCS7 ist mit ner S7-400er, da kannst von Deiner bisherigen Arbeit garnichts wiederverwenden...

Am Ende entscheidet aber sowieso der Kunde, welches Scada, Leitsystem oder SPS-Programmierstandard er will?
 
PCS7 ist mit ner S7-400er, da kannst von Deiner bisherigen Arbeit garnichts wiederverwenden...
Für die neueren SPSen gabs doch PCSneo, oder vertue ich mich da grad?
Eine Frage hätte ich noch: Was würde es bringen statt WinCC Professional im TIA Portal WinCC 8.1 zu verwenden?
Es sind zwei komplett unterschiedliche Leistungsklassen von Software.
WinCC Professional ist noch am ehesten "klassisches" HMi-Engineering mit ganz dicken Nüssen, während WinCC ein richtiges SCADA darstellt.
Wenn ich es richtig im Kopf habe liegt WinCC grob irgendwo zwischen Professional und PCS7/neo.
Am Ende entscheidet aber sowieso der Kunde, welches Scada, Leitsystem oder SPS-Programmierstandard er will?
Jup, denke auch, dass der Kunde da mitreden will/sollte, wenn so dicke Eier gelegt werden sollen...
Ein SCADA muss man schließlich auch pflegen (können).
 
Wenn ich es richtig im Kopf habe liegt WinCC grob irgendwo zwischen Professional und PCS7/neo.
nee, Du kannst WinCC7/8 nicht mit PCS7 vergleichen.

PCS7 ist ein richtiges "Prozessleitsystem" wo Du aus einem Guss SPS UND Visualisierung erstellst, also incl. Bibliotheken für Steuerung und Bedienung. Du bist fix an regeln gebunden und kannst nicht wirklich "frei" programmieren

WinCC7/8 ist ein Scada System, also "nur" Bedienung, für große Client/Server-Systeme mit 50 oder mehr Bedienplätzen

TIA-WinCCprof. sollte mal ursprünglich das selbe können wie WinCC7/8, habens aber nicht hingekrigt, den vollen Funktionsumfang von WinCC7/8 im TIA nachzubilden.
 
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@ducati Entschuldige die Verwirrung. Ich habe nur ein wenig herumgesponnen, weil der grobe Plan vorsieht in Zukunft 40+ dieser Einzelmodule zu kombinieren.
Was erwartest Du von uns, das sind ziemlich viele verschiedene hochpreisige Systeme mit jeweils viel Einarbeitungszeit. Wie solln wir da für Dich ne Entscheidung treffen.
Meine Erwartungen an euch wurden vollständig erfüllt. Ich wollte eine Entscheidungshilfe für die aktuell anstehende Entscheidung und die habe ich bekommen. Ich denke ich fahre für die nächste Zeit mit WinCC Professional für ein Einzelplatzsystem gut.
Wie solln wir da für Dich ne Entscheidung treffen.
Es war nicht meine Erwartung, dass mir jemand die Entscheidung abnimmt.
 
Das übernächste Projekt soll dann so groß werden, dass ich wahrscheinlich zu PCS7 [.. PCSneo] oder WinCC OA o.ä. wechseln müsste
Ich habe nur ein wenig herumgesponnen, weil der grobe Plan vorsieht in Zukunft 40+ dieser Einzelmodule zu kombinieren.
Also, den heutigen Wahl hat Bedeutung für viele zukunftige Projekte. Oder einen grossen zukunftigen Projekt.
Schwierig.
Bei WinCC Professional bleiben, oder auf WinCC Unified wechseln, oder sogar auf PCSneo.
Wobei fast nichts zwischen diese Systeme wiederverwendet werden kann.

Mit Siemens PLCs hat man einen durchgängige System. Man kann von die kleinste S7-1200 bis die mächtigste S7-1500 die PLC code wiederwenden. Was man in Zeit investiert hat geht nicht verloren.
Nicht so mit Siemens HMI Systeme. Es ist alles ein Mischmasch.
Tut mir leid, ich kann nur eine Schulter zum Ausweinen anbieten.
 
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