Bei einem solchen Fehlerbild ist die Ursachenfindung erfahrungsgemäß schwierig, da häufig mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen. Gerade bei sporadischen Kommunikationsabbrüchen oder unerklärlichen Störungen reicht es oft nicht, nur einzelne Punkte isoliert zu betrachten. Man muss systematisch
alle möglichen Einflussfaktoren prüfen.
Einen Aspekt möchte ich dabei besonders hervorheben:
ungünstige und nicht EMV-gerechte Verdrahtung.
Damit ist nicht nur gemeint, dass Störquellen und empfindliche Signale räumlich zu nah beieinander liegen. Problematisch kann auch eine streng schaltplanorientierte Verdrahtung sein, bei der Leitungen exakt nach „Zielverdrahtung“ geführt werden – beispielsweise mehrfach von der Montageplatte in die Tür und wieder zurück. Wenn dabei zusätzlich nur der minimal erforderliche Leiterquerschnitt verwendet wird, entstehen unnötig lange Leitungswege und erhöhte Impedanzen.
Das soll keineswegs eine Aufforderung sein, nicht nach Plan zu verdrahten. Vielmehr geht es um das Bewusstsein, dass die physikalische Umsetzung genauso wichtig ist wie die logische Planung. Bereits in der Konstruktion sollte darauf geachtet werden, Stromrückführungen sinnvoll zu strukturieren.
Statt mehrere Verbraucher in Reihe durchzuverdrahten, ist es oft günstiger, eine sternförmige Struktur zu wählen – insbesondere bei Masse- bzw. 0V-Verbindungen. Eine zentrale Masseverteilung reduziert gegenseitige Beeinflussungen.
Besonders kritisch sind Analogsignale. Deren Masse sollte möglichst separat geführt werden. Andernfalls können beim Schalten größerer Verbraucher (z. B. Leistungsschütze) Spannungshübe auf der gemeinsamen Rückleitung entstehen, die sich als „Hüpfer“ oder Störungen im Analogsignal bemerkbar machen.
Ich hatte vor einigen Jahren
einen ähnlichen Fall mit einem zugekauften Schaltschrank. Der Aufbau wirkte äußerlich vorbildlich und sehr ordentlich. Die Ursache lag letztlich in langen, in Reihe geführten 0,5 mm²-Leitungen mit gemeinsam genutzten Rückführungen. Erst nachdem diese durch deutlich kürzere, sternförmig aufgebaute 1 mm²-Verbindungen ersetzt wurden, war die Anlage dauerhaft stabil.
Solche Effekte sind von außen nicht sofort sichtbar, können aber erhebliche Auswirkungen haben – insbesondere bei empfindlicher Kommunikation oder Analogtechnik.