Bremswiderstand am G120C hat keine Funktion

Beichtvater

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Hallo miteinander,
ich habe an einem G120C (parametriert via Startdrive im TIA 20) im Inbetriebnahme-Assistenten schön brav den Bremswiderstand aktiviert, die angegebenen 3kW Max-Bremsleistung eingetragen und die Inbetriebnahme bis zum Ende durchgeführt, wie immer, siehe die Bilder im Anhang
Der Motor läuft auch, wie gewohnt, verhält sich beim hoch- und runterfahren wie alle anderen auch.

Doch hier soll der Widerstand soll gezielt während der Rücklaufzeit den Motor auf "0" runterbremsen.
Leider hat das keine Funktion, der Widerstand macht absolut gar nichts, bei x-fach an/abschalten wird er auch kein bisschen warm, nichts.
Ich habe schon gesucht, aber um diesen Bremswiderstand zu aktivieren, habe ich keinen weiteren Punkt gefunden.

Btw: Der immer genannte Parameter P1240 ist in der Parameterliste nicht aufgelistet.
Der Parameter P0219 (Bremsleistung) ist da zwar auch nicht aufgelistet, ist imo aber der Wert, den ich während der Inbetriebnahme mit 3kW eingetragen habe.

Vielleicht kann einer von euch mir auf die Sprünge helfen, wo mein Denkfehler liegt.
Vielen Dank im Voraus
 

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Hallo,

hängt denn schon eine Last am Motor die er mit abbremsen muss, oder ist er noch abgeflanscht?

Der Parameter P0219 (Bremsleistung) ist da zwar auch nicht aufgelistet, ist imo aber der Wert, den ich während der Inbetriebnahme mit 3kW eingetragen habe.
Was meinst du mit nicht aufgelistet, evtl. musst du noch "Erweiterte-Parameter anzeigen" auswählen.

1773917068311.png
 
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Hi,
bei x-fach an/abschalten wird er auch kein bisschen warm
Wie wird denn "abgeschaltet" über Aus1, Aus2, Aus3 oder Sollwert 0?

Für den Fall das der Motor geführt abgebremst wird speist er die Bremsenergie in den Zwischenkreis. Die Zwischwenkreisspannung steigt bis zu einem Grenzwert und erst dann wird der Bremschopper aktiviert und die Energie im Bremswiderstand vernichtet.

Das beobachten der Zwischenkreisspannung ist da schon sinnvoll.
 
Doch hier soll der Widerstand soll gezielt während der Rücklaufzeit den Motor auf "0" runterbremsen.
Leider hat das keine Funktion, der Widerstand macht absolut gar nichts, bei x-fach an/abschalten wird er auch kein bisschen warm, nichts.
Ich habe schon gesucht, aber um diesen Bremswiderstand zu aktivieren, habe ich keinen weiteren Punkt gefunden.
Der Bremswiderstand wirkt erst, wenn der Zwischenkreis die Bremsenenergie nicht mehr aufnehmen kann.
Setz wenn es die Mechanik zulässt, setz mal deine Bremszeiten herunter.
Bis ein 3kW Bremswiderstand warm wird, muss er schon einiges arbeiten.
 
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Wie wird denn "abgeschaltet" über Aus1, Aus2, Aus3 oder Sollwert 0?
Das ist glaube ich die entscheidende Frage.
Hast Du das Gleiche Verhalten auch beim Fahren über die Steuertafel in Startdrive? Also bei Drehzahländerung oder bei Vorwärts -> Stopp (nicht Aus!) Hier kannst Du dir auch die Motorleistung unten rechts über das Auswahlfeld anzeigen lassen.
 
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hängt denn schon eine Last am Motor die er mit abbremsen muss, oder ist er noch abgeflanscht?
Da hängt eine Siebmaschine dran, die zum geordnetes schnellen Stillstand einige Bremsenergie benötigt.
Mit "Erweiterte Parameter anzeigen" komme ich jetzt schon mal zum P0219. Das ist in der Tat nur die im Assistenten eingetragene Max-Bremsleistung (3kW)
P1240 ist weiterhin nicht in zu sehen. Vermutlich ist der ja im Bereich Antriebsfunktionen/VDC-Regler

Wie wird denn "abgeschaltet" über Aus1, Aus2, Aus3 oder Sollwert 0?
Per Aus1, das geschieht alles via Profinet-Telegram, siehe das Steuerwort im Anhang (im abgeschalteten Zustand).
Geschaltet wird nur Bit 0, Bit 7 und teils Bit 11. Der Rest bleibt, wie angezeigt auf "1"

Das beobachten der Zwischenkreisspannung ist da schon sinnvoll.
Während des Laufs liegt die Zwischenkreisspannung bei ~580V, beim Herunterfahren geht die auf bis zu 750V hoch.
Die generatorische Last ist also deutlich gegeben.

Setz wenn es die Mechanik zulässt, setz mal deine Bremszeiten herunter.
Die Maschine ist zu schwer, während der Runterlauframpe bremst er erst etwas runter, aber im unteren Drehzahlbereich macht der Motor was er will, die Maschine fängt an zu taumeln und an den Stahlbau zu schlagen.
Da muss ich bis zum Stillstand den Motor bremsen und genau das klappt nicht.

Was steht in dem Feld bei deinem Antrieb im Startdrive?
Dieser steht aktuell noch auf "gesperrt"
Kann ich damit den Motor mit Gleichstrom zum Stillstand bremsen?

[Edit]
Ich habe den VDC_max-Regler mal spaßeshalber aktiviert, da geht die Zwischenkreisspannung nur noch bis 650V hoch, ab da schaltet der wohl ein.
Welche Auswirkungen das auf die Maschine hat, kann ich leider erst Montag sagen, da unsre Elektriker das Werk gerade verlassen haben und ich per Fernwartung nichts sehe :(
 

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Setz mal auf Werkseinstellungen zurück und probiere ne einfache U/f-Regelung zuerst ohne Bremswiderstand. Vielleicht ärgert das Rüttelsieb auch die Vectorregelung. Wenn die Bremszeit zu kurz ist, dann sollte eine Fehlermeldung kommen und dann kannst du den Widerstand aktivieren.
 
VDC_max-Regler mal spaßeshalber aktiviert,
Das deaktiviert den Brems-Chopper.
Vdc-Regler gesperrt heißt, dass der FU den Zwischenkreis nicht regelt, sondern bei Überspannung per Brems-Chopper die Spannung verbrät.
Es könnte natürlich sein, dass dein Bremswiderstand für die Bremsleistung einen zu hohen Widerstand hat. Die Sinamics können im Vergleich zu z.B. SEW mit relativ niedrigen Ohm-Zahlen umgehen.

22kW-Motor und Rüttelsieb hört sich für mich nach recht hoher Schwungmasse im Vergleich zu nem maximal 3kW-Bremswiderstand an. Vielleicht passt da was an der Kombination nicht.
(Als üblicher würde ich einen Bremswiderstand mit 3kW als Dauerleistung, aber z.B. maximal 15kW für 5s sehen. )
 
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Vdc Regler on= verlängert die Downrampe, um Überspannung zu verhindern.

Vdc Regler off= richtige Einstellung.

Möglicherweise gibt es mehrere Bremseinstellungen:
- mit Bremswiderstand
-mit AC Bremse
- off

Mit Bremswiderstand wär richtig.
Wo liegt denn bei dem Umrichter überhaupt die ZK Spannung, ab der ein Chopper anspricht? 750V ist IMO grad so die Ansprechschwelle.
 
Wie ist denn der Antrieb mit dem Sieb mechanisch gekoppelt?
Ist es nur ein Rüttler, der das federgelagerte Sieb anregt oder sind die hart gekuppelt? Nur im letzteren Fall nutzt die schnelle Bremsung überhaupt was.

"Anschlagen" klingt nach angeregtem Schwingsieb mit Betrieb oberhalb seiner Eigenfrequenz. Beim runterfahren kommst Du zwangsläufig durch eine Resonanz. Eigenbau?
 
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Hallo,
Ich meine mich erinnern zu können das Ich am G120 mit PM 240 erst eine Ansprechschwelle von 780V im Zwischenkreis hatte.
Glaube man kann die Schwelle auch runter setzen.
Ich würde aber Spaßes halber mal nen Multimeter und eine Strommesszange an den Wiederstand hängen. Vielleicht ist einfach recht wenig Energie die in den Wiederstand geht. Das hatte Ich bei einem Kran in der Kranfahrt auch. Vorher war ein Berges Umrichter drin dort wurde der Wiederstand etwas wärmer. Dann hatte Ich durch Ausfall einen G120 rein gebaut. Dieser hat aber auch die Energie nicht so viel im Wiederstand verbraten.
Da mussten wir uns schon mühe geben das man am Wiederstand was merkt. Bei offenen Drahtgitter Wiederständen hört man aber auch meisten wenn der Bremschopper arbeitet. Die Rasseln dann so toll. :)
 
Ist es nur ein Rüttler, der das federgelagerte Sieb anregt oder sind die hart gekuppelt? Nur im letzteren Fall nutzt die schnelle Bremsung überhaupt was.
Doch. Eine durch Unwuchterreger bewegte Masse hat oft einen Resonanzfrequenz der niedriger als die Betriebsfrequenz ist. D.h., beim Stoppen geht die Masse durch die Resonanz was kräftigere Bewegungen erzeugt. Es lohnt sich durch diesen Resnonanzfrequenz so schnell wie möglich zu kommen, und nur nicht einfach die Erreger austrudeln lassen.

Ich denke das ist was der TE meint.
Da hängt eine Siebmaschine dran, die zum geordnetes schnellen Stillstand einige Bremsenergie benötigt.
[..]
Die Maschine ist zu schwer, während der Runterlauframpe bremst er erst etwas runter, aber im unteren Drehzahlbereich macht der Motor was er will, die Maschine fängt an zu taumeln und an den Stahlbau zu schlagen.
 
@Beichtvater kannst Du ungefähr sagen, wo die Drehzahl bzw der Bereich liegt bei der die Maschine anfängt zu taumeln?
Du hast ja einen 6-poligen 22kW Motor, wenn ich die 980 U/min bei 50Hz richtig gelesen habe.
 
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nicht einfach die Erreger austrudeln lassen.
Richtig. Aber da entsteht nicht viel gen. Enrgie, weil die meiste im Schwingsieb selbst steckt.
Plötzliches stoppen des Erregers ist übrigens auch ein nicht zu verachtender Impuls auf das Schwingsystem.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kurz zur Funktion der Siebmaschine: Der Motor ist starr gekoppelt, die Schwingung wird durch entsprechende Mechanik kreis- oder ellipsenförmig in Bewegung gebracht. Zur Entkoppelung zum Stahlbau steht sie klassisch auf 4 Federn bzw heute auch auf Luftkissen.
Beim Stopp wird die Schwingfrequenz geringer, bis zu einem bestimmten Punkt (das kommt auf die einzelne Maschine an) wird die Bewegung noch vom Motor geführt und sie bleibt in ihrer Bewegung. Doch irgendwann fängt diese halt an zu taumeln und schlägt durch die Federn massiv am Stahlbau an - paar mal ist das kein Thema doch irgendwann leidet der Stahlbau...
Um das zu verhindern, wird oft mit Hilfe eines Bremsgeräts eine Gleichspannung (Zeit & Stromstärke einstellbar) in den Motor gejagt und dieser bremst massiv ab, um über diesen kritischen Punkt schnell hinweg zu kommen.
Hier hat der Kunde aber (leider) einen FU als Vorgabe gemacht und damit fing das Drama an.
22kW-Motor und Rüttelsieb hört sich für mich nach recht hoher Schwungmasse im Vergleich zu nem maximal 3kW-Bremswiderstand an.
Der Motor ist für normale Antriebe krass überdimensioniert (im Betrieb mit Nennlast fließen gerade mal 6kW) doch für das Aufschwingen wird halt kurz viel Leistung benötigt...
Es lohnt sich durch diesen Resnonanzfrequenz so schnell wie möglich zu kommen, und nur nicht einfach die Erreger austrudeln lassen.
Exakt so, gut formuliert
Was steht in p1531 [...] p1300 [...] p1521?
p1300 = "[0] U/f-Steuerung mit linearer Charakteristik"
p153x wird nicht angezeigt; nach p1352 kommt sofort p1780 (auch in der erweiterten Parameteranzeige)
Möglicherweise gibt es mehrere Bremseinstellungen:
- mit Bremswiderstand
-mit AC Bremse
- off
Wo kann ich das denn einstellen? Ich sehe nirgends eine Möglichkeit dafür:
Bremssteuerung.png
Eine Motorhaltebremse gibt es nicht, macht hier auch keinen Sinn, ansonsten habe ich nur Gleichstrom- und Compound-Bremse.
Evtl kann ich da ja ansetzen. Das kann ich aber erst nächste Woche testen, weil meine Augen und Ohren auf der Baustelle im wohlverdienten Wochenende sind und ich per Fernwartung diesbezüglich blind bin.
Wo liegt denn bei dem Umrichter überhaupt die ZK Spannung, ab der ein Chopper anspricht? 750V ist IMO grad so die Ansprechschwelle.
Lt. Funktionssicht/Vdc-Regler bei 651V
 

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Hat der Umrichter überhaupt nen Chopper-IGBT?
Sonst DC Bremsung probieren - die macht aber zusätzliche Verlustwärme im Motor. Compound ist so ne Mischung, hat in meinen Anwendungen früher gut gefunzt. DC Bremsung kann halt brachialer Bremsen.
 
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