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Thema: Programmiererfahrung

  1. #1
    Anonymous Gast

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    Hallo,

    mich würde mal interessieren, ob man als Programmierer immer alle Eventualitäten beim programmieren einer Anlage berücksichtigen kann bzw. ob man dazu überhaupt in der Lage ist.

    Passiert es nicht schonmal, daß man etwas programmiert hat und es auch die gewünschte Funktion lieferte, aber man später feststellen mußte, daß man etwas gravierendes nicht berücksichtigt hatte und es somit hätte zum Crash führen können oder es sogar mal gecrasht hat.

    Manchmal sind es ja auch kleine Dinge, die man vielleicht mal vernachlässigt/nicht berücksichtigt oder die einem nicht auffallen und man von anderen vielleicht darauf hingewiesen wird.

    Da würden mich mal ein paar Erfahrungen interessieren. Macht man sich speziell um Ausnahmefälle Gedanken, so nach dem Motto, was könnte passieren, wenn ...?Und die Maschinisten/Operator sind ja manchmal auch nicht ohne .

    Gruß
    Sascha
    Zitieren Zitieren Gelöst: Programmiererfahrung  

  2. "Ich kann mich den "Vorredner" nur noch anschließen. Man macht was man kann, überlegt sich allerlei Möglichkeiten, was später an Zuständen auftreten könnte. Die Praxis zeigt dann schnell, wozu man keine Zeit hatte, oder was man schlichtweg vergessen hat.

    Fehler machen ist menschlich. Jeder der arbeitet, macht auch zwangsläufig Fehler.

    Die Kunst ist es, einen Fehler nur 1x zu machen."


  3. #2
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    Man versucht es zumindest "alles" zu berücksichtigen. Alle Möglichkeiten wirst du aber nie abdecken können. So manche Störungen der Anlage habe ich oft nur im Programm drin ohne sie je getestet zu haben. Weil es einfach nicht möglich ist alles zu testen. Viele der projektierten Störungen werden wahrscheinlich auch nie auftreten.
    Ich habe die Erfahrung gemacht das Anlagen schon mal die seltsamsten Zustände angenommen haben. Ob durch Programmfehler oder Bedienungsfehler ist da egal. Selbst dann müssen die Verriegelungen der Mechanik noch sicher funktionieren. Wichtig ist, das die Anlagenfahrer wieder in einen normalen Betrieb übergehen können. (Mit Handbetrieb oder Revisionsbetrieb, Merker oder Schritte setzen, Grundstellungen anfahren,....). Nachbesserungen sind keine Schande. Wer das dann zahlt ist im Fall zu Fall zu klären.
    Versuche aber nicht deinen Anlagen eine Art "künstliche Intelligenz" zu verpassen. Das wird eh nicht funktionieren und zahlen wird es auch niemand.
    Die Bedienungsleute sind oft die die sich wirklich gut auskennen mit den Anlagen. Das sind auch diejenigen die eigentlich entscheiden ob du gut gearbeitet hast. Überhebliches Verhalten gegenüber diesen (oft) Hilfsarbeitern ist sicher der falsche Weg.

    smoe

  4. #3
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    Fehler passieren jedem. Je länger man Erfahrungen gesammelt hat, desto weniger treten gravierende Fehler auf, die wirklich gefährlich oder teuer sind. Aber auch hier gilt: "Nur wer nicht arbeitet macht auch keine Fehler". Ansonsten versuche ich schon im Vorfeld, möglichst an alle Möglichkeiten zu denken. Bestimmte Grundlagen kommen in den Anlagen immer wieder vor, wie gegenseitige Verriegelungen mech. Bewegungen, Reaktionen im Fehlerfall, Betriebsvarianten bei offener Tür (Totmanschalter), Betriebsartenwechsel im lfd. Betrieb, Reset der Anlage etc.

    @smoe
    Da haben wir wohl die gleichen Erfahrungen gesammelt . Ich denke auch, wenn der Anlagenfahrer nicht zurecht kommt, liegt es in den meisten Fällen am Programmierer, Fragen und Zuhören kann da sehr von Nutzen sein.
    Gruß
    Ralle

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  5. #4
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    Ich kann mich den "Vorredner" nur noch anschließen. Man macht was man kann, überlegt sich allerlei Möglichkeiten, was später an Zuständen auftreten könnte. Die Praxis zeigt dann schnell, wozu man keine Zeit hatte, oder was man schlichtweg vergessen hat.

    Fehler machen ist menschlich. Jeder der arbeitet, macht auch zwangsläufig Fehler.

    Die Kunst ist es, einen Fehler nur 1x zu machen.

  6. #5
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    Versuche aber nicht deinen Anlagen eine Art "künstliche Intelligenz" zu verpassen.
    Ich behaupte mal, dass alle Anlagen, die in ihrem aktuellen Zustand über Sensoren ausreichend erfasst werden, im voraus so programmiert werden können, ohne dass es crasht. Deadlocks können auftreten und müssen im Nachhinein behoben werden.
    Wo nichts ist,
    da kann nichts sein.
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  7. #6
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    Zitat Zitat von arcis
    Ich behaupte mal, dass alle Anlagen, die in ihrem aktuellen Zustand über Sensoren ausreichend erfasst werden, im voraus so programmiert werden können, ohne dass es crasht. Deadlocks können auftreten und müssen im Nachhinein behoben werden.
    irgend so ein spielzeug mit ein paar zylindern und nem ein/aus-schalter vieleicht... - aber doch keine ANLAGE!
    "Es ist weit besser, große Dinge zu wagen, ruhmreiche Triumphe zu erringen, auch wenn es manchmal bedeutet, Niederlagen einzustecken, als sich zu den Krämerseelen zu gesellen, die weder große Freude noch großen Schmerz empfinden, weil sie im grauen Zwielicht leben, das weder Sieg noch Niederlage kennt." Theodore Roosevelt - President of the United States (1901-1909)
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  8. #7
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    Wir haben z.B. 2 vollautomatische CCS-Walzenwechselgerüste neuester Generation für schwerste Spezialprofile, d.h. ein neuer Walzensatz wird innerhalb von 20min. vollautomatisch gegen den alten ausgetauscht, sodaß die Gerüste dann wieder für ein neues Profil betriebsbereit sind.Die Gerüste haben eine Walzkraft von je 1200t und werden jeweils von einem 4 und 5MW starken Drehstromsynchronmotor über eine ABB ACS 6000 angetrieben (Wechselrichter).
    Dort werden z.B. die Anstellungen der Unterwalze und die Axialanstellung der Oberwalze während des Walzprozesses ebenfalls über eine IM 458 vollautomatisch entsprechend hydraulisch geregelt (je 2 Servoventile).
    Außerdem gibt es eine Minimalzugregelung, da das Profil aus einem alten Gerüst (18MW) herauskommt und in die beiden neuen Gerüste eingefädelt wird. Dies geschieht einmal über Sensorik (Infraroterkennung) und über eine Wegberechnung anhand der Geschwindigkeiten und weiterer umfangreicher Walzparameter.
    Weiterhin gibt es statische und dynamische bzw. relative Walzkraftberechnungen anhand deren die Anstellkräfte und Geschwindigkeiten geregelt werden.

    Ich meine, daß bei solchen umfangreichen Anlagen, deren Prozess auch relativ komplex ist, schon mal das ein oder andere passieren kann.
    So ziemlich in den Anfängen kam es häufig zu sogenannten "Steckern" in den Gerüsten, da einige Sachen nicht so bedacht wurden, wie erwartet.
    Glücklicherweise ist da kein großer Schaden entstanden (außer Material und Arbeitsaufwand). Das Profil wird dann auf sehr kurzer Länge zusammengestaucht und wandert gen Himmel. Da die Profile mitunter ziemlich lang sind (ca. 80-140m), kommt da schon einiges zusammen.
    Die Programmierer kamen da so einige Male ins Schwitzen, muß aber dazu sagen, daß sie es ansonsten schon ganz gut hinbekommen haben.
    Gerade in der Regelung steckt schon sehr viel Gehirnschmalz

    Sascha

  9. #8
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    irgend so ein spielzeug mit ein paar zylindern und nem ein/aus-schalter vieleicht... - aber doch keine ANLAGE!
    Ok. Neue Fromulierung.

    Ein Programmierer kann den Bereich, für den er zuständig ist, durch Anwendung von geeigneten Programmiermethoden offline so realisieren, dass es nicht crasht. Es muss nicht alles auf Anhieb funktionieren. Aber Crashs in der Anlage sind selbst bei der Inbetriebnahme keine unabwendbaren Naturereignisse.
    Wo nichts ist,
    da kann nichts sein.
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